Heißer Freitag in Barcelona

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Pedro Sánchez und Quim Torra zusammen beim Trauergottesdienst für Montserrat Caballé am 8. Oktober in Barcelona. Foto: dpa

Barcelona/Madrid – ck. Am Donnerstagabend sollten sich dann doch Regierungschef Pedro Sánchez und der katalanische Ministerpräsident Quim Torra in Barcelona treffen. Die Katalanen nannten das einen Gipfel beider Regierungen, Madrid sprach von einem simplen Treffen. Lange wurde gerungen um Termin und Format des Gesprächs. Am 21. Dezember findet die Kabinettssitzung in Barcelona statt.
Was Madrid als normale Beziehung einstuft, sehen die Separatisten als Provokation. Besonders die CDR genannten Komitees zur Verteidigung der Republik und die Jugendorganisation der antikapitalistischen CUP, Arran, haben zu Protestaktionen gegen die spanische Regierung aufgerufen. Aktionen der CDR laufen nicht unbedingt gewaltfrei ab. Deshalb wird die Polizeipräsenz verstärkt. Die katalanischen Mossos werden zusammenarbeiten mit der Guardia Civil und der Nationalpolizei, die aus dem ganzen Land nach Katalonien geschickt wurden. Rund 9.000 Beamte bewachen die großen Infrastrukturen und die Stadt Barcelona. Die Oppositionsführer Pablo Casado (PP) und Albert Rivera (Ciudadanos) fordern die Zwangsverwaltung der Region. Zumal der Landtag einen Antrag angenommen hat, die Verfassung für „antidemokratisch“ zu erklären. Sánchez verteidigt den politischen Weg. Der Artikel 155 der Verfassung sei eine Notlösung. Das Polizeiaufgebot hilft aber nicht unbedingt. Allein die Lonja, in der die Kabinettssitzung stattfindet, wird von 1.500 Beamten geschützt. In den Tagen zuvor wurden Graffiti entfernt, auf denen Sánchez gebeten wurde: „Go home Pedro“.

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