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Neubauten sollen vom Preisrückgang bei Immobilien in Spanien weniger betroffen sein.

Immobilien in Spanien

Spaniens Immobilienmarkt: Experten erwarten Preisrückgang und erkennen einen neuen Trend

  • vonDaniela Schlicht
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Spaniens Immobilienmarkt gerät infolge der Covid-19-Krise und der daraus resultierenden Rezession unter Druck. Experten von CaixaBank Research rechnen mit einem Preisrückgang von sechs bis neun Prozent vor allem bei gebrauchten Immobilien. Zudem zeichnet sich ein neuer Trend ab.

  • Immobilien in Spanien werden in der zweiten Jahreshälfte einen Preisrückgang erfahren. Experten von CaixaBank Research rechnen mit sechs bis neun Prozent.
  • Die Korrektur des spanischen Immobilienmarktes könnte bis Ende 2021 andauern, allerdings weniger gravierend als nach der Finanzkrise 2007-2008.
  • Gebrauchte Immobilien werden stärker als Neubauten betroffen sein, besonders in der Levante-Region Valencia, Alicante bis Murcia sowie an der Costa del Sol.
  • Covid-19 löst bei Spaniern einen neuen Nachfragetrend bei der Suche nach Immobilien aus.

Madrid - Die Immobilienpreise in Spanien sind trotz des Lockdowns von März bis Mai relativ stabil geblieben. Dennoch, immer mehr Experten befürchten, darunter auch Sachverständige von CaixaBank Research, dass die Covid-19-Krise, die mit einer tiefen wirtschaftlichen Rezession einhergeht, negative Auswirkungen auf die Preise der Immobilien in Spanien haben wird.

Immobilien in Spanien: Preisrückgang für die zweite Jahreshälfte erwartet

Die Immobilien in Spanien werden in der zweiten Jahreshälfte einen Preisrückgang erfahren. Dieser wird sechs bis neun Prozent betragen, so die Experten von CaixaBank Research, und bis bis Ende 2021 andauern. Davon betroffen werden vor allem gebrauchte Immobilien sein, weil hier auch das Angebot viel größer ist.

Allerdings zeigte die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Spanien schon vor Covid-19 erste Anzeichen einer Verlangsamung. Grund dafür ist ein ziemlich gesättigter Markt. Im ersten Quartal 2020 gab es gemäß CBRE, einem führenden internationalen Immobilien-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen, mit 116.000 verkauften Wohnungen einen Nachfragerückgang um 16 Prozent. Für das gesamte Jahr 2020 rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang, im Vergleich zum Vorjahr, von etwa 20-25 Prozent.

Immobilien in Spanien: Experten einig über Korrektur 

Mit ihrer Annahme, dass der Immobilienmarkt in Spanien auf eine Korrektur zusteuert, stehen die Experten von CaixaBank Research nicht allein da. Gonzalo Bernardos, Wirtschaftsprofessor und Leiter des Immobilien-Masterstudiengangs an der Universität Barcelona, prognostizierte erst kürzlich einen Preisrückgang von bis zu zwölf Prozent bis Jahresende

Immobilienpreise reagieren auf Wirtschaftskrisen verspätet

Immobilienpreise reagieren nicht sofort auf Wirtschaftskrisen, insbesondere dann nicht, wenn Regierungen versuchen, die Wirtschaft erst einmal eine zeitlang mit Hilfsmaßnahmen zu stabilisieren. Dennoch wird die Coronavirus-Krise, wenn auch erst nach dem Sommer, ihr Tribut auf dem spanischen Arbeitsmarkt fordern, Arbeitslosigkeit erzeugen und damit das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte beeinträchtigen. Dadurch wird die Nachfrage nach Wohnungseigentum sinken und auf der anderen Seite werden sich auch Eigentümer damit konfrontiert sehen ihre Immobilie zur Liquiditätsbeschaffung zu verkaufen. 

Korrektur des spanischen Immobilienmarkts weist keine Ähnlichkeit zu 2008 auf

Die Korrektur des spanischen Immobilienmarkts soll jedoch weniger stark ausfallen als es in der Finanzkrise 2007-2008 der Fall war. Damals waren spanische Immobilien stark überbewertet, bis die Bankenkrise die Immobilienblase zum „Platzen“ brachte, was wiederum die Krise weiter anheizte. Gegenwärtig ist Spanien ein Opfer der Covid-19-Krise und im Gegensatz zu 2007-2008, so viele Experten des Immobiliensektors, „weist der Immobilienmarkt ein gewisse Ausgewogenheit auf“.

Nicht alle Immobilien und Regionen werden gleich betroffen sein

Obwohl die Wohnungspreise in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 wieder beginnen könnten sich zu erholen, geht man bei CaixaBank Research davon aus, dass sie nicht vor 2024 ihr Vorkrisenniveau erreichen werden. Nicht alle Immobilien und Regionen werden gleich von der Korrektur betroffen sein. Gebrauchte Immobilien, insbesondere Zweitwohnungen an der Costal del Sol und der Levante-Region - Valencia, Alicante, Costa Blanca bis Murcia -, werden stärker betroffen sein. Die Auswirkungen von Covid-19 werden hier noch durch die Folgen des Brexit verstärkt. Neubauten könnten, wenn überhaupt, drei bis vier Prozent günstiger werden.

Gefragt sind Neubauten in kleineren Städten und mehr in der Natur.

Immobilien in Spanien: Covid-19 verändert die Nachfrage 

Die wochenlange Ausgangssperre in Spanien infolge der Covid-19-Pandemie hat bei etlichen Wohnungen und Häusern Schwachstellen offenbart. Aus diesem Grund haben Familien begonnen, sich nach neuen Immobilien umzuschauen, die ihren Bedürfnissen besser entsprechen. Sie geben dem Wohlbefinden zu Hause dem Wohnen im Stadtzentrum den Vorrang. Gefragt sind daher zur Zeit Häuser mit Terrasse oder Garten und zwei Badezimmern.

Außerdem, angesichts der Ungewissheit neuer Corona-Ausbrüche oder gar einer zweiten Corona-Infektionswelle, setzen Käufer auf den Rückzug in kleinere Städte. Dabei können sie ein passendes Zuhause mit einem geringeren Ansteckungsrisiko kombinieren.

Seit Corona boomt auch das Homeoffice. Viele Mitarbeiter können ihre Arbeit nun von überall aus verrichten. Diese Tatsache verringert die Nachfrage nach kleinen Wohnungen in Stadtzentren, um die Anreisezeit zur Arbeitsstelle zu verkürzen.

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