Ein Kind geht mit seinen Eltern an einem Strand in Huelva spazieren.
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Ab sofort dürfen beide Elternteile mit den Kindern raus.

Mehr soziales Leben möglich

Coronavirus: Mehr Freiheiten für Spaziergänger und Familien in Spanien

  • vonJudith Finsterbusch
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Seit Montag, 25. Mai, gelten in ganz Spanien weitere Lockerungen für Spaziergänger und Familien. Und zwar unabhängig von den Phasen des Coronavirus-Deeskalationsplans.

  • Coronavirus-Maßnahmen: Lockerungen für Spaziergänger und Familien.
  • In Phase 2 der Coronavirus-Deeskalation öffnen die Strände.
  • Coronavirus-Notstand könnte in einigen Regionen früher enden.

Madrid - Ganz Spanien hat am Montag, 25. Mai, aufgeatmet: Keine einzige Region ist mehr in der Phase 0 des Deeskalationsplans zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie. Etwa die Hälfte des Landes schafft den Sprung in die Phase 2, besonders betroffene Regionen wie Madrid, Barcelona oder die Provinzhauptstädte von Castilla y León kommen endlich in Phase 1. Unabhängig von den Phasen hat die Regierung für alle Spanier seit Montag, 25. Mai, weitere Lockerungen beschlossen.

Coronavirus-Maßnahmen: Spaziergänge ab sofort in Gruppen

Dazu zählen die Bestimmungen für Spaziergänge und Familien. Spaziergänge sind ab sofort in ganz Spanien in Gruppen möglich. Wie groß diese Gruppen sein dürfen, hängt von der jeweiligen Phase ab. Wer in einer Region mit Phase 1 wohnt, darf mit bis zu zehn Menschen spazieren gehen. In Phase zwei sind Gruppen von bis zu 15 Personen erlaubt. Wegen der Ansteckungsgefahr mit Covid-19 müssen die Spaziergänger den Mindestabstand von zwei Metern einhalten. Ist das nicht möglich, müssen sich alle Beteiligten an die seit 21. Mai geltende Maskenpflicht halten. Die Region Valencia und somit die gesamte Costa Blanca ist derzeit auf eigenen Wunsch noch in Phase 1. Murcia schafft den Sprung in Phase 2, während in Andalusien alle Provinzen in die zweite Phase starten bis auf die Provinzen Málaga und Granada, die noch in Phase 1 bleiben.

Auch für Familien gibt es Lockerungen, unabhängig von der Phase der jeweiligen Region: Ebenfalls ab Montag, 25. Mai, dürfen Kinder wieder mit beiden Elternteilen ins Freie. Bisher durfte nur ein Erziehungsberechtigter mit maximal drei Kindern bis einschließlich 13 Jahre das Haus verlassen. Jetzt darf wieder die ganze Familie zeitgleich raus. Für Kinder gelten seit Verhängung des Notstandsdekrets am 14. März besonders strenge Regeln: Für sie ist die Coronavirus-Gefahr zwar nicht sehr hoch, da sie eine Infektion mit Sars-CoV-2 meist symptomfrei oder mit einem leichten Krankheitsverlauf überstehen. Trotzdem können sie andere Menschen anstecken, ohne dass die Familie überhaupt weiß, dass sich die Kleinen infiziert hatten.

Coronavirus-Deeskalation: In Phase 2 winken neue Freiheiten

Die Regionen, die den Sprung in Phase 2 geschafft haben, dürfen sich über weitere Freiheiten freuen. Dazu zählen:

  • Öffnung der Strände
  • Öffnung von Einkaufszentren
  • Abschaffung der Zeitfenster für Spaziergänge und Sport
  • Treffen mit bis zu 15 Personen

Die Strände dürfen in Phase 2 wieder öffnen, eine gute Nachricht nicht zuletzt für die Touristen aus dem Ausland, die ab 1. Juli wieder nach Spanien kommen dürfen, allerdings unter strengen Auflagen. So muss der Sicherheitsabstand von zwei Metern gewährleistet sein, Massenaufläufe sind wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus unbedingt zu vermeiden. Wie das zu regeln ist, überlässt die spanische Regierung den einzelnen Rathäusern. Möglich ist zum Beispiel, den Zugang auf eine bestimmte Anzahl von Personen zu beschränken. Auch die Einführung von Zeitlimits wäre möglich. Nur eins muss gewährleistet sein: Die Nutzung aller spanischen Strände ist in jedem Fall kostenlos.

Um auszurechnen, wie viele Badegäste sich an einem Strand aufhalten dürfen, gewährt das Gesundheitsministerium jedem Strandbesucher vier Quadratmeter Platz. Zwischen zwei Handtüchern oder Liegen müssen zwei Meter Abstand sein, außer es handelt sich um eine zusammengehörende Gruppe beziehungsweise Mitglieder einer Familie.

Weitere Coronavirus-Lockerungen für Geschäfte und Treffen

Weitere Lockerungen gibt es bei den Geschäften. Ab Phase 2 dürfen auch Einkaufszentren und große Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern Ladenfläche wieder öffnen. Davon ausgenommen sind allerdings noch Gemeinschafts- und Freizeitbereiche. Ebenfalls gibt es Neuerungen für Spaziergänge und Sport im Freien, die wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auf Zeitfenster beschränkt waren. Diese sind in Phase 2 mit Ausnahme der Zeitspannen für Senioren und Risikopatienten abgeschafft. Von 10 bis 12 und von 19 bis 20 Uhr dürfen also ausschließlich über 70-Jährige und Risikogruppen an die frische Luft, den Rest des Tages alle anderen. Schon seit 18. Mai sind diese Zeitfenster unabhängig der Phase in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern und einer geringen Bevölkerungsdichte abgeschafft.

Auch Treffen mit Freunden und Familie werden vereinfacht: Ab Phase 2 des Coronavirus-Deeskalationsplans ist wieder ein gemeinsames Paella-Essen mit bis zu 15 Personen möglich, sei es zu Hause oder in einer Bar. Restaurants und Bars dürfen nicht mehr nur auf der Terrasse, sondern auch im Innenraum bedienen und Hotels und andere Ferienkünfte unter Auflagen ihre Gemeinschaftsbereiche öffnen.

Treffen mit Freunden und Familien werden ab Phase 2 lockerer.

Coronavirus-Nostandsdekret könnte früher enden

Seit der Ankündigung, ab 1. Juli wieder internationalen Tourismus zu genehmigen, geht es in Spanien Schlag auf Schlag mit der Verkündung neuer Maßnahmen. So stellte Ministerpräsident Pedro Sánchez in Aussicht, dass einzelne Regionen mit geringen Covid-19-Fallzahlen das Notstandsdekret eher verlassen können als andere. Bislang ist der Estado de Alarma nach einer erneuten Verlängerung noch bis 7. Juni gültig. „Einige Länder könnten das Notstandsdekret in wenigen Tagen hinter sich gelassen haben", sagte Sánchez dazu. Dann könnten die Bewohner auch von einer Comunidad Autónoma in die andere reisen, sofern für beide nicht mehr der Coronavirus-Notstand gilt.

Gesundheitsminister Salvador Illa erklärte unterdessen am Sonntag, dass auch die 14-Tage-Regelung zwischen einer Phase und der nächsten aufgehoben werden könnte. Bisher sieht der Deeskalationsplan vor, dass eine Provinz mindestens zwei Wochen erfolgreich eine Phase überstanden haben muss, um in die nächste zu kommen.

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