Blick in eine Intensivstation in Barcelona.
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Überlebenskampf auf Spaniens Intensivstationen im Januar 2021, in manchen Krankenhäusern beträgt die Auslastung 100 Prozent. Blick in eine UCI in Barcelona.

Covid-19 Spanien

Coronavirus Spanien aktuell: Dritte Welle auf Höhepunkt - Zahlen, Links und Updates

  • vonMarco Schicker
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Die dritte Coronavirus-Welle in Spanien ist stärker als die vorherigen und sie ist noch lange nicht vorbei. Die Politik läuft den Ereignissen hinterher und die Bevölkerung kommt ebenfalls als Limit. Derweil wackelt der Sommer, weil die Impfungen zu langsam vorangehen.

Update, 3. Februar:

  • Inzidenz der Coronavirus-Fälle je 100.000 Einwohner in Spanien binnen 14 Tagen per 2. Februar (Vergleichswerte vom 27. und 22. Januar: Andalusien 931 (919, 800), Balearen 523 (649, 689), Kanarische Inseln 180 (187, 189), Castilla y León 1.294 (1.397, 1.215), Madrid 955, (989, 904), Murcia 1.016 (1.347, 1.333), Valencia 1.382 (1.460, 1.245). Sechs Autonome Gemeinschaften in Spanien weisen eine 14-Tage-Inzidenz von über 1.000 auf. Valencia, Castilla y León und La Rioja bilden mit Inzidenzen von über 1.300 die Schlusslichter.
  • In ganz Spanien betrug die Inzidenz am 2. Februar 847 gegenüber 900 am 27. Januar. Der europäische Vergleich: Deutschland am 2. Februar 212 (27. Januar: 250), Schweiz 303 (338), Frankreich 428 (408), Niederlande 381 (432), Österreich 224 (242), Großbritannien 604 (789).
  • Der Anteil der positiven Tests an allen durchgeführten Tests betrug in Spanien per 30. Januar 14 Prozent, in der Woche davor 14,9 Prozent. Die Regionen Valencia 27,2 (30,3), Andalusien 18,8 (22) und Castilla La Mancha 24,4 (30) wiesen den höchsten Anteil positiver Covid-Tests aus.
  • Die Covid-Todesfälle in Spanien beliefen sich binnen sieben Tagen per 2. Februar auf 1.776(per 27.1. 1.685, per 22.1. 1.411), in der abgelaufen Woche starben allein in der Region Valencia 465 (391, 434) Menschen wegen Covid, in Andalusien 280(263), in Murcia 130 (118).
  • In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 2. Februar) 6.936 (Woche bis 27.1. 7.730) Menschen in Spanien wegen Covid neu in Krankenhäuser eingeliefert werden. Davon kamen 583 (zuvor 611) neu auf Intensivstationen. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 31.118 (davor 30.789, vor drei Wochen 19.236) Personen stationär behandelt, das ist jeder vierte Patient, davon liegen 4.853 (4.415, 3.908) auf den UCIs.
  • Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 2. Februar 44,6 Prozent (am 27.1. waren es 41,9 Prozent, am 15.1. 37,6), am höchsten ist sie in La Rioja mit 72,4 Prozent, in Valencia mit 62 Prozent. In sieben Autonomen Gemeinschaften liegt sie bei über 50 Prozent.
  • Die statistische Übersterblichkeit in Spanien wurde vom Nationalen Statistikinstitut (INE) für 2020 mit über 80.600 angegeben. Die noch vorläufigen Daten für 2021 weisen ein statistisches Mehr an Toten von 1.650 aus. Eine genaue Erklärung der Übersterblichkeit in Spanien 2020.
  • Stand der Covid-Impfungen in Spanien (2. Februar): 1,77 Millionen Impfdosen wurden ausgeliefert (1,73 Mio. Pfizer, 35.000 Moderna), unverändert zur Vorwoche, davon 1,67 Millionen verabreicht, 300.000 binnen der letzten Woche. 418.500 Personen Personen erhielten ihre zweite Dosis, das sind 230.000 mehr als in der Woche zuvor.

Wichtige Links zum Coronavirus in Spanien:

Wer aktuelle Corona-Zahlen aus seiner spanischen Gemeinde sucht, wird hier für Andalusien unter „informe diario“ hier für Murcia und hier für Valencia fündig, die wichtigsten Corona-Fallzahlen aus den Gemeinden entlang der Costa Blanca haben wir hier für Sie in einer Tabelle zusammengefasst sowie hier für die Gemeinden entlang der Costa del Sol in Andalusien.

