Eine Ärztin mit einem Megafon und Atemschutzmaske protestiert für bessere Arbeitsbedinungen in Katalonien.
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Die Coronavirus-Infektionszahlen steigen in Spanien und die Belastung der Krankenhäuser wächst. Ärzte in Katalonien protestieren bereits.

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Coronavirus in Spanien: Navarra macht dicht, Valencia hält noch stand - Updates

  • vonStephan Kippes
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Die Region Navarra steht wegen hoher Coronavirus-Infektionen unter Quarantäne. Während im Norden eine Stadt nach der anderen isoliert wird, hält Valencia der zweiten Welle noch stand.

  • Navarra macht wegen des Coronavirus als erste Region Spaniens seit Ende des Notstands komplett dicht.
  • Mehrere Städte im Norden riegeln sich von der Außenwelt ab: Salamanca, Burgos, León, Madrid.
  • Die Costa Blanca und ganz Valencia halten mit niedrigen Infektionszahlen der zweiten Welle stand.

Madrid - Regionalpräsidentin Maria Chivite macht die Region Navarra für zwei Wochen wegen der hohen Coronavirus-Infektionszahlen dicht. Ab Donnerstag, 22. Oktober, darf niemand mehr ohne einen triftigen Grund in die Region in Nordspanien kommen oder diese verlassen. Es ist die erste Region in Spanien nach dem Ende des Notstands und dem Deeskalations-Plan, die aufgrund stark ansteigender Coronavirus-Infektionen in den vergangenen beiden Wochen isoliert wird. Die in Spanien am schlimmsten von der Pandemie betroffene Region am Fuße der Pyrenäen mit einer Inzidenz von 501,06 Covid-19-Fällen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche (Stand 19. Oktober) kündigt auch die Schließung von Bars und Restaurants an, alle sportlichen und kulturellen Veranstaltungen müssen um 21 Uhr zu Ende und die öffentlichen Verkehrsmittel dürfen nur zur Hälfte ausgelastet sein. Auch die Menschen aus Navarra werden angehalten, ihre sozialen Kontakte einzuschränken. „Die bisherigen Einschränkungen wirken zu langsam und unzureichend. Wir müssen schneller Fortschritte erzielen. Mit den neuen Einschränkungen greifen wir voraus, aber wir brauchen eine brüske Verbesserung, um die Aufnahmefähigkeit unseres Gesundheitswesens zu erhalten“, sagte Chivite.

Coronavirus Spanien: Städte im Norden Spaniens werden abgeriegelt.

Nicht nur Navarra, auch mehrere Städte im Norden Spaniens sind oder werden abgesperrt. Nach Salamanca, León und Palencia macht Kastilien León nun auch Burgos und Aranda de Duero wegen der hohen Corona-Infektionszahlen dicht. Im Gegensatz zu Navarra hat die Regionalregierung von Kastilien León das komplette Land noch nicht abgeriegelt, aber fast alle bedeutenden Städte. Jeder vierte Bürger steht dort unter Quarantäne. Die Inzidenz lag in der Region am Montag, 19. Oktober, bei 238,21.

Die Regierung in Aragón hat die Region in die Phase Zwei des Deeskalationsplans zurückgeschickt, in der sich bereits Zaragoza, Teruel und Huesca befanden. Dort tritt ein Zapfenstreich um 23 Uhr in Kraft, Theater, Kinos und andere Veranstaltungsorte dürfen sich nur bis zur Hälfte ihres Fassungsvermögens füllen. Die Inzidenz von 100.000 binnen einer Woche getesteten Einwohnern hat 275,38 Coronavirus-Fälle erreicht und liegt doppelt so hoch wie etwa in Andalusien. Je kälter das Klima in Aragón wird, desto mehr nimmt vor allem die Metropole Zaragoza Kurs auf eine Abriegelung. „Die Situation ist sehr kompliziert und wenn wir es diese Woche nicht schaffen, die Ansteckungskurve umzubiegen, müssen wir zu drastischeren Maßnahmen greifen“, sagte die dortige Gesundheitsministerin Sira Repollés.

Coronavirus Spanien: Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich zu

Das Coronavirus breitet sich in über der Hälfte aller Provinzen in Spanien weiter aus, wie der Leiter des Krisenzentrums, Fernando Simón, mitteilte. Die Infektionen in der Bevölkerungsgruppe über 65 Jahren steige in 75 Prozent des Landes, was sich in der Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern und deren Intensivstationen ebenso niederschlage wie in der Zahl der Todesfälle mit Covid-19, die sich auf 449 Personen binnen einer Woche belaufe.

Während die Lage sich im Norden und in Zentralspanien zuspitzt, hält sich in Valencia die Inzidenz von 100.000 binnen einer Woche getesteten Einwohnern knapp unter 50, am Montag liegt der Coronavirus-Stand an der Costa Blanca bei 49,44. Nur die Kanaren können derzeit mit 35,11 niedrigere Werte präsentieren. Andalusien weist eine Covid-Inzidenz von 123,61 auf, Murcia liegt bei 157,64 - beides Werte, die in der Gegend des viel zu hohen Schnitts in Spanien von derzeit 152,58 liegen. Stabile Werte unter 100 können aber nur noch Mallorca und die restlichen Balearen-Inseln mit 63,68, Galicien mit 87,87 und auch noch Kantabrien mit 96,77 vorweisen, das aber auch inzwischen die Bürger ersucht hat, freiwillig zu Hause zu bleiben. Die Region und die Hauptstadt Madrid, die unter der Notstands-Regelung stehen,  haben es geschafft, die Infizierungen unter 200 auf 192,77 zu senken.

Binnen einer Woche mussten 3.175 Personen in stationäre Behandlung eingewiesen werden, die Intensivstationen der Krankenhäuser mussten 229 Covid-19-Patienten neu aufnehmen. Hohe Zahlen verweisen diese Woche die Krankenhäuser in Andalusien mit 531 Patienten in stationärer Behandlung, Kastilien León mit 496 und Madrid mit 467 auf. Insgesamt müssen spanische Krankenhäuser 12.945 Coronavirus-Patienten behandeln und sind mit ihnen zu 10,36 ausgelastet. In den Intensivstationen (UCI) liegt die Zahl bei 1.857 und die Auslastung mit Sars-CoV-2-Infizierten bei 21,04 Prozent. Hohe Auslastungen verzeichnen die UCIs in Aragón (38,34 Prozent), Kastilien León (36,36 Prozent), Ceuta (41,18 Prozent), Madrid (38,85), Melilla (41,67 Prozent) und La Rioja (38,33 Prozent).  

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