Der Chupito rettet den Pub

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Der Schnaps rettet das Geschäft der Bars. Foto: dpa

Madrid – sk. Der Alkoholkonsum in der Gastronomie verändert sich, die Spanier trinken mehr Alkohol am Tag und weniger in der Nacht. Die Veraufserlösse der Discotheken und Pubs sinken um fünf Prozent im Jahr, und über die “Runden” bringt die Etablissements der Chupito, der Schnaps. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Consulting-Firma Nielsen, die erstmals nicht den Konsum hochprozentinger Alkoholika erfaßt, sondern sein Format, also ob Longdrink, Cocktail oder Stamperl. In 400 Lokalen sah Nielsen 115.000 Chupitos über den Tresen gehen, ohne die zu zählen, die aufs Haus gingen.

Was auffiel: Chupitos sind in Mode und werden immer häufiger entsprechend in Szene gesetzt. “Es gibt einige Bars, die Schnaps in Probiergläsern servieren oder an den Tresen Kühlvitrinen aufstellen, damit Kunden die Getränke ins Auge stechen”, sagt Jaime Lezcuona von Nielsen.

Man mag es kaum glauben, 80 Prozen aller Schnäpse werden traditionell tagsüber serviert. Viele davon zwischen sechs und acht Uhr morgens, das sogenanne Sol-y-Sombra-Gedeck aus Brandy oder Anisschnaps. Aufs Essen folgen dann die Verdauungsschnäpse Pacharán, Orujo und die Whiskey-Cremes.

Nachts allerdings hat sich ein Konsumandel vollzogen und derzeit schlägt gegen 3 Uhr morgens die Stunde des Kräuterlikörs, des Licor de Hierbas. “Früher wurde der meisens zur Beginn der Fiesta getrunken, jetzt gilt er als eine Alternative zum Longdrink”, sagte Lezcuona. Neben dem Kräuterlikör erobert sich auch der Whiskey mit Zimt einen Platz neben dem gestürzten König der Nacht, dem Tequila. Diese drei Schnäpse machen 70 Prozent aller verkauften Chupitos aus, so die Nielsen-Studie, die restlichen 30 Prozent gehen auf Gin, Rum und Whiskey.

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