Demonstranten bauen Barrikaden in den Straßen Barcelonas. Foto: Emilio Morenatti/dpa|ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht vom 14. Oktober 2019: Zusammengekehrtes Laub können Hobbygärtner sinnvoll nutzen, etwa als Unterschlupf für Tiere. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Erneut Krawalle in Barcelona

Barcelona - dpa. Nach neuen Ausschreitungen von Separatisten in Katalonien in der Nacht zum Donnerst...

Barcelona - dpa. Nach neuen Ausschreitungen von Separatisten in Katalonien in der Nacht zum Donnerstag hat der Chef der Regionalregierung, Quim Torra, erstmals die jüngsten Gewaltausbrüche öffentlich kritisiert. „Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für andere vandalische Aktionen“, sagte Torra gegen Mitternacht in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung. Die Unabhängigkeitsbewegung habe Gewalt stets verurteilt und tue das auch jetzt. „Die Zwischenfälle, die wir auf unseren Straßen erleben, kann man nicht zulassen.“ In Barcelona und anderswo in der Katalonien war es am Mittwoch wieder zu schweren Ausschreitungen katalanischer Unabhängigkeitsbefürworter gekommen. Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem Spaniens Oberstes Gericht am Montag in Madrid neun Separatistenführer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt hatte. Mindestens 20 Demonstranten seien am Mittwoch festgenommen worden, teilte die katalanische Regionalpolizei Mossos d'Escuadra auf Twitter mit. Nach Angaben der Notdienste wurden 52 Menschen medizinisch versorgt. In Tarragona sei ein Demonstrant von einem Polizeiauto angefahren worden und habe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Demonstranten hätten Autos angezündet, brennende Barrikaden errichtet und Beamte mit Brandsätzen angegriffen, teilte die Polizei weiter mit. Es war bereits der dritte Tag mit massiven Demonstrationen von Befürwortern einer Abspaltung Kataloniens von Spanien. Es müsse friedlich gegen das „ungerechte Urteil“ aus Madrid demonstriert werden, sagte Regionalpräsident Torra. Er vermied es nach Medienberichten aber, radikale Aktivisten der sogenannten „Komitees zur Verteidigung der Republik“ (CDR) für die Ausschreitungen zu kritisieren und machte für die Gewalt stattdessen eingeschleuste „Provokateure“ verantwortlich.

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