Tiere unterm Tannenbaum

Hunde als Weihnachtsgeschenk in Spanien: Viele werden ausgesetzt

  • vonStella Kirchner
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Spaniens Hundeverband spricht sich offen gegen Hunde als Weihnachtsgeschenke aus. Nach Weihnachten verlieren viele Menschen schnell den Gefallen an den Tieren und setzen sie aus.

Hunde als Weihnachtsgeschenke: In Spanien werden über die Hälfte der Tiere nach dem Fest ausgesetzt.

Madrid- Viele Eltern schenken ihren Kindern Welpen oder größere Hunde zu Weihnachten. Kaum ein anderes Land in Europa verschenkt so viele Vierbeiner wie Spanien. Doch Spanien hält auch einen anderen Rekord: Fast die Hälfte aller Hunde wird nach dem Fest ins Tierheim gebracht oder sogar ausgesetzt. Das hat der nationale Hundeverband RSCE in einer Studie bekannt gegeben.

SpanienLand
HauptstadtMadrid
Vorwahl+34
Bevölkerung46,94 Millionen (2019) Eurostat

Um solche Rekorde in diesem Jahr in Spanien zu verhindern, hat der Hundeverband die Kampagne „Para toda la vida“ (für ein ganzes Leben) gestartet, um zu erreichen, dass die Hunde nicht nur für Weihnachten gekauft und danach sich selbst überlassen werden. Der Hundeverband appelliert auch an Eltern und Kinder, Hunde nicht nur beim Züchter zu kaufen, sondern auch Tieren aus dem Tierheim eine Chance zu geben, die sonst wahrscheinlich kaum vermittelbar wären.

Weihnachten und dann?

Die Hälfte aller Hunde werden nach Weihnachten ausgesetzt.

Hunde als Weihnachtsgeschenk: Corona macht in Spanien mehr Menschen zu Tierfreunden

Selten war eine solche Kampagne wichtiger als jetzt - nicht nur, weil Hunde oft als Weihnachtsgeschenk dienen. „Die Nachfrage nach Hunden, vor allem Welpen, ist wegen Corona nochmal deutlich angestiegen. Ähnliche Vorstöße gibt es auch weiter im Norden, in Deutschland*, wie hamburg24.de berichtet. Viele Familien befürchten einen Lockdown und möchten dafür einen Hund haben, mit dem sie spazieren gehen können“, erklärt auch die Seite „Info Mascotas“. Nach Ende des Lockdowns im Mai sei die Anzahl der ausgesetzten Hunde in wenigen Wochen um über 25 Prozent gestiegen, so das Portal.

Andere Corona-Erfahrungen machen Tierschutzvereine an der Costa Blanca wie Akira in Benissa. Die Tierschützer in der Stadt erzählen, sie haben mehr Tiere vermitteln können - auch dauerhaft - als noch in vergangenen Jahren. Auch im Sommer, wo typischerweise viele Hunde ausgesetzt werden, seien nur wenige Hunde ins Tierheim gekommen. In diesem Jahr belasteten vor allem Tier-Messis an der Küste die Tierheime, was aber unabhängig von Corona und Weihnachten immer vorkommen könne. Andere Vereine wie Apad in Dénia freuen sich, dass sie überhaupt weiter öffnen und sich um ausgesetzte Hunde kümmern dürfen. *hamburg24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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