Die Teilnehmer einer Demonstration, die am Tag der ersten Abstimmung über die Wahl des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Sanchez im Parlament stattfindet, schwenken ihre Nationalflaggen. Foto: dpa

Auf zum ersten Wahlgang

Madrid - sk. Die leidenschaftlich geführte Parlamentsdebatte um die Regierungsbildung, die am heutig...

Madrid - sk. Die leidenschaftlich geführte Parlamentsdebatte um die Regierungsbildung, die am heutigen Sonntag mit dem ersten Wahlgang auf einen vorläufigen Höhepunkt zusteuert, ist von Protesten vor dem Abgeordnetenhaus um die Calle Goya in Madrid begleitet worden. Tausende demonstrierten am Samstag mit Spanienbannern unter dem Motto "Für die Zukunft eines vereinten Spaniens" gegen die Bildung der Regierungskoalition von Sozialisten (PSOE) und Podemos unter Führung des PSOE-Generalsekretärs Pedro Sánchez. Das Bündnis ist auf die Unterstützung mitunter separatistischer Regionalparteien wie die katalanischen Linksrepublikaner Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) angewiesen, die in ihrem Programmen für eine Loslösung von Spanien eintreten. Die Regierungsbildung steht zwar unter einem scheinbar schlechten Stern - zu den Protesten in den Straßen kommt die Entscheidung der Obersten Wahlaufsichtsbehörde, den katalanischen Regierungspräsidenten Quim Torra abzusetzen und dem inhaftierten ERC-Führer Oriol Junqueras die Annahme des EU-Mandat zu verbieten sowie die heute Schlappe im ersten, die absolute Mehrheit von 176 Stimmen erforderlichen Wahlgang - trotzdem aber kann sich Pedro Sánchez Hoffnungen machen, am Dienstag, 7. Januar, mit einfacher Mehrheit zum spanischen Regierungspräsidenten gewählt zu werden.  Die Linksrepublikaner ERC wollen sich von der Entscheidung der Obersten Wahlausichtsbehörde, die laut der Zeitung "La Vanguardia" einem "politischen Erdbeben" gleichkommt, nicht von ihrem Kurs abbringen lassen und Sánchez weiter unterstützen. Kommt die Koalition wie erwartet am Dienstag zustande, wäre die seit Monaten andauernde politische Blockade erstmal aufgelöst - und Chronisten könnten unter das Kapitel einer der umstrittesten und spannendsten Politik-Seifenopern das Wort "fin" setzen. Vor allem im Katalonienkonflikt wäre es wichtig, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

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