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Bandoleros: Spaniens berühmte Räuber - Zwischen Volkshelden und Banditen

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Von: Marco Schicker

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Spanische Bandoleros auf einem Gemälde
Spanische Bandoleros wie aus dem Bilderbuch: Das Gemälde von Eugenio Lucas Velázquez stammt von 1860 und hängt im Prado von Madrid. © Museo del Prado de Madrid

Dass man als Verbrecher nicht geboren wird, bestätigen die Lebensläufe der berühmtesten Bandoleros Spaniens. Für den Staat waren sie ein Albtraum, wegen ihnen gibt es die Guardia Civil überhaupt und das Volk verklärt sie mitunter als Helden. Bis heute.

Córdoba/Cádiz – Sie haben „El Lute“ verhaftet, den „letzten Bandolero Andalusiens“. Das berichten spanische Zeitungen Ende 2022 mit kalkuliertem Schauer zwischen den Zeilen. Sie erwischten ihn in einem Verhau in der Sierra de Cádiz. 2011 wurde er berühmt, als ihn tagelang 70 Mann der Guardia Civil jagten, weil er regelmäßig ihre Polizeiautos anzündete, Tankstellen überfiel oder auch mal mit einer Keule auf Beamte losging. Eine spektakuläre Flucht aus der Haft folgte, dann tauchte El Lute jahrelang gänzlich unter.

Er habe „den Dämon in sich“ sagen die Leute im Dorf, in dem er sich manchmal blicken ließ und wo sie Nahrung, Schnaps und Tabak für ihn deponierten. Das taten die Dörfler zum Selbstschutz, denn El Lute, eigentlich Manuel Sánchez Corrales, geboren 1971, ist kein „Robin Hood“ oder Freigeist, sondern ein Junkie, ein Übriggebliebener der 80er-Jahre-Heroin-Orgie, die Spanien so viel Leid brachte. Der Richter setzte ihn jetzt vorerst auf freien Fuß, selbst die Psychiatrie hatte kein Interesse an ihm. Er sei in die Sierra Morena geflohen, heißt es. Das ist das Stammland der Bandoleros. Denn hier mussten sie alle durch, die Kaufleute und anderen Reisenden, die von den Häfen Sevilla, Cádiz, Algeciras, Málaga nach Madrid reisten, mit Wein, Gold, wertvollen Pferden oder einer hübschen Tochter.

Spaniens Bandoleros: Räuber als gefürchteten Helden in unsicheren Zeiten

Die Romantisierung rund um „El Lute“ begleitet auch die echten Bandoleros Spaniens, im Volksmund wie in literarischen Werken. Ihre Geschichten traten irgendwann die Nachfolge der Ritterromane an und sind auch ähnlich wahr. In Ronda richteten sie sogar ein Bandolero-Museum ein, im Hinterland von Málaga gibt es theatralische Nachstellungen, regelrechte Bandolero-Fiestas, Landgasthäuser werben mit den Räubergeschichten und nicht nur ein Autor verstieg sich zu der These, dass der Bandolero quasi den Prototypen des spanischen, genauer noch des andalusischen Mannsbildes verkörpere. Frei, männlich, draufgängerisch, mit Weinfahne, lässt er sich bis heute nicht von der Regierung vorschreiben, wo er seine Hütte errichtet, sein Auto parkt oder wann er Karnickel jagen geht.

Bandolero-Gemälde von Goya
El pelado de Ybides - Auch der Maler Francisco de Goya nahm sich der Bandolero-Thematik an. © Museo del Prado de Madrid

Übersetzt heißt Bandolero schlicht Bandit, doch diese Definition wäre tatsächlich eine ungerechte Verkürzung. Denn im Grunde war der „bandolerismo“, das Bandentum, eine Antwort auf Armut, Ungerechtigkeiten der jeweiligen Herren, Vertreibungen und stets Folge eines Machtvakuums. Das Spektrum, das in Spanien unter Bandolero firmiert, ist daher ein weites: Wegelagerer, Schmuggler, Justizflüchtlinge, Räuberbanden, Outlaws, Vagabunden, sogar Deserteure, entlassene Söldner, Gitanos und Morisken fielen in diese Kategorie. Es ist kein Zufall, dass der „Brigand“, im Italienischen, Französischen und Englischen die Übersetzung für Bandolero, ursprünglich einen Fußsoldaten bezeichnete und „Brigade“ den gleichen Wortstamm hat.

Räuberisches Multikulti: Spaniens Bandoleros als Antwort auf Armut und versagenden Staat

Menschliches Treibgut, ausgespuckt von der Gesellschaft oder Männer und Frauen, die einfach die Nase voll von Willkür hatten, schlossen sich zu Zweckgemeinschaften zusammen, die Territorien und Einkommensquellen verteidigten, also im kleinen Maßstab kopierten, was ihnen die Machthaber vorlebten, vor denen sie flohen. Je nach Zeiten und Umständen spielten Bandoleros dabei die Rolle einer Ersatzpolizei, boten „ihren“ Dörfern Schutz, die Tabu für Überfälle wurden. Andere Banden ließen sich anheuern. Denn wo Bandoleros herrschten, traute sich bald kein anderes Gesindel hin, das staatliche eingeschlossen. Die Banden entwickelten dabei eigene Identitäten, eine Gaunersprache. Über die Kameraderie der Gesetzlosen entstand eine Subkultur, die durch das geteilte Schicksal mitunter toleranter und in sich gerechter war als die legale Gesellschaft draußen. Die Banden konnten durchaus so etwas wie Familien werden. Familienbande kommt ja nicht von ungefähr. Die Gruppen entwickelten und lebten Lokalpatriotismus, Hierarchien, einen Ehrenkodex, je nach Ethos des Anführers oder Größe der Beute.

