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Fäkalien im Meer: Kanaren-Insel sperrt gleich mehrere Strände

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Spanien ist ein beliebtes Reiseziel. Doch die Kanaren-Insel Teneriffa kämpft derzeit an ihren Traumstränden mit einem unschönen Problem. Der Bürgermeister schlägt Alarm.

Puerto de la Cruz – Die Urlaubssaison läuft in Spanien auf Hochtouren. Viele Touristen zieht es in den Süden Europas, wo sie sich Sonne, Strand und Meer versprechen. Spanien gehört seit Jahren auch unter deutschen Urlaubern zu den beliebten Urlaubsländern. In einer Region des Landes dürfte der Ferienspaß aber derzeit ziemlich getrübt sein – denn dort wurden gleich mehrere Strandabschnitte vorerst gesperrt. Der Grund für diese Maßnahme ist nicht gerade angenehm: Nach Angaben der zuständigen Behörden schwimmen Fäkalien an einigen Stränden der Urlaubsinsel Teneriffa im Meer.

Spanien-Urlauber dürfen nicht ins Meer: Teneriffa sperrt mehrere Strände wegen Fäkalien im Meer

Keine guten Nachrichten, ausgerechnet in der spanischen Sommer-Hochsaison. Zumal die Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz hatte laut einem Bericht von teneriffa-news.com bereits am 21. Juni angekündigt, dass die Ergebnisse einer Wasseranalyse eine Sperrung des beliebten Strandes Playa Jardín erforderlich machen. Dort seien im Wasser hohe Werte von Escherichia coli (E. coli) Bakterien nachgewiesen worden, so die Behörden. Auch die bekannten Strandabschnitte Playa de Las Teresitas und Playa de Troya sind wegen Fäkalien im Meer vorübergehend dichtgemacht worden. Das spanische Portal berichtet allerdings auch, dass die Sperrung des Playa Jardín erst am 3. Juli erfolgt sei. Demnach sei der Strand zuvor noch knapp zwei Wochen für Urlauber geöffnet gewesen, ehe die Stadtverantwortlichen die Schließung umsetzten.

Was sind E. coli Bakterien?

Escherichia coli (E. coli) gehört zu einer Gruppe von gramnegativen Bakterien, die im Darm gesunder Menschen von Natur aus vorkommen. Manche Stämme können jedoch eine Infektion im Verdauungstrakt, in den Harnwegen oder in vielen anderen Teilen des Körpers hervorrufen. (Quelle: msdmanuals.com)

Das Reiseportal teneriffa.de bezeichnet den Playa Jardín als eine der „absoluten Besonderheiten unter den Stränden im Norden Teneriffas“. Es handelt sich dabei um einen Naturstrand mit dunklem Lavasand, den der kanarische Künstler César Manrique mit mehreren botanischen Gärten verschönerte.

Touristen sonnen sich am Playa Jardin in Santa Cruz de Tenerife
Touristen sonnen sich am Playa Jardin in Santa Cruz de Tenerife. Inzwischen ist der Strand gesperrt – wegen der zu schlechten Wasserqualität des Meeres. © Arturo Jimenez/dpa

Ekel-Alarm an Spanien-Traumstrand: Video zeigt braune Fäkalien-Wolke im Meer vor Teneriffa

Doch woher kommen die Fäkalien, die an den schönen Traumstränden auf Teneriffa aktuell für Ekel-Alarm im Meer sorgen? Laut übereinstimmender Medienberichte ist ein defektes Abwasser-Rohr wohl Schuld an der miserablen Wasserqualität, berichtet hna.de. So gelangen Fäkalien ungefiltert direkt ins Meer.

Das Video eines Tauchers aus Puerto de la Cruz zeigte indes, wie dort eine bräunliche Wolke aus Abwasser ins Meer gelangt. Fischschwärme schwimmen mitten hindurch. Auch das Ökosystem leidet massiv unter den Fäkalien im Wasser.

Bürgermeister auf Teneriffa ist sehr besorgt: „Kläranlage ist seit Jahren an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt“

Ein Stadtrat erklärte der kanarischen Zeitung Diario de Avisos, man vermute eine Überlastung der örtlichen Abwasserinfrastruktur. Es gebe vermutlich „einen Zusammenhang zwischen dem Bruch eines Auslaufs und einer über ihren Kapazitäten liegenden regionalen Kläranlage, die auch die Gewässer verwaltet“. Er ergänzte, dass der Playa Jardin möglicherweise den kompletten Sommer geschlossen bleiben könnte: „Die Schließung wird auf unbestimmte Zeit dauern.“ Immerhin seien aber bislang keine Fälle von E. coli-Infektionen im Zusammenhang mit dem geschlossenen Strand bekannt, so der Stadtrat weiter.

In den Augen der Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz ist die Abwasser-Problematik im Stadtteil Punta Brava Hauptverursacher der miesen Wasserqualität. Die vorhandene Kläranlage in dem Ortsteil ist mit der Abwassermenge länger überfordert, heißt es in einem teneriffa-news.com-Bericht dazu. Demnach warte ein zuständiges Konsortium schon seit April 2023 auf eine Genehmigung der Küstenbehörde, um die Kanalisation gründlich überprüfen zu können.

Für den Bürgermeister von Puerto de la Cruz, Marco González, sollte die Umsetzung „so schnell wie möglich“ erfolgen. Es stehen hierfür „mehr als 25 Millionen Euro“ zur Verfügung, betonte er und mahnte: „Die Kläranlage ist seit Jahren an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.“ Auch die Einwohner von Punta Brave fordern in einer Facebook-Gruppe das Ende des Ablassens von Abwasser ins Meer.

E. coli Bakterien – diese Infektionen treten besonders häufig auf

Folgende Infektionen werden häufig von E. coli Bakterien bei Menschen ausgelöst (Quelle: msdmanuals.com):

Dem Fachportal zufolge können E. Coli-Infektionen außerhalb des Verdauungstraktes sowie die meisten Darminfektionen durch Verabreichung von Antibiotika wirksam behandelt werden. Allerdings gibt es laut msdmanuals.com auch „einen bestimmten Stamm dieser Bakterien“, bei dem Antibiotika Betroffenen nicht helfen.

Ein britisches Paar hatte in seinem Spanien-Urlaub indes kein Problem mit E. Coli Bakterien im Meer. Dafür ergaben sich aber bei der Anreise ungeahnte Hindernisse. (kh)

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