Weitere aktuelle Entwicklungen sowie der Stand der sich stetig ändernden Corona-Restriktionen und -Regeln finden Sie hier für die Region Valencia (Costa Blanca), hier für die Region Andalusien (Costa del Sol etc.) sowie hier für die Region Murcia (Costa Cálida, Mar Menor etc.)

Informationen zur Covid-Impfung für Ausländer in Spanien.

Wichtige Hinweise für Reisende zur Einreise nach Spanien und Deutschland.

Update, 2. Februar: Mit einem leichten Rückgang bei der Inzidenz der Coronavirusfälle und einem erstmaligen leichten Rückgang (genaue Zahlen in der Liste unter dem Text) der Zahl der Toten in diesem Jahr, startet Spanien in den Februar 2021. Doch die Meldung der Todeszahlen könnte am Dienstag schon wieder ansteigen, denn Montag verfügt das Gesundheitsministerium erfahrungsgemäß noch nicht über alle Daten vom Wochenende. Zudem bewegt sich das Land mit 865 neuen Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen 14 Tagen noch immer auf dem Scheitelpunkt einer verheerenden dritten Covid-Welle: Sieben Regionen weisen Inzidenzen von über 1.000 aus, in Andalusien nehmen die Fallzahlen immer noch zu und die Auslastung der Intensivstationen steigt weiter.

Die Daten sind noch keinesfalls geeignet, eine baldige Lockerung der Restriktionen zu erwarten, im Gegenteil, teilweise werden sie noch verfeinert, d.h. verschärft, wie die ausgedehnte Maskenpflicht in Valencia (Link in der untenstehenden Tabelle) sowie die Verlängerung von städtischen Quarantänen oder der Schließung von Gastronomie. Auch die Impfkampagne kommt kaum von der Stelle, da die Lieferungen von Pfizer stocken.

Der Januar mit seinen verschärften Restriktionen vernichtete in Spanien 250.000 Jobs, schickte 76.000 Menschen in die Arbeitslosigkeit, andere in die temporäre „Freistellung“ ERTE, in der im Moment 740.000 Jobs geparkt wurden, von denen viele jedoch nicht wiederzuerwecken sein werden. Insgesamt sind in Spanien Ende Januar 3,96 Millionen Menschen als arbeitslos regsitriert, 16,5 Prozent der so genannten „aktiven Bevölkerung“.

Coronavirus in Spanien und Europa: Daten vom 1. Februar 2021

Quelle: Ministerio de Sanidad.

Inzidenz je 100.000 Einwohner in Spanien binnen 14 Tagen per 1. Februar (Vergleichswerte vom 27. und 22. Januar: Andalusien 959 (919, 800), Balearen 556 (649, 689), Kanarische Inseln 186 (187, 189), Castilla y León 1.331 (1.397, 1.215), Madrid 978, (989, 904), Murcia 1.099 (1.347, 1.333), Valencia 1.352 (1.460, 1.245). Sieben Autonome Gemeinschaften in Spanien weisen eine 14-Tage-Inzidenz von über 1.000 auf. Valencia, Castilla y León und La Rioja bilden mit Inzidenzen von über 1.300 die Schlusslichter.

In ganz Spanien betrug die Inzidenz am 1. Februar 865 gegenüber 900 am 27. Januar. Der europäische Vergleich: Deutschland am 1. Februar 218 (27. Januar: 250), Schweiz 303 (338), Frankreich 427 (408), Niederlande 392 (432), Österreich 227 (242), Großbritannien 632 (789).

Der Anteil der positiven Tests an allen durchgeführten Tests betrug in Spanien per 28. Januar 14,4 Prozent, in der Woche davor 14,9 Prozent. Die Regionen Valencia 27,8 (30,3), Andalusien 19,2 (22) und Castilla La Mancha 25,7 (30) wiesen den höchsten Anteil positiver Covid-Tests aus.

Die Covid-Todesfälle beliefen sich binnen sieben Tagen per 1. Februar auf 1.534 (per 27.1. 1.685, per 22.1. 1.411), in der abgelaufen Woche starben allein in der Region Valencia 391 (Woche zuvor 434) Menschen wegen Covid, in Andalusien 229 (263), in Murcia 116 (118).

