der zentrale Dorfplatz in Villamalea in Albacete.
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Dorf in Coronavirus-Quarantäne: Villamalea in Albacete macht Altea für den Ausbruch mitverantwortlich, Betroffener widerspricht.

Coronavirus Spanien

Corona in Altea eingefangen? Betroffener widerspricht

  • vonStella Kirchner
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Das Dorf Villamalea in Albacete ist in Coronavirus-Quarantäne. Das Gesundheitsamt sieht den Ursprung im Ausbruch unter anderem in Altea, ein Betroffener widerspricht. 

  • 130 von 4.000 Menschen wurden in Villamalea in der Provinz Albacete positiv auf das Coronavirus getestet.
  • Betroffener bestreitet, dass er den Covid-19-Ausbruch durch eine Feier in Altea ausgelöst hat.
  • Ort fürchtet, durch die Berichterstattung gebrandmarkt zu werden.

Villamalea/Altea - Das 4.000-Einwohner-Dorf Villamalea in Albacete ist seit vergangener Woche in Coronavirus-Quarantäne. Das Gesundheitsministerium von Castilla-La Mancha sowie das Amt der Provinz Albacete machten in Studien über die Coronavirus-Lage im Dorf unter anderem eine Gruppe verantwortlich, die den Junggesellenabschied in Altea gefeiert haben soll und sich angeblich dort infizierte. Der zweite Infektionsherd wird in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Ort gesehen. Nach den neuesten Zahlen des Rathauses vom Donnerstagabend (27. August) sind mittlerweile 130 Menschen infiziert, Tendenz sinkend. Trotzdem ist der Ort immer noch einer der am stärksten betroffenen in ganz Spanien.

Update 2. September: Seit einem Tag ist Villamalea in Albacete nun aus der Coronavirus-Quarantäne befreit, weil sich die Infektionslage deutlich verbessert hat. Die Frage, ob Altea etwas mit der Lage zu tun hatte, ist nicht geklärt.

Coronavirus: Gesundheitsämter sollen falsche Informationen weitergegeben haben

Nun ist Luis Gonzaga Jiménez Tarancón in die Öffentlichkeit getreten, der von sich behauptet, Teil dieser Gruppe gewesen zu sein, die angeblich in Altea gefeiert hat. „Wir wollen klarstellen, dass die Informationen vom Rathaus in Villamalea und der Provinzverwaltung von Albacete falsch sind. „Wir waren in einem Ferienhaus in San Javier, das wir zweimal verlassen haben, einmal zum Essen und einmal zum Einkaufen“, beschwert er sich. San Javier am Mar Menor und Altea trennen ganze 150 Kilometer, zudem sind die Infektionsraten mit dem Coronavirus in Murcia kritischer als in Altea und an der Costa Blanca. Keine offizielle Stelle hat die Aussage des Mannes bislang bestätigt. Doch nun hat auch das Land Valencia mit Benigànim den ersten Ort unter Quarantäne gestellt.

Altea unter Beschuss aus Albacete: Ausbruch in Villamalea wurde womöglich nicht durch die Costa Blanca ausgelöst.

Corona-Stigma nach Quarantäne in Villamalea: „Lernt unseren Ort kennen, wenn alles vorbei ist"

Eine Reaktion kam dann aber doch von Villamaleas Rathaus. Dieses hat sich kryptisch geäußert, man solle nicht nach Schuldigen suchen, es sei schließlich „irrelevant, woher die Krankheit kam und wie sie ausgebrochen ist“. Alteas Infektionsraten (spanischsprachig, unter „Al“ wie Altea suchen) deuten aber in eine ähnliche Richtung, in den vergangenen vierzehn Tagen haben sich nicht einmal ein Dutzend Menschen neu infiziert. Ein Ausbruch sieht anders aus.

Das Rathaus von Villamalea beklagt auch „eine Reihe an ungerechtfertigten Anschuldigungen und Beleidigungen der Erkrankten“ und fordert seine Bürger auf, auch in diesem schwierigen Moment zusammenzuhalten. Auch wenn der Ort in den Fokus der Coronavirus-Berichterstattung geraten ist, möchte er nicht immer so in Erinnerung behalten werden. Regelmäßig nimmt das Rathaus über Facebook mit den Bewohnern Kontakt auf und hält sie über die Entwicklung mit Covid-19 auf dem Laufenden. „Wir laden alle Medien, die jetzt über den Ausbruch berichten und alle Menschen, die die Berichterstattung verfolgen, ein, unseren Ort kennenzulernen, wenn das alles vorbei ist“, appelliert die Verwaltung an ganz Spanien.

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