Jordi Turull, früherer katalanische Regierungssprecher, beendet seinen Hungerstreik. Foto: dpa |20.12.2018, Spanien, Barcelona: Pablo Sanchez (l), Regierungschef von Spanien, unterhält sich mit Quim Torra (r), Regionalpräsident von Katalonien, bei einem Treffen in Barcelona. Kurz vor Weihnachten droht der Streit zwischen Spaniens Zentralregierung und den Separatisten in der Krisenregion Katalonien erneut zu eskalieren. Sorgen bereitet Madrid vor allem die Ankündigung radikaler Unabhängigkeitsbefürworter, die katalanische Metropole Barcelona am 21. Dezember ins Chaos stürzen und lahmlegen zu wollen, wie das spanische Fernsehen berichtete. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hungerstreik beendet

Barcelona - dpa. Vier hinter Gittern sitzende Separatisten der spanischen Konfliktregion Katalonien ...

Barcelona - dpa. Vier hinter Gittern sitzende Separatisten der spanischen Konfliktregion Katalonien haben ihren vor knapp drei Wochen begonnenen Hungerstreik beendet. Zur Begründung teilten die Regionalabgeordneten Jordi Sánchez und Jordi Turull sowie die früheren katalanischen Minister Joaquim Forn und Josep Rull am Donnerstag in den sozialen Netzwerken mit, das Ziel des Streiks sei erreicht worden. Mit Verweigerung der Nahrungsaufnahme wollten die im katalanischen Gefängnis von Llenoders einsitzenden Separatisten nach eigenen Angaben gegen die spanische Justiz protestieren. Die vier Separatisten gehören einer Gruppe von insgesamt 18 Politikern und Aktivisten an, die von der spanischen Justiz unter anderem der Rebellion, des Aufruhrs und der Veruntreuung öffentlicher Gelder beschuldigt werden. Der Prozess wurde am Dienstag - mehr als 14 Monate nach dem verfassungswidrigen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien - vor dem Obersten Gericht in Madrid mit der Klärung technischer Fragen eröffnet. Die spanische Justiz habe systematisch mehrere Verfassungsbeschwerden blockiert und den Angeklagten das Recht verwehrt, sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden, argumentieren die Separatisten. Inzwischen sei sich „jeder der Unparteilichkeit bewusster, mit der wir behandelt werden“, teilte Turull nun auf Twitter mit. Die meisten der 18 angeklagten Separatisten waren nach dem Referendum vom 1. Oktober 2017 und einem anschließenden Unabhängigkeitsbeschluss festgenommen worden und sitzen schon seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. Weitere Politiker, darunter Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont, sind ins Ausland geflohen, um sich der spanischen Justiz zu entziehen.

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