Sperrstunde und Kontaktverbot

Coronavirus Spanien aktuell: Notstand und Ausgangssperre - welche Regeln gelten

  • vonJudith Finsterbusch
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Der neue Corona-Notstand in Spanien bringt auch neue Regeln mit sich. Dazu zählen die Sperrstunde und das Kontaktverbot.

Madrid - Am 25. Oktober hat die Zentralregierung erneut den Notstand für ganz Spanien ausgerufen. Damit hat die Regierung Pedro Sánchez wieder ein Instrument in der Hand, um landesweit einheitliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie festzulegen. Der Notstand ermöglicht der Regierung auch, in die Gesundheitspolitik, die eigentlich Ländersache ist, einzugreifen, oder Grundrechte wie die Bewegungs- oder Versammlungsfreiheit einzuschränken. Mit der Verabschiedung des Notstands sind neue Corona-Regeln in Kraft getreten, die jetzt in ganz Spanien - mit Ausnahme der Kanaren - gelten.

Coronavirus-Regeln in Spanien: Mit dem Notstand kommt die Sperrstunde

Eine der wichtigsten Regeln im neuen Corona-Notstand ist die Sperrstunde. Die Zentralregierung hat einen Zeitrahmen von 23 bis 6 Uhr festgelegt, allerdings lässt sie den einzelnen Ländern eine Stunde Spielraum nach vorne und nach hinten sowohl beim Beginn als auch beim Ende der Sperrstunde. An der Costa Blanca und in der gesamten Region Valencia etwa gilt die Sperrstunde von 24 bis 6 Uhr, am 27. Oktober entscheidet Andalusien auf Drängen der Gastronomen, die Sperrstunde ebenfalls auf 24 Uhr zu verlegen. In der Region Murcia gilt die Sperrstunde wie in den meisten Regionen Spaniens von 23 bis 6 Uhr.

In dieser Zeit darf sich während des neuen Notstands in Spanien niemand draußen aufhalten oder fortbewegen. Ausnahmen von der neuen Corona-Regel gelten lediglich für die Fahrt zur Arbeit oder den Rückweg nach Hause, für Fahrten ins Krankenhaus, die Pflege von Angehörigen oder ähnliche Ausnahmesituation.

Regeln im Corona-Notstand: Kontaktverbot in Spanien

Eine weitere neue Regel, die der erneute Corona-Notstand mit sich bringt, ist das Kontaktverbot. In ganz Spanien dürfen sich jetzt nur noch maximal sechs Personen treffen, wenn nicht alle im selben Haushalt leben. Diese Einschränkung gilt sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum. Auch in Restaurants und Bars dürfen ab sofort beispielsweise nur noch maximal sechs Personen an einem Tisch sitzen.

Eine der wichtigsten Regeln des neuen Corona-Notstands in Spanien: Nachts gilt eine Sperrstunde.

Zu den neuen Regeln des Notstands - der anders als der erste Coronavirus-Notstand im Frühling (noch) mit wesentlich weniger Auflagen verbunden ist - gehört auch die Einschränkung der Mobilität. Spaniens Regierung überlässt es aber auch hier den einzelnen Regionen, zu entscheiden, ob sie die Ein- und Ausreise in ihr Gebiet einschränken beziehungsweise verbieten. Abgeriegelt sind derzeit die Regionen Navarra, La Rioja, Aragón, das Baskenland und Asturien sowie 331 Städte und Gemeinden.

Spanien im Notstand: Diese Regeln galten schon vorher

Darüber hinaus gelten in Spanien weiterhin Corona-Auflagen, auf die sich die Landesregierungen bereits im August - also weit vor dem Notstand - mit der Zentralregierung geeinigt hatten. Die meisten Regionen halten diese Regeln weiterhin aufrecht. Dazu zählen unter anderem ein Rauchverbot auch im Freien immer dann, wenn nicht zwei Meter Mindestabstand eingehalten werden können. Auch die weitgreifende Maskenpflicht gilt in Spanien weiterhin bis auf wenige Ausnahmen sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen. Weitere Einschränkungen können in den einzelnen Regionen unterschiedlich ausfallen, bisweilen gibt es sogar Unterschiede von Stadt zu Stadt.

Rubriklistenbild: © Juan Manuel Serrano Arce/dpa

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