In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 1. Februar) 6.962 (Woche bis 27.1. 7.730) Menschen in Spanien wegen Covid neu in Krankenhäuser eingeliefert werden. Davon kamen 563 (zuvor 611) neu auf Intensivstationen. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 32.023 (davor 30.789, vor drei Wochen 19.236) Personen stationär in Spanien wegen Covid behandelt, das ist jeder vierte Patient, davon liegen 4.894 (4.415, 3.908) auf den UCIs.

Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 1. Februar 45,3 Prozent (am 27.1. waren es 41,9 Prozent, am 15.1. 37,6), am höchsten ist sie in La Rioja mit 71 Prozent, in Valencia mit 63 Prozent (ohne Veränderung zur Vorwoche) (58,7, 53,8). In sieben Autonomen Gemeinschaften liegt sie bei über 50 Prozent.

Stand der Covid-Impfungen in Spanien (1. Februar): 1,77 Millionen Impfdosen wurden ausgeliefert (1,73 Mio. Pfizer, 35.000 Moderna), unverändert zur Vorwoche, davon 1,66 Millionen verabreicht, 300.000 binnen der letzten Woche. 357.900 Personen Personen erhielten ihre zweite Dosis, 180.000 mehr als in der Woche zuvor.

Update, 29. Januar: Die dritte Coronavirus-Welle scheint langsam etwas an Schwung zu verlieren. Die 14-Tages-Inzidenz liegt am Donnerstagabend laut dem Gesundheitsministerium in ganz Spanien bei 889, minimal niedriger als in den Vortagen. Am stärksten breitet sich das Coronavirus in der Region Valencia aus, auch dort scheint die Inzidenz auf dem sehr hohen Niveau von 1.438 zu stagnieren. Murcia verzeichnet 1.338 Neuinfektionen binnen 14 Tagen umgerechnet auf 100.000 Einwohner und Andalusien bleibt mit 886 minimal unter dem Spanienschnitt.

In den vergangenen sieben Tagen mussten 7.979 Kranke mit Covid-19 in stationäre Behandlung eingewiesen werden. Der Druck auf die Krankenhäuser ist vor allem in Valencia mit 1.563 enorm hoch, auch in Andalusien verzeichnet mit 1.302 Neueinweisungen binnen einer Woche zu viele, ebenso wie Galicien mit 850, Kastilien Léon mit 844 und Murcia mit 627. Der Anteil von Covid-19-Patienten in den Stationen spanischer Krankenhäuser beträgt 24 Prozent, in den Intensivstationen fast 43 Prozent. Sehr ernst mutet die Situation in den valencianischen Intensivstationen mit einer Auslastung von fast 63 Prozent mit Covid-19-Patienten an.

Update, 28. Januar, 6.30 Uhr: Warum die Covid-Impfungen in Spanien so langsam vorankommen, es aber dennoch positive Signale im Kampf gegen das Coronavirus gibt: Rezept vom Pharao: Kampf gegen Covid in Spanien - Langsame Impfung, innovative Behandlung.

Coronavirus in Spanien und Europa: Daten vom 27. Januar 2021

  • Quelle: Ministerio de Sanidad.
  • Inzidenz je 100.000 Einwohner in Spanien binnen 14 Tagen per 27. Januar (Vergleichswerte vom 22. Januar): Andalusien 919 (800), Balearen 649 (689) (Anmerkung: Auf Ibiza lag die Inzidenz am gleichen Tag über 2.000), Kanarische Inseln 187 (189), Castilla y León 1.397 (1.215), Madrid 989 (904), Murcia 1.347 (1.333), Valencia 1.460 (1.245). Sechs Autonome Gemeinschaften in Spanien weisen eine 14-Tage-Inzidenz von über 1.000 auf.
  • In ganz Spanien betrug die Inzidenz am 27. Januar 900 gegenüber 829 am 19. und 723 am 13. Januar. Der europäische Vergleich: Deutschland am 27. Januar 250 (22. Januar 288), Schweiz 338 (397), Frankreich 408 (389), Niederlande 432 (497), Österreich 242 (264), Großbritannien 789 (982).
  • Der Anteil der positiven Tests an allen durchgeführten Tests betrug in Spanien per 24. Januar 14,9 Prozent, vier Punkte weniger als vor zwei Wochen. Die Regionen Valencia (30,3), Andalusien (22) und Castilla La Mancha (30) wiesen den höchsten Anteil positiver Covid-Tests aus.
  • Die Covid-Todesfälle beliefen sich binnen sieben Tagen per 27. Januar auf 1.685 (1.411 am 22. Januar), in der abgelaufen Woche starben allein in der Region Valencia 434 Menschen wegen Covid, in Andalusien 263, in Murcia 118.
  • In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 27.1.) 7.730 (7.174, 5.663 in den Vorwochen) Menschen in Spanien wegen Covid neu in Krankenhäuser eingeliefert werden. Davon kamen 611 (zuvor 538, 464) neu auf Intensivstationen. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 30.789 (vor zwei Wochen 19.236) Personen stationär behandelt, davon 4.415 (3.908, 3.416) auf den UCIs.
  • Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 27. Januar 41,9 Prozent (37,6 in der Vorwoche), am höchsten ist sie in Valencia mit 63 (58,7, 53,8). In Katalonien beträgt sie derzeit 47 (50) Prozent.
  • Die statistische Übersterblichkeit in Spanien wurde vom Nationalen Statistikinstitut (INE) für 2020 mit über 80.600 angegeben. Die vorläufigen Daten für 2021 weisen ein statistisches Mehr an Toten von 1.320 aus. Eine genaue Erklärung der Übersterblichkeit in Spanien 2020.
  • Stand der Covid-Impfungen in Spanien (27. Januar): 1,77 Millionen Impfdosen wurden ausgeliefert, davon 1,36 Millionen verabreicht, 173.000 Personen erhielten ihre zweite Dosis.

