Verheerende weltweite Pandemie, auch für Spanien: Spanische Grippe (Foto stammt von Übung einer Notfallambulanz in Washington bei Ausbruch der Grippe 1918.) Foto: dpa

Krankes Spanien

Spanien - at. Es ist wieder einmal passiert. Ein Virus zeigt uns, wie klein unsere Welt ist und wie ...

Spanien - at. Es ist wieder einmal passiert. Ein Virus zeigt uns, wie klein unsere Welt ist und wie ein zunächst lokales Problem in rasender Geschwindigkeit zu einem globalen werden kann. Der Coronavirus hält die Welt in Atem. Und ist doch nur Teil einer Entwicklung, die schon seit Hunderten von Jahren in mehr oder weniger großen Abständen immer wieder Menschen auf dem ganzen Planeten dahinrafft. „Es gibt keine lokalen Gesundheitsprobleme mehr“, sagt Josep Bernabeu, Doktor der Medizin und Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Alicante. „Die Probleme sind längst global.“ Und das nicht erst seit Ebola, Coronavirus und Co. Krankheiten, die jahrhundertelang lokal begrenzt waren, begannen mit Beginn des Schiffsverkehrs die Welt zu erobern. Einen weiteren großen Entwicklungssprung gab es mit der Industrialisierung und den zunehmenden internationalen Handelsbeziehungen im 19. Jahrhundert. Nicht nur Waren und Personen, auch Krankheiten reisten auf den Schiffen mit – so auch nach Spanien. In einem Moment, in dem schon die miserablen sozialen Bedingungen, unter denen die Mehrheit der Bürger in den unverhältnismäßig schnell wachsenden Städten lebte, die Verbreitung endemischer, also hier beheimateter Krankheiten, förderte. Umso größer war die Chance für eingeschleppte Epidemien, bei der geschwächten Bevölkerung Fuß zu fassen.

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