Ministerpräsident Pedro Sánchez öffnet am 21. Juni die Grenzen

Spanien macht Grenzen auf: Urlauber können ab 21. Juni einreisen

  • vonStephan Kippes
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Spanien lockert weiterhin die Coronavirus-Auflagen und öffnet die Grenzen für EU-Länder. Ab 21. Juni können auch Touristen und Ferienhausbesitzer nach Spanien einreisen. 

  • Ministerpräsident Pedro Sánchez gibt Grenzöffnung für Länder des Schengen-Raums zum 21. Juni bekannt.
  • Deutschsprachige können ab 21. Juni wieder auf das spanische Festland ein- und ausreisen.
  • Nur die Grenzen nach Portugal blieben auf Wunsch des Nachbarlands bis 1. Juli geschlossen.

Madrid - Deutschsprachige können ab 21. Juni wieder nach Spanien reisen. Ministerpräsident Pedro Sánchez macht die Grenzen doch bereits am Sonntag, 21. Juni, auf. Diese Nachricht - von der Coronavirus-gebeutelten Tourismusindustrie mehr als herbeigesehnt - gab der spanische Regierungspräsident am Sonntag bei seiner 14. Telekonferenz zur Sars-CoV-2-Pandemie mit den Landesfürsten der Autonomen Regionen bekannt.

Vom Coronavirus in die neue Normalität: Sánchez beendet Notstand und öffnet Grenzen am 21. Juni

Am 21. Juni fällt somit im ganzen Land der Notstand und es öffnen sich die Grenzen - allerdings nur für europäische Länder im Schengen-Raum, nicht für außereuropäische Länder. Mit Beginn der „neuen Normalität“ stellt Spanien nahezu gänzlich die Bewegungsfreiheit und die Reisefreiheit in der EU wieder her. Quarantänemaßnahmen hat Sánchez nichts ins Spiel gebracht.

Ungeklärt bleiben noch die Grenzfragen vor allem mit Marokko, Gibraltar und mit Portugal. Die Grenze zum Nachbarland bleibt nach jetzigem Stand auf Wunsch der portugiesischen Regierung unter António Costa bis 1. Juli geschlossen, der Termin, zu dem ursprünglich auch die spanische Regierung die Grenzen hatte öffnen wollen.

Abrücken vom 1. Juli: Spanien startet am 15. Juni Pilotprojekt mit Balearen

Die spanische Regierung ist in den vergangenen Tagen immer mehr von der Grenzöffnung am 1. Juli abgerückt. So beginnt bereits ab Montag, 15. Juli, ein Pilotprojekt mit den Balearen und dem deutschen Tourismus. Fast 11.000 Urlauber aus Deutschland dürfen einreisen und ermöglichen den Behörden, die Sicherheits- und Hygienevorschriften im Zeichen der Coronavirus-Krise zu prüfen. So wird den Reisenden am Flughafen etwa die Temperatur gemessen.

Ferner hat die spanische Regierung auch das Anliegen der Region Galicien erhört, wo bereits ab Montag, 15. Juni, nicht mehr das Notstands-Dekret gilt. Die Region tritt somit schon eine Woche früher in die neue Normalität ein als der Großteils Spaniens. Derweil starten etwa Valencia und die Costa Blanca am Montag, 15. Juni, erst in die Phase 3, Madrid bleibt sogar vorerst noch in der Phase 2.

Coronavirus in Spanien: Baskenland erlaubt einen Rückfall im Krankenhaus Basurto

Das Gesundheitsministerium kann gute Fallzahlen vorweisen, die diese Grenzöffnung zum 21. Juni untermauern. So vermeldete Madrid am gestrigen Samstag zwar 243.605 Coronavirus-Infizierte und 27.136 Covid-19-Opfer, aber in den vorausgegangenen 24 Stunden erlag niemand, der mit PCR-Test erfasst wurde, der Krankheit. In der vergangenen Woche blieb die Zahl der Todesopfer unter 40. Sorgen macht die Entwicklung der Pandemie im Baskenland und insbesondere im Krankenhaus Basurto, wo die Zahl der Infizierten auf die 40 zugeht. Derweil haben am Samstag die Bilder von Stränden in Barcelona deutlich gemacht, dass die Bevölkerung noch nicht so ganz für die neue Normalität sensibilisiert ist. Die Stadtregierung musste vier der zehn Stadtstrände schließen - wegen Überfüllung. Ein solches Bild bietet sich aber keineswegs überall an spanischen Stränden.

Die Strände in Barcelona waren am Samstag gut besucht - zu gut für Coronazeiten befand die Stadt und schloss vier.

Mit der Öffnung der Grenzen zum 21. Juni hinkt Spanien dem Trend in Europa ohnehin eine Woche hinterher. Die meisten europäischen Staaten haben im Einklang mit dem Ende der deutschen Reisewarnung am 15. Juni ihre Grenzen geöffnet. Von den 31 europäischen Ländern dürfen deutsche Urlauber ab Montag, 15. Juni, nur noch nicht nach Spanien, Schweden und Norwegen reisen. Flughäfen, Airlines und Reiseveranstalter haben sich mit Hygiene- und Sicherheitskonzepten auf den Neustart vorbereitet. Mit einer riesengroßen Reisewelle rechnet allerdings niemand, auch weil die meisten Flugreisen großer Veranstalter erst im Laufe der Woche oder Anfang Juli beginnen. Ein kleiner Trost für Spaniens Tourismusindustrie ebenso wie die noch immer bestehende Reisewarnung von Deutschlands Außenminister Heiko Maas für das sehr beliebte Urlaubsland Türkei. Besteht also noch Hoffnung, dass einige deutschen Touristen in diesem Sommer Tapas und Paella essen.

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