Update, 27. Januar: Spanien meldet am Dienstag, 26. Januar, eine 14-Tage-Inzidenz von 894 Coronavirus-Fällen pro 100.000 Einwohnern und 591 Covid-bedingte Todesfälle binnen 24. Stunden sowie 1630 Toten binnen sieben Tagen, allein 417 davon in der Region Valencia. Die Auslastung der Intensivstationen ist mit 41,2 Prozent so hoch wie noch nie seit April und in enigen Regionen wie Valencia mit über 60 Prozent im kritischen Bereich.

Die Inzidenz beträgt in Valencia (Region) über 1.400 Fälle pro 100.000 Einwohner, der Höchstwert in ganz Spanien, wo weitere fünf Regionen über 1.000 liegen (beide Kastilien, Extremadura, Murcia, La Rioja), Andalusien meldet 913 Fälle. Valencias Gesundheitsministerin Ana Barceló musste einräumen, dass sich „das Virus bei uns massenhaft und unkontrolliert ausbreitet“.

Die EU empfiehlt, alle Zonen mit einer Inzidenz von über 500 Fällen rigoros zu isolieren, immer mehr Experten sprechen sich für harte Lockdowns aus, die dafür nicht so lange dauern, wie der sich stetig wechselnde Misch-Masch an Restriktionen.

In der Tabelle weiter unten finden Sie weiterführende Links zur Lage in Ihrer Region und Gemeinde, Tipps zur Impfung und Regeln zum Reisen.

Erstmeldung, 24 Januar: Madrid - Wenn Gesundheitsminister Salvador Illa und der Chef des sanitären Krisenstabes Fernando Simón am Freitag vor den Kameras davon sprechen, dass Spanien mit über 44.000 Neuinfizierten mit dem Coronavirus am Donnerstag "womöglich den Höhepunkt" der Infektionszahlen der dritten Welle "erreicht hat oder bald erreicht", dann wissen die am Anschlag arbeitenden Mitarbeiter in den Krankenhäusern, dass das Schlimmste für sie erst noch kommt.

Die Zahlen der Auslastung mit Covid-Patienten in den Intensivstationen, die Improvisationen in den Krankenhäuser, um alle stationären Patienten aufnehmen zu können, sprechen einer unmissverständliche Sprache: Die dritte Coronavirus-Welle in Spanien ist schlimmer als die vorherigen und sie ist noch längst nicht vorbei, zwei bis drei Wochen wird es dauern, bis der Druck auf die Krankenhäuser nachlässt. Bis dahin wird Spanien weiter über 400 Covid-bedingte Todesfälle täglich melden müssen.

