Spaniens Immobilienmarkt von Lockdown lahmgelegt

Corona-Krise an Spaniens Immobilienmarkt: Starker Einbruch im April

Wegen der Corona-Krise hat der Immobilienmarkt in Spanien einen herben Einbruch erlitten. Die Transaktionen brachen im April um 38,3 Prozent ein.

  • Einbruch im April: Nur 25.500 Immobilientransaktionen in Spanien.
  • Krise trifft Kanaren hart, Balearen und die Costa Blanca kommen mit blauen Augen davon.
  • Lockdown und Coronavirus-Präventivmaßnahmen legen Immomarkt lahm

Madrid – Während es in Deutschland mit dem Grundbuch nur ein Register gibt, das alle Daten über eine Immobilie enthält, sind es in Spanien zwei: das Eigentumsregister und das Kataster. Seit 2004 nun meldet sich die Kammer der Eigentumsregistratoren vierteljährlich mit einer Statistik zu Wort, die Auskunft gibt über die Entwicklung des spanischen Immobilienmarkts. Auch das Nationale Statistikinstitut (INE) greift auf diese Statistik zurück. In der Coronavirus-Krise hat die Kammer den Rhythmus der Veröffentlichung geändert: Die Statistik erscheint jetzt – rückwirkend seit Januar 2020 – monatlich. Und die für April hat es in sich: Nie zuvor gab es einen vergleichbaren Einbruch. Noch nicht einmal während der Immobilien- und Finanzkrise.

Coronavirus an Spaniens Immobilienmarkt: Nur 25.500 Transaktionen im April

So wurden in den Eigentumsregistern in ganz Spanien im April 25.483 Eintragungen von Immobilienkäufen und -verkäufen vorgenommen. Das entspricht einem Rückgang von 38,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Von dem „Debakel“, wie es die Zeitung „El País“ bezeichnet, sind alle Autonomen Regionen betroffen. Obwohl der Absturz der Transaktionen auf dem Immobilienmarkt in einigen Regionen um das Dreifache schlimmer ausfällt als in anderen Regionen.

Berücksichtigt man den Umstand, dass viele Eintragungen ins Eigentumsregister nicht unmittelbar nach dem notariellem Kaufabschluss vorgenommen werden, sondern oft erst mit einiger Verzögerung, so ist nach Ansicht des Kammer der Eigentumsregistratoren die Talsohle möglicherweise noch gar nicht erreicht. „Viele Operationen, die eingetragen wurden, sind ja noch vor Beginn der Covid-19-Krise abgeschlossen wurden“, sagt der stellvertretende Dekan der Kammer, José Miguel Tabaré, gegenüber „El País“. Demzufolge würden die April-Daten nicht alle Auswirkungen der Corona-Maßnahmen mit dem wochenlangen wirtschaftlichen Stillstand und den Bewegungseinschränkungen widerspiegeln.

Krise am Immobilienmarkt: Balearen und Costa Blanca kommen besser weg als Kanaren

Im April am schlimmsten betroffen war der Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln. Der Rückgang an Transaktionen betrug dort 61 Prozent. Dass der Grund in der Abhängigkeit der Kanaren vom ausländischen Käufer liegen könnte, trifft nicht zu. Die Balearen und die Comunidad Valencia samt der Costa Blanca, deren Markt ebenfalls stark von Ausländern geprägt wird, kommen mit minus 27,7 beziehungsweise minus 32,7 Prozent vergleichsweise glimpflich davon. In Andalusien betrug der Rückgang 39 Prozent. Murcia war mit minus 34,3 Prozent dabei. In Madrid gingen die Käufe und Verkäufe um 36,9 Prozent zurück, in Katalonien um 31,6 Prozent. Das geringste Minus verzeichnete Kantabrien mit 21 Prozent.

Mit der Corona-Krise platzte für viele Käufer der Traum vom Haus am Strand.

Bereits im März war im Jahresvergleich mit minus 17,7 Prozent für ganz Spanien ein überdurchschnittlicher Rückgang verzeichnet worden. Im Februar hatte der Immobilienmarkt noch leicht im Plus gelegen mit 2,7 Prozent. Doch im Januar waren die Transaktionen mit minus 2,7 Prozent auch schon gesunken.

(Thomas Liebelt)

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