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Corona in Spanien: Sechste Welle ebbt ab, Inzidenzen sinken

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Von: Stephan Kippes

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Junger Mann mit Atemschutzmaske lehnt an Hauswand.
Die Maskenpflicht im Freien bleibt in Spanien bestehen. © Clara Margais/dpa

Die sechste Welle zieht ab. Die 14-Tages-Inzidenz steuert auf die 2.500 zu und gibt täglich um 150 nach. Nun steht auch die Maskenppflicht in Spanien wieder zur Debatte.

Update, 6. Februar: Ende der Maskenpflicht im Freien in Spanien kommt.

Alicante – Spanien ist zum sechsten Mal über den Berg. Gesundheitsministerin Carolina Darias machte den Scheitelpunkt der sechsten Welle am Freitag nach fünf Tagen sinkender Infektionen mit dem Coronavirus bei einer 14-Tages-Inzidenz von 3.139 aus. Übers Wochenende hielt die Tendenz an, machte sich in allen und besonders in den jüngsten Altersgruppen bemerkbar. So sackte der Wert am Montag auf 2.880 und am Mittwoch auf 2.564 ab. Es kamen auch 224 Tote und 86.222 Neuinfektionen bei einem Anteil positiver Tests von 35,4 Prozent hinzu – das sind nicht wenig.

Derweil verfügen 80,8 Prozent der Bevölkerung über den kompletten Impfschutz und auch die Booster-Impfung schreitet voran. 21,9 Millionen Spanier haben bereits den Impfschutz aufgefrischt. Derzeit wird die dritte Dosis bereits in den Altersgruppen unter 40 Jahren verabreicht, in Andalusien ab Freitag bereits ab 18 Jahren.

Coronavirus Spanien: Booster-Impfung bei EU-Impfzertifikat und beim Reisen wichtig

Die Booster-Impfung gewinnt im Reiseverkehr an Bedeutung. Ohne Booster verlieren ab 1. Februar die EU-Impfzertifikate neun Monate nach der Grundimmunisierung ihre Gültigkeit. Gemäß den Leitlinien des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) soll die Auffrischungsimpfung spätestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie erfolgen. Danach soll es einen dreimonatigen Puffer geben, um sich die Auffrischung zu besorgen.

Weiterhin auf hohem Niveau breitet sich das Coronavirus im Mittelmeerraum aus. Katalonien schießt mit einer Inzidenz von 4.398 den Vogel in Spanien ab, auch Valencia und Murcia verzeichnen mit 3.720 und 3.729 keine schmeichelhaften Inzidenzwerte. Vor Andalusien scheint die sechste Welle weiterhin abzubremsen. Mit einer Inzidenz von 886 lässt sich die Lage kaum mit einer anderen Region vergleichen, obwohl auch Madrid mit 1.399 bei weitem nicht so stark gebeutelt wird wie in den fünf vorhergehenden „olas“.

Überall in Spanien sprengen die Neuinfektionen dieser Welle den Rahmen, ohne aber dass Omikron zu einer ernsten Bedrohung für das Gesundheitswesen werden konnte. Omikron lehrte die Experten das Fürchten wegen seiner hohen Mutationsfähigkeit. Bei einer Familie in Granada hat man am Dienstag erstmals den Omikron-Subtyp BA.2 festgestellt, der sich in Indien, Großbritannien und in Dänemark stark ausbreitet.

Coronavirus in Spanien: Sechste Welle könnte langsamer abziehen als die vorherigen

Einige Epidemiologen wie Daniel López Acuña rechnen damit, dass die sechste Welle sich langsamer zurückzieht und Normalwerte von 25 bis 50 womöglich erst in zwei bis drei Monaten erreicht werden können. Was nach dem Sommer kommt, gehört ins Reich der Spekulation.

Gute Nachrichten gibt es wohl aus der Forschung. Die spanische Agentur für Medikamente hat die dritte und letzte Testphase für die Covid-19-Impfung Hipra genehmigt. In der entscheidenden Probephase wird die Effizienz des Impfstoffs an 3.000 Personen getestet.

Frau mit Atemschutzmaske geht an geschlossenem Geschäft vorbei.
Die Coronavirus-Krise in Spanien führt zu einer hohen Zahl von Krankmeldungen. Das wirkt sich auf die Wirtschaft aus. © Clara Margais/dpa

In den Krankenhäusern hat sich bisher wenig geändert. Fast 17.441 Covid-19-Patienten benötigen eine stationäre Behandlung, womit die Pandemie 14 Prozent der Krankenbetten in Beschlag nimmt und 21,3 Prozent der Intensivstationen (UCI), die zur Verfügung stehen. Am Anschlag arbeiten UCIs im Mittelmeerraum noch in Katalonien bei einer Auslastung von 39 Prozent und auf den Balearen mit 27,8 Prozent, Valencia liegt unter 25 Prozent, Murcia unter 20 und Andalusien sogar unter 15 Prozent. Es wurden am Mittwoch 2.397 Patienten entlassen und 1.830 eingewiesen.

Mit dem Rückzug der sechsten Welle bauen einige Regionen auch Einschränkungen ab, andere nicht. Katalonien macht Schluss mit dem Covid-Pass und lässt ab 11. Februar das Nachtleben wieder voll anlaufen. Dort gibt es keine Einschränkungen mehr, auch keine 3-G-Regel. Derweil halten Andalusien, Murcia und Valencia am Covid-Pass fest. Am Mittwoch brachten die Regionen die Maskenpflicht im Freien auf den Tisch, deren Wirksamkeit selbst Fachleute bezweifeln. Kastilien-León, Kastilien-La Mancha und Madrid wollen sie abschaffen, aber Kantabriens Ministerpräsident Miguel Ángel Revilla will seinen Bürgern weiterhin die mascarilla verordnen. „Wenn wir die Maske nicht mehr tragen, erweckt das den Eindruck, wir hätten das Coronavirus unter Kontrolle.“

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