Coronavirus Spanien: Die aktuellen Zahlen und nützliche Links

  • Coronavirus in Spanien und Europa: Daten vom 22. Januar 2021, Quelle: Ministerio de Sanidad.
  • Inzidenz je 100.000 Einwohner in Spanien binnen 14 Tagen am 22. Januar (Vergleich zum 19. und 13. Januar): Andalusien 800 (645, 356), Balearen 689 (678, 613), Kanarische Inseln 189 (179, 155), Castilla y León 1.215 (971, 539), Madrid 904 (804, 628), Murcia 1.333(1.140, 713), Valencia 1.245 (984, 610). Sechs Autonome Gemeinschaften in Spanien weisen eine 14-Tage-Inzidenz von über 1.0000 auf.
  • In ganz Spanien betrug die Inzidenz am 22. Januar 829 gegenüber 714 am 19. Januar und 493 am 13. Januar. Der europäische Vergleich: In Deutschland betrug die 14-Tage Inzidenz am 22. Januar 288 (19. Januar 319), in der Schweiz 397 (499), Frankreich 389 (381), Niederlande 497 (529), Österreich 264 (300), Großbritannien 982 (1.080).
  • Der Anteil der positiven Tests betrug in Spanien per 19. Januar 16,5 Prozent (am 16.1. 17,2 Prozent, gegenüber 18,2 Prozent am 9. Januar und 14,1 am 3. Januar). Die Regionen Valencia und Castilla La Mancha weisen landesweit am 16. Januar mit 30 bzw. 28 Prozent mit Abstand den höchsten Anteil positiver Covid-Tests aus, wobei er in Valencia binnen 5 Tagen um 3 Punkte sank. In Murcia und Andalusien beträgt dieser Anteil 18,6 und 19,7 Prozent, vor wenigen Tagen lag er dort noch über 20 Prozent.
  • Die Covid-Todesfälle beliefen sich binnen sieben Tagen per 22. Januar auf 1.411 (per 19. Januar 952, am 13. Januar lag die Zahl der Toten pro Woche noch bei 735). In der abgelaufenen Woche meldete Valencia mit 382 (zuvor 215) die meisten Covid-Toten, gefolgt von Andalusien mit 188 (137).
  • In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 22.1.) 7.174 Menschen in Spanien wegen Covid neu in Krankenhäuser eingeliefert werden, in der Woche davor waren es 5.663. Davon kamen 538 (zuvor 464) neu auf Intensivstationen, sind also tendentiell in lebensbedrohlichem, kritischem Zustand. Insgesamt werden derzeit 27.400 (vor zwei Wochen 19.236) Personen stationär behandelt, davon 3.908 (3.416) auf den UCIs.
  • Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten in Spanien beträgt landesweit am 22. Januar 37,6 Prozent (19.1.: 33,7, am 13. Januar waren es 28 Prozent, am 20.12.12 Prozent), am höchsten ist sie in Valencia mit 58,7 Prozent (Vorwoche 53,8). In Katalonien beträgt sie derzeit 50 Prozent, in La Rioja 65, auf den Balearen 42 und in der Region Madrid mit 46 Prozent sind sie ebenfalls in einem kritischen Bereich.
  • Die statstische Übersterblichkeit in Spanien wurde vom Nationalen Statistikinstitut (INE) für 2020 mit über 80.600 angegeben. So viele Menschen sindd mehr gestorben als im langjährigen Mittel, der Großteil davon wegen Covid-19. Eine genaue Erklärung der Übersterblichkeit in Spanien 2020.

Coronavirus, dritte Welle in Spanien: Experten und Politiker in verschiedenen Welten

Tägliche Einlieferungen in spanische Krankenhäuser wegen Covid-19. Die Zeitung „El País“ erstellte diese Grafik mit Daten des Gesundheitsministeriums, bereinigt um Schwankungen der Meldungen an den Wochenenden.

Am stärksten tobt das Virus zurzeit in der Region Valencia, in Murcia, in La Rioja, den Kastilien, auf den Balearen und Andalusien. Miguel Hernán, Harvard-Professor für Epidemiologie resümiert "Die enormen Anstrengungen des Frühlings haben nichts gebracht, Spanien hat seine Lektion nicht gelernt. Das Land hat die höchste Inzidenz im gesamten Westeuropa, die höchste Belegung der Krankenhäuser und Intensivstationen und folgerichtig wahrscheinlich auch die höchste Übersterblichkeit. Fast alle Indikatoren zeigen nach oben, aber die ergriffenen Maßnahmen sind milder als in Ländern mit geringerer Inzidenz und höherer Impfquote."

Neben den Toten und der Wirtschaft, hat Spanien auch die Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu einem Opfer der Covid-Pandemie gemacht. Wieder sind die Ärzte und Pfleger in den Intensivstationen, aber auch im stationären Betrieb an ihren physischen und oft über ihren psychischen Grenzen. Zwar gibt es jetzt mehr Schutzmaterial als im Frühjahr, aber keinerlei personelle Entlastung bei einem stetig steigenden Personalausfall wegen Quarantänen, Erkrankungen, burn out.

