Zwei Polizisten führen eine mutmaßliche Diebin ab.
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Auch Diebesbanden, die den bekannten Umarmungstrick anwenden, fehlen momentan die Opfer.

Kriminelle in Coronavirus-Krise

Ausgangssperre wegen Coronavirus: Weniger Kriminalität, weil auch Gauner drinbleiben müssen

  • vonAnne Götzinger
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Die Coronavirus-Krise hat auch ihre positiven Seiten. So ist die Zahl der Straftaten in Spanien enorm zurückgegangen. Nur die Cyberkriminalität legt zu.

  • Die Kriminalität ist während der Ausgehsperre extrem gesunken.
  • Es gab weniger Einbrüche, Taschendiebstähle, Sexualdelikte und Körperverletzung.
  • Einen Anstieg beobachtet die Polizei bei der Cyberkriminalität.

Alicante - Die Ausgangssperre gilt für alle, auch für jene, die sich häufig außerhalb des Gesetzes bewegen. So verwundert es nicht, dass die Polizeistatistik einen gewaltigen Rückgang von Straftaten verzeichnet. Auch wenn das Innenministerium auf Anfrage der CN noch keine komparativen Daten liefern kann, geben Polizeimeldungen und Medienberichte doch Hinweise darauf, dass die Zahl der Delikte – außer Verstößen gegen die Ausgangssperre sowie Häusliche Gewalt – stark zurückgegangen ist. Die Gründe liegen auf der Hand: Erstens sind kaum potenzielle Opfer auf der Straße unterwegs, schon gar nicht in Menschenansammlungen, zweitens wird es kaum ein Krimineller bei so vielen Polizeikontrollen wagen, mit Diebesgut unterwegs zu sein.

Die Landespolizei von Navarra, die Policía Foral, hat jetzt eine Studie erstellt, aus der hervorgeht, dass die Zahl der Hauseinbrüche in der nordspanischen Region in der Zeit zwischen 15. März und 12. April um 89 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken ist, nämlich von 89 auf zwölf. Die Taschendiebstähle haben gar um 91 Prozent abgenommen.

Aufgrund geschlossener Bars und Diskotheken seien außerdem die Fälle von Körperverletzung (minus 83 Prozent) und Sexualdelikten (minus 89 Prozent) enorm zurückgegangen.

Mehr Betrugsfälle im Internet

Als weitere logische Konsequenz der Ausgangssperre hat die die Policía Foral dafür eine Zunahme der Cyberkriminalität festgestellt. So sei „zuletzt eine zunehmende Zahl von Betrugsfällen über das Internet zu beobachten“ heißt es in dem Bericht der Landespolizei. Dies betreffe häufig auch medizinisches Material.

In Onil (Provinz Alicante) hat die Guardia Civil am 9. April einen der wenigen Delinquenten, die derzeit unterwegs sind, verhaftet. Der 42-Jährige soll Ende des vergangenen Jahres zweimal in den Sitz eines Behindertenvereins in Ibi eingebrochen sein und Elektrogeräte geklaut haben. Diese soll er nachts in einem Pub verkauft haben. Als die Guardia Civil ihm auf die Schliche kam, setzte er sich ins ländliche Gebiet von Ibi und Onil ab, wo er sich Zugang zu derzeit leerstehenden Häusern verschaffte. Dank Überwachungskameras an den Häusern konnte der 42-Jährige ausfindig gemacht werden. Er sitzt jetzt in U-Haft.

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