Flüge abgesagt

Coronavirus-Mutation: Spanien verhängt Einreiseverbot aus Großbritannien

  • vonStella Kirchner
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Die neue Coronavirus-Mutation aus Großbritannien bereitet Europa Sorgen. Spanien lässt ab 22. Dezember keine Reisenden aus Großbritannien mehr ins Land und vertraut dennoch auf die Wirkung der Impfung. 

Update, 21. Dezember, 15.30 Uhr: Spanien beschließt, ab dem morgigen Dienstag, 22. Dezember, wegen der Corona-Mutation keine Flugreisenden aus Großbritannien mehr ins Land zu lassen. Ausnahmen gelten lediglich für spanische Staatsbürger und Ausländer, die ihren Hauptwohnsitz in Spanien haben.

Erstmeldung, 21. Dezember: London/ Madrid - Während andere Länder wie die Niederlande und Belgien bereits alle Flugverbindungen von und nach Großbritannien eingestellt haben, gibt es in Spanien immer noch Flüge ins Vereinigte Königreich. Im Gegensatz zu den beiden Ländern ist hier aber auch die neue Mutation des Coronavirus noch nicht aufgetreten. Doch auch in Spanien beraten die Gesundheitsexperten darüber, ob nicht restriktivere Maßnahmen für Einreisende aus Großbritannien ergriffen werden sollten.

Coronavirus-Mutation aus Großbritannien: Was wissen wir über die neue Variante?

  • Die britische Coronavirus-Mutation verbreitet sich schnell: Das erste Mal ist die neue Coronavirus-Mutation in London im September aufgetreten, im November ging etwa ein Viertel der Covid-Infektionen in der britischen Hauptstadt auf das Konto der neuen Variante und mittlerweile macht sie über drei Viertel aller Infektionen aus. Wissenschaftliche Berater der britischen Regierung schätzen, dass es sich um 70 Prozent schneller verbreitet als die bekannten Mutationen (englisch).
  • Die britische Coronavirus-Mutation unterscheidet sich sehr stark vom ursprünglichen Virus: An sich geben mutierende Viren meistens keinen Grund zur Sorge. Die Coronavirus-Mutation aus Großbritannien ist jedoch laut Untersuchungen einer Forschungsgruppe der Cambridge University so verschieden zu allen bisherigen, dass Antikörper, die gegen die vorherige Variante des Sars-CoV-2 gebildet wurden, keine Wirkung gegen das Virus zu haben scheinen (englisch). Bei der spanischen Corona-Mutation wurden keine solchen Veränderungen beobachtet.
  • Die Sterblichkeitsrate der britischen Coronavirus-Mutation scheint sich kaum von der des bekannten Virus zu unterscheiden: Bisher geben Studien keinen Anlass zur Befürchtung, dass eine Covid-Erkrankung mit dem mutierten Virus tödlicher verläuft.
Schon vor Bekanntwerden der neuen Mutation kamen wenige Briten nach Spanien.

Coronavirus-Mutation aus Großbritannien: Impfungen scheinen zu wirken

Weniger Sorge haben die meisten Wissenschaftler bezüglich der Coronavirus-Impfungen. Die drei Produkte, die kurz vor der Zulassung stehen, wirken auf unterschiedliche Arten, weshalb es unwahrscheinlich sei, dass alle drei Präparate versagen. Eine Wirksamkeit für die britische Mutation wurde allerdings noch für kein Produkt nachgewiesen. Mediziner sind sich aber einig, „dass das Virus wahrscheinlich früher oder später in der Lage sein wird, Mutationen zu erzeugen, die nicht durch eine bestehende Impfung geschützt werden können“, erklärt Prof. David Robertson von der University of Glasgow in einem Youtube-Vortrag (englisch). An sich mutiere das Coronavirus aber langsamer als beispielsweise die Influenza.

Auch Spanien setzt alle Hoffnungen in die bald anlaufende Corona-Impfkampagne. „Die Corona-Impfung wirkt auch gegen die Coronavirus-Mutation aus Großbritannien und es gibt noch keinen Nachweis über Fälle in unserem Land“, erklärte Gesundheitsminister Salvador Illa gegenüber der spanischen Zeitung „El País“, räumte aber auch ein, dass dies nicht bedeute, dass es keine Fälle gebe. Derweil sind laut einer Umfrage zwei Drittel aller Spanier für eine Schließung der Grenze für Einreisende aus Großbritannien. Gleichzeitig warnt Illa sein Land, es kämen schwierige Zeiten auf alle zu: „Es läuft nicht gut. Wir müssen wachsam bleiben und dürfen nicht vergessen, dass wir kurz vor der dritten Welle stehen.“ In einem ersten Schritt möchte das Gesundheitsministerium zusätzlich zu dem bei der Einreise vorgeschriebenen negativen PCR-Test bei Reisenden aus Großbritannien nach Möglichkeit noch einen weiteren Test bei der Ankunft durchführen.

Rubriklistenbild: © Ángel García

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