Grenze von Gibraltar mit Grenzgängern und spanischer Flagge im Hintergrund.
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Gibraltar will alle Bürger und Pendler auf Covid-19 testen lassen.

Covid-19 in Spanien

Coronavirus-Krise in Gibraltar: Felseninsel lässt alle Bürger testen

  • vonLena Kuder
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Gibraltars Regierung hat 55.000 Covid-19-Tests besorgt. Damit sollen Einwohner und Pendler getestet werden. Bis heute zählt die Felseninsel 149 Covid-19-Fälle.

  • In Gibraltar sollen Bürger und Pendler auf Covid-19 getestet werden.
  • 149 Covid-19-Fälle wurden bis heute in der britischen Kronkolonie registriert.
  • Phase 6 des Deeskalationsplan ist voraussichtlich am 1. August erreicht.

Gibraltar - Gibraltars Regierung hat 55.000 serologische Tests besorgt, um alle Einwohner Gibraltars und die Pendler auf das Coronavirus zu testen. Dieser groß angelegte Test ist Teil des sechsstufigen Deeskalationsplans, mit dem die Kronkolonie sich auf den Weg in die Normalität begibt. 149 Covid-19-Fälle sind bis heute in Gibraltar registriert worden. Die britische Kronkolonie ist am 18. Mai in die Phase 2 des sechsstufigen Plans „Unlock the Rock“ getreten. Wenn alles gut läuft, ist die Phase 6 am 1. August erreicht. Bis dahin ist es ein langer Weg, der begleitet ist von kleinen Erfolgserlebnissen, wie der stundenweisen Öffnung von Geschäften. In der Phase 3, die aller Voraussicht nach am 16. Juni beginnt, ist auch die Öffnung der Strände vorgesehen. Die Schulen werden auf der Felseninsel voraussichtlich erst im September nach Abschluss der Phase 6 wieder öffnen.

Erste Tests erfolgen Anfang Juni

Wann die Gibraltareños erstmals im Meer baden dürfen, hängt ganz davon ab, wie die Immunitätstests ausfallen. Gibraltars Gesundheitsbehörde GHA (Gibraltar Health Authority) ist an der Immunitätsstudie beteiligt. Anfang Juni sollen die ersten Personen getestet werden, 500 pro Tag, bis die 33.700 Einwohner und die 14.322 Arbeiter, die täglich die Grenze zwischen Spanien und Gibraltar überqueren, getestet sind. Unter den Pendlern befinden sich 9.090 Spanier.

Damit reiht sich Gibraltar ein in die Liste kleiner Länder wie Andorra und Luxemburg, die ebenfalls angekündigt haben, Massentests unter der Bevölkerung durchzuführen. Die gibraltarische Regierung hat die Tests von den Labors Beckmann Coulter, DiaSorin und Abbott erworben. Über die Kosten gibt es bis heute keine Angaben. Wie aus Regierungsquellen hervorgeht, sind die Tests serologisch und die Methode ausgereifter als jene, die bislang eingesetzt wurden. GHA stellt außerdem 6.000 PCR-Tests für Gesundheitspersonal und Personen bereit, die Symptome aufweisen.

Niedrige Infektionsrate auf der Felseninsel

Bis heute ist die Infektionsrate auf dem Affenfelsen niedrig geblieben. Gibraltar nimmt weltweit den dritten Platz ein, was die Höhe seines Pro-Kopf-Einkommens anbelangt. Noch ist nicht klar, inwiefern sich der Lockdown auf Gibraltars Wirtschaft ausgewirkt hat. Um schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen abzufedern, hat die gibraltarische Regierung 6,26 Millionen Pfund (6,98 Millionen Euro) in die Hand genommen. 6.073 Angestellte und 435 Selbstständige erhielten den monatlichen Mindestlohn von 1.155 Pfund (1.289 Euro).

Bis 1. August will die Felseninsel das Stadium der Normalität erreicht haben. Die Regierung erwägt, im Rahmen ihres Deeskalationsplans die Körpertemperatur von Grenzgängern zu messen. Dies hängt jedoch davon ab, welche Maßnahmen die spanische Zentralregierung ergreift. Während der kommenden Monate wird Gibraltar auch entscheiden müssen, welche Beziehung die Felseninsel nach dem Brexit zu seinem spanischen Nachbarn hegen wird.

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