König Felipe VI spricht in ein Mikro, mit Handschuhen und Maske.
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Spaniens König Felipe VI. beim Besuch des Behelfskrankenhauses IFEMA.

Spaniens König Felipe VI.

Corona statt Trump: Wie die Königsfamilie sich dem sanitären Notstand entgegenstellt

  • vonStephan Kippes
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Aus dem Besuch des Weißen Hauses ist nichts geworden. Stattdessen hält die Coronakrise das spanische Königshaus auf Trab. Infantin Leonor liest aus dem Don Quijote.

  • Corona statt Trump: Felipe VI. und Letizia machen sich ein Bild von der Krise.
  • Marathon mit Don Quijote: Infantin Leonor liest aus dem Meisterwerk.
  • Kritik am Königshaus: Infantinnen machen sich in Krise rar.

Madrid – Das spanische Königspaar sollte am 21. April im Weißen Haus in Washington weilen, doch die Coronakrise führte zu einer Absage der Einladung des US-Präsidenten und zwang Donald Trump am Dienstag zur Aufstockung der nationalen Ölvorräte.

Coronakrise geht vor: Königshaus hält sich auf dem Laufenden

In der Agenda von König Felipe VI. und Königin Letizia scheint nicht viel Platz für Donald Trump zu sein. Die Könige führten die letzten Tage eine Telefon- und Videokonferenz nach der anderen, machten sich in Gesprächen mit vielen Klinikleitern in ganz Spanien ein Bild von der sanitären Krise, fragten den Minister für die Sozial- und Krankenkasse Seguridad Social, José Luis Escrivá, über das Grundeinkommen aus und teilten mit den andalusischen Olivenbauern deren Sorgen.

Am Montagmorgen sah man Felipe und Letizia mit Vertretern der Farmaindustrie via Video sprechen, Königin Letizia erkundigte sich bei der Organisation Integra, die behinderte Menschen in die Arbeitswelt integrieren will. Dann gewährte Felipe VI. der Arbeitsministerin Yolanda Díaz eine Audienz, später konferierten das Staatsoberhaupt und die Königin mit den Betreibergesellschaft der spanischen Flughäfen Aena und dann mit Sportfunktionären.

Kronprinzession Leonor liest Don Quijote: Marathonlesung am Donnerstag

Bald bekommen die Spanier die Kronprinzessin Leonor erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder zu sehen - zumindest online. Die 14-Jährige nimmt an der traditionsreichen öffentlichen Marathonlesung des Don Quijote teil, teilten die Organisatoren mit.

Die von der Madrider Gesellschaft der Schönen Künste seit 1997 anlässlich des Todestages des Quijote-Autors Miguel de Cervantes (1547-1616) organisierte Veranstaltung soll am Donnerstagabend beginnen und knapp 48 Stunden dauern. Wann die Kronprinzessin am 23. April dran sein wird, wurde vorerst aber nicht bekannt.

Corona und Kultur: Alles läuft übers Internet

Wegen der Pandemie werden die Leser dieses Jahr allerdings nicht live im eindrucksvollen Gebäude des Círculo de Bellas Artes im Zentrum von Madrid auftreten, sondern ihre jeweiligen Beiträge zum Internationalen Tag des Buchs auf Video aufnehmen.

Neben Leonor wird auch die jüngere Tochter von König Felipe VI. und Königin Letizia den Angaben zufolge einen Auszug aus dem „Don Quijote“ vorlesen. Für Infantin Sofía, die am 29. April 13 Jahre alt wird, ist das eine Premiere, denn sie wird erstmals öffentlich sprechen. Die Lesung wird im Netz übertragen.

Neben den beiden jungen Royals, Künstlern, Politikern und Intellektuellen werden auch Vertreter von systemrelevanten Berufen – Ärzte, Pfleger, Polizisten, Supermarktangestellte, Müllmänner usw. – teilnehmen, die man für den aufopferungsvollen Einsatz in diesen Krisenzeiten ehren wolle, hieß es.

Kritik am Königshaus: Leonor und Sofía „untergetaucht“

Dass Kronprinzessin Leonor und ihre Schwester seit Krisenbeginn „untergetaucht“ und im Gegensatz zu praktisch allen anderen Kindern der europäischen Königshäuser seit Mitte März bisher nicht ein einziges Mal vor die Öffentlichkeit getreten sind, um etwa den Ärzten des Landes demonstrativ Beifall zu spenden oder der Bevölkerung Mut zuzusprechen, wurde in Spanien auch von Medien, die dem Königshaus nahestehen, sehr scharf kritisiert.

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