Deutsche wollen zurück

Coronavirus-Krise: Spanien verwehrt Deutschen Zutritt zu ihren Ferienwohnungen

+
Der Strand von Es Molinar auf Mallorca ist menschenleer.
  • schließen

Etliche Deutsche wollen zurück in ihre spanischen Ferienhäuser. Doch solange das Notstands-Dekret gilt, dürfen weder Spanier noch Ausländer ihren Zweitwohnsitz aufsuchen.

  • Deutsche dürfen nicht in ihre spanischen Ferienwohnungen.
  • Hausbesitzer beschweren sich bei Regionalregierung.
  • Regeln gelten für Spanier und für Ausländer.

Palma - Dass die Tourismusbranche noch eine ganze Weile warten wird, bis sie ihr Geschäft nach der Coronavirus-Krise wieder aufnehmen kann, ist längst klar. Doch was ist mit Ausländern, die in Spanien eine Immobilie haben? Wann können Deutsche zurück in ihre Ferienhäuser, und sei es, um nach dem Rechten zu schauen?

Im Notstandsdekret der Zentralregierung steht, dass neben Spaniern nur Residenten ins Land einreisen dürfen. Dazu kommt, dass Fahrten zum Zweitwohnsitz nicht erlaubt sind. So hat sich auch die Landesministerpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, geäußert: „Die Regeln, die unter anderem das Aufsuchen des Zweitwohnsitzes untersagen, müssen für alle Bürger unabhängig von ihrer Nationalität gelten“, heißt es aus Palma de Mallorca. Sprich: Man kann nicht einem Madrilenen untersagen, zu seiner Ferienwohnung in Gandía zu fahren, einem Deutschen aber erlauben, sein Chalet in Dénia aufzusuchen.

Beschwerdebriefe von Deutschen

Mehrere Dutzend Deutsche hatten der Regionalregierung Briefe geschrieben mit der Frage, wann sie zu ihren Immobilien könnten. Die Tageszeitung „El País“ bezeichnete die angeblich 200 Schreiben als Drohbriefe. Einige Deutsche hätten „ernste Zweifel an der Rechtssicherheit in Spanien“ geäußert und von einem „klaren Verstoß gegen die Verfassung" geschrieben, wenn Menschen der Zugang zu ihrem Eigentum verwehrt wird, aber gleichzeitig Steuern gezahlt würden.

In ihrem Antwortschreiben versicherte die Landesministerpräsidentin, man bemühe sich um eine allmähliche und sichere Rückkehr zur Normalität. Armengol verwies auch auf die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Mallorca.

Regionen wollen mehr Freiheiten

Unterdessen bringen immer mehr Regionalregierungen Kritik an der erneuten Verlängerung der Ausgangssperre bis 9. Mai vor. Andalusien, Valencia oder die Kanaren etwa hoffen wegen der vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen auf eine baldige Lockerung der Einschränkungen. In Andalusien liegt die Zahl der Erkrankten bei 11.610, gestorben sind 1.060 Menschen an den Folgen von Covid-19. In Valencia sind 10.571 Betroffene erkrankt und 1.112 gestorben, auf den Balearen sind 1.836 Fälle bestätigt und 164 Menschen gestorben, auf den Kanaren infizierten sich 2.094 Menschen, 121 starben.

Kommentare