Polizisten kontrollieren in Madrid die Ausgangsbeschränkungen für die Bürger. Foto: EFE

Coronavirus in Spanien: "Zwei Wochen werden nicht reichen"

Minister deutet längere Quarantäne für Spanien an Madrid - mar. Das spanische Gesundheitsministeriu...

Minister deutet längere Quarantäne für Spanien an Madrid - mar. Das spanische Gesundheitsministerium zählt mit Stand Montagmorgen: 296 Tote und über 8.000 Infizierte durch das Coronavirus, davon lägen knapp 400 auf Intensivstationen. Dem gegenüber stehen bisher 517 Gesundschreibungen. In Italien, das bereits vor Wochen Quarantäne-Maßnahmen verhängte, die in Spanien erst seit dem Wochenende in Kraft getreten sind, zählt man zum gleichen Zeitpunkt 24.600 Infizierte, 1.809 Tote und 2.335 Geheilte. "Über 30.000 Tests" seien im Land durchgeführt worden, so Gesundheitsminister Salvador Illa. Die Region Valencia listet Montagmorgen 409 Infizierte und fünf Tote auf, Murcia 78 Infizierte, Andalusien 437 Infizierte und sechst Tote. Transportminister José Luis Ábalos, der zum Krisenkabinett gehört, erklärte am Montagmorgen im Nationalen Radio (RNE), dass sich die Menschen in Spanien auf mehr als zwei Wochen Alarmzustand einrichten müssten. "Die zwei Wochen reichen nicht aus, um Spanien die Fähigkeit zu geben, die Schlacht zu gewinnen". Am Sonntagabend traten Ábalos und seine Kollegen für Inneres, Gesundheit und Verteidigung vor die Kameras, um die am Vortag von Regierungschef Perdo Sánchez verkündeten Maßnahmen im Rahmen des Alarmzustandes zu konkretisieren. Dabei wurde unter anderm Folgendes kundgetan: - Unternehmen, auch private Gesundheitseinrichtungen haben Schutzausrüstung und Hygienematerial an das öffentliche Gesundheitswesen auf Anforderung abzugeben und müssen ab sofort über ihre Bestände Auskunft erteilen. - Private Gesundheitseinrichtungen werden dem öffentlichen Gesundheitswesen unterstellt, die Autonomen Regionen könnten ihre Kapazitäten durch diese bei Bedarf verstärken - Pensionierte Ärzte und medizinisches Personal, das noch in der Ausbildung ist (also noch ohne Facharzttitel) oder dessen Anerkennung noch im Laufen ist (Einwanderer) würden in "spezifischen Bedarfsfällen" herangezogen werden. - Der Fernverkehr von Renfe (Ave, Euromed) wird um 85 Prozent reduziert, die Zahl der Plätze auf ein Drittel reduziert. Der Nahverkehr wird dem Bedarf angepasst, wobei ein Sicherheitsabstand zwischen den Fahrgästen garantiert werden soll. Die Mobilität soll in ganz Spanien, im Rahmen des durch die Sondergesetze Erlaubten, garantiert werden. - Friseurbetriebe dürfen nur zu ambulanten Diensten zu Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausrücken, um Hygienebedürfnisse zu erfüllen. Damit korrigiert die Regierung ihr Dekret, in dem zunächst von einer Möglichkeit der Öffnung dieser Betriebe die Rede war. - Beim Einkauf von Lebensmitteln sind Sicherheitsabstände einzuhalten, alte Menschen und Kinder sollten möglichst gar nicht zum Einkauf gehen und pro Familie jeweils nur eine Person. - Die Katastrophenschutzeinheiten des Militärs (UME) sind in sieben Städten, darunter Valencia, bereits im Einsatz. Eine Ausdehnung des Einsatzes des Militärs wird der Lage angepasst. So könnte es als Unterstützung der Polizei und zur Sicherstellung der Belieferung von Krankenhäusern und Supermärkten dienen. Die Minister betonten nochmals ausdrücklich, die ausschließliche Zuständigkeit der Zentralregierung bei der Verhängung von Maßnahmen, - auch mit Blick auf die von Kataloniens Regionalpräsident Quim Torra angekündigten Alleingänge. Hinsichtlich der Grenzpolitik strebt Spanien zunächst keine Schließung der Grenzen an, auch um die Rückkehr von Landsleuten sowie die Ausreise von Touristen zu ermöglichen. Einschränkungen und Probleme für Reisende können sich jedoch durch die sich stetig ändernden Maßnahmen anderer Länder (Grenzschließungen Deutschlands, Sanktionen gegen Reisende aus Spanien etc.) sowie die Politik von Fluggesellschaften ergeben. Kataloniens Regierungschef Torra hatte von Sánchez gefordert, Katalonien und Madrid vollständig zu isolieren, also auch die Durchfaht über die AP-7 gen Frankreich. Die Zentralregierung erklärte, dass nur sie solche Maßnahmen treffen könne. Am Dienstag will die Regierung Hilfspakete für die Wirtschaft, auch für Selbständige sowie die am stärksten betroffenen Sektoren  verkünden und konkretisieren. Weitere CBN-Beiträge zum Coronavirus in Spanien finden Sie hier sowie Aktuelles auch auf unserer Facebook-Seite

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