Spanien habe "wenig gelernt": Plädoyer für harte, dafür kürzere Restriktionen

Dass die Todeszahlen nicht wieder über die 1.000 täglich erreichen, wie zeitweise in der ersten Welle liege an zwei Faktoren: Die Pandemie ist diesmal gleichermäßiger über das ganze Land verteilt und mittlerweile hätten die Ärzte mehr Erfahrungen über Verläufe und wirksame, lindernde Behandlungen gesammelt, die den Patienten nun zu Gute kommen. Außerdem sei die Aufmerksamkeit gegenüber Altersheimen und anderen Einrichtungen gestiegen - wenn auch längst nicht überall so, wie es sein sollte, beschreibt Fernando Rodríguez Artalejo, Professor für Öffentliche Gesundheit an der Autonomen Uni Madrid die Lage.

Die Experten empfehlen das Gegenteil, von dem, was die Politik in Spanien als Gegenmaßnahmen beschließt: Knallharte, dafür viel kürzere Restriktionen. Die Virologen verweisen dabei auf positive Beispiele aus Asien oder Australien und den Umstand, dass das allgemeine Herunterfahren der Zahlen auch die Chance ergäbe, die Ausbreitung des Virus wieder gezielt verfolgen zu können, denn derzeit "laufe man ihm nur planlos hinterher", so Pere Godoy von der Sociedad Española de Epidemiología gegenüber "El País". Das sei vor allem auch wegen der infektiöseren und mutmaßlich tödlicheren Virusvarianten aus Großbritannien und Brasilien geboten. Derzeit wisse man bei 40 Prozent der positiven Fälle nicht, wo sie sich angesteckt haben.

Regionen auf Autopilot: Restriktionen schaden Wirtschaft mehr als dem Virus?

Die Forderung von einem halben Dutzend Regionalpräsidenten an die Zentralregierung, die häusliche Quarantäne wieder zu ermöglichen, wurde aus ökonomischen und gesellschaftlichen Überlegungen verworfen. Hingegen dreht jede Region an den Stellschrauben, die ihnen zur Verfügung stehen: Orte unter Quarantäne stellen, die Region insgesamt abschotten, die Gastronomie schließen, Tourismus verhindern, den Handel einschränken und das gesellschaftliche Leben lahmlegen, die nächtliche Ausgangssperre bis zum Ende der Geduld der Richter - des Volkes sowieso - ausdehnen, - und dann hoffen.

Hinsichtlich der Exit-Strategie aus dem Notstand gibt es in Spanien sehr unterschiedliche Signale. Ostern, traditionell in Spanien der Auftakt zur Urlaubs- und Tourismussaison ist abgeschrieben, zum zweiten Male. Ob man bereits zum Sommerbeginn die notwendige 70-Prozent-Durchimpung erreicht haben wird, um sich "sicher" fühlen zu können, wird immer häufiger angezweifelt. Um eine europaweite Norm in Form eines Impfpasses als Reisedokument wird gerungen, seine Durchsetzung scheint aber juristisch fraglich. Man würde Personengruppen von Reisen ausschließen, die bis zum Sommer noch gar keine Chance hatten, geimpft zu werden.

Sommer wackelt: Spaniens Exit-Plan hängt an der Nadel

Per 22. Januar haben erst 68.456 Menschen in Spanien beide Dosen eines Covid-Impfstoffes erhalten (zur Erinnerung, die nominale Immunität wird 7-14 Tage nach Verabreichung der zweiten Dosis erreicht), 1,1 Millionen Erstdosen sind gegeben worden. Neben Biontech-Pfizer (1,3 Millionen Dosen geliefert), das massive Lieferschwierigkeiten hat, tröpfelt das Moderna-Präparat (35.700 Dosen geliefert) erst langsam ins Land, auf die Freigabe der Vakzine von AstraZeneca, Janssen und Sanofi wartet man noch.

Während die spanische Politik wortreich das Motto "Augen zu und durch" vorlebt, demonstrieren in Madrid Relativierer und Leugner ohne Maske, lassen sich Politiker vor der Reihe impfen und verzweifeln immer mehr Kellner, Gastronomen und Selbständige in ihren Existenzkrisen und gehen daher wieder vermehrt auf die Straße.

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