Halb leere Regale in einem Supermarkt. Die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie sind allgegenwärtig. Foto: dpa

Mit Corona in die Rezession

Madrid – sk. Die Wettbewerbsaufsichtsbehörde CNMV hat der Spekulation mit den Wertpapieren spanische...

Madrid – sk. Die Wettbewerbsaufsichtsbehörde CNMV hat der Spekulation mit den Wertpapieren spanischer Unternehmen an der Börse einen Riegel vorgeschoben. Seit Freitag dürfen Hedge Fonds nicht mehr auf einen Fall der Kurse von 69 Ibex-Unternehmen setzen. Dieses Maßnahme schützt alle Konzerne, die am Donnerstag mehr als zehn Prozent ihres Aktienwerts verloren haben, die in Liquiditätsschwierigkeiten stecken oder die seit der Coronakrise mehr als 20 Prozent verloren haben. Damit stehen alle Ibex-Unternehmen mit Ausnahme von Grifols, MásMóvil und Viscofan unter dem Schutz des Kartellamts Comisión Nacional de Mercados. Der Ibex verzeichnete am Donnerstag mit 14.06 Prozent den tiefsten Fall seiner Geschichte, der Ibex hat seit 19. Februar 37 Prozent seines Werts verloren. Einen derartigen Wertverlust werden auch Kleinanleger spüren, die Geld in Renten- oder Investmentfonds angelegt haben. Derweil rechnet Brüssel damit, dass der Coronavirus die EU in eine neue Rezession drücken wird. Die EU-Kommission sprach von einem Rückgang von mindestens ein Prozent des PIB in der EU. Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen hat ein Hilfsprogramm von 37 Milliarden Euro aus den Strukturfonds für Unternehmen angekündigt, was aber kurz greifen könnte. Spanien könnte mit etwas über 4,1 Milliarden Euro von der EU rechnen. Die spanische Regierung selbst schnürt bereits ein wirtschaftliches Hilfsprogramm von über 18,2 Milliarden Euro, was 1,5 Prozent des Bruttosozialprodukts (PIB) entspricht. Außerdem soll den EU-Mitgliedsstaaten “maximale Flexibilität” bei der Steuerpolitik und bei öffentlichen Hilfsprogrammen gewährt werden. Von der Leyen rief die Staaten auf, diese Epidemie so “kurz” wie möglich zu halten. Offizielle Zahlen über die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus gibt es nicht, große Medien wie “El País” schreiben von einem Wachstumsrückgang von 2,5 Punkten mit Verweis auf Sachbearbeiter der EU. Die Hauptgründe für den Rückgang sehen die Experten in China und der Unterbrechung der Versorgungs- und Zulieferungsketten. Und mit dem Konsum kann man nicht gegenhalten, weil die Bürger weder reisen noch Geschäfte geschweige denn Restaurants besuchen. Bei diesem Szenario würde die EU dieses Jahr in eine neue Rezession eintreten.

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