Schließlich wurden Spaniens Bandoleros das Hauptmotiv zur Gründung der Guardia Civil. In ihrer Gründungsurkunde 1844 steht die „Ausmerzung des Bandenwesens“ und die Sicherheit im ländlichen Spanien ganz am Anfang. Das Unwesen nahm damals überhand. Außerdem trugen nicht wenige der Bandoleros noch immer recht erschießliche Gedanken von Freiheit und Republik mit sich herum, die Fernando VII. gerade mühsam niedergemetzelt hatte. Der Staat musste, wollte er florieren, sein Gewaltmonopol endlich durchsetzen und konnte es jetzt auch, da er als Staat überhaupt wieder erkennbar war, nach all dem Chaos im Nachklang der napoleonischen Besetzung, der Verfassung von Cádiz 1812, des Trienio Liberal bis 1823, der Karlistenkriege und der nachfolgenden absolutistischen Diktatur unter Ferdinand VII.

Guardia Civil posiert vor erschossenen Bandoleros.
Legenden und raue Realität: Ein Guardia Civil posiert mit Dorfbewohnern vor zwei erschossenen Bandoleros. Um 1910. © Archivo municipal Ronda

Seit 1833 war Königin Isabel II. an der Macht, die Spanien als bürgerliches Gemeinwesen mit der Ambition konsolidierte, es an Europa heranzuführen, und die sich nicht nur in Madrid verschanzte, wie ihre Vorgänger. Die überließen weite Teile des Landes den Granden, dem Dorfadel, Pfaffen und den señoritos, wenn die nur ihre Tribute abführten. Isabels Urgoßvater Carlos III., ein aufgeklärter Absolutist wie Friedrich der Große in Preußen und ein großer Fan des „Alten Fritz“, hatte es 100 Jahre zuvor schon weit mit Reformen gebracht, doch dann kamen Napoleon und dessen sadistischer Bruder Joseph über die Pyrenäen und stürzten das Land mit einem Terrorregime wieder ins Chaos. Denn das tat der angeblich so aufgeklärte französische Herrenmensch: Er plünderte und terrorisierte Spanien, das er für unerziehbar hielt. Ein Bandolero mit selbstgeschnitzter Kaiserkrone.

Sierra Morena ist Bandolero-Land: Vertriebene im eigenen Land - Seit Kaiser Augustus

Die Sierra Morena, das langgestreckte Mittelgebirge, das Andalusien von der Mancha trennt, war über 2.000 Jahre Zuflucht der Verfolgten, die zu Piraten zu Lande wurden. Das Gebiet tauchte schon in einem Brief des Historikers Gaius Asinius Pollio auf, der im 1. Jahrhundert vor unserer Zeit aus dem damaligen Corduba (Córdoba) an Marcus Tullius Cicero, den berühmten Philosophen und Konsul, schrieb, dass etliche Post durch „einheimische Wegelagerer“ gestohlen worden sei. Kaiser Augustus, dem die Provinz Hispanien viel bedeutete, schickte sogar eine Legion los, um den kantabrischen Bandolero Corocotta zu erledigen, den der Historiker Dion Casio als „mächtigen hispanischen Räuber“ bezeichnete. Augustus soll auf ihn eine Kopfprämie von 200.000 Sesterzen ausgesetzt haben. Corocotta soll sich daraufhin selbst dem Kaiser gestellt haben. Der war so verblüfft, dass er ihm die Summe geschenkt habe und ihn für das Versprechen ziehen ließ, zumindest die Militärlager und Häfen in Ruhe zu lassen.

Gemälde mit Spaniens König Carlos III.
Carlos III. weist den deutschen Siedlern gnadenvoll den Weg, im Hintergrund fliehen die bandoleros. Gemälde von Victorino López Herranz. © Alcázar de Segovia

Mit der sogenannten Reconquista wurde Spaniens islamische Bevölkerung heimatlos gemacht. Entweder vertrieb man sie direkt oder ließ jene, die unter Zwang oder durch pragmatischen Edikte mit der Konvertierung zum Christentum Rechte erwarben, im Ungewissen. Garantien hatten sie keine. Die Morisken, wie man die getauften islamischen Spanier nannte, wurden je nach Laune der örtlichen Herren gegängelt, sonderbesteuert oder enteignet und versklavt. Viele wählten daher die Illegalität.

Guerilla auf eigene Rechnung: Bandoleros machen Spanien unsicher

Vor allem im spät eroberten Andalusien formten sich so regelrechte Guerilla-Gruppen, die Morisken der Alpujarra in Granada gingen aber nicht nur auf Beutezüge, sondern zettelten einen regelrechten Feldzug an. Immerhin war das hier 800 Jahre ihre Heimat, länger als bei jeder anderen Zivilisation, die sie aus ihrer Sicht befreien wollten. Der Morisken-Aufstand um 1570 besiegelte freilich ihr Schicksal endgültig. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden auch die letzten „Konvertiten“ deportiert, – derer man habhaft wurde.

Zeitgleich starteten Inquisition und Staat einen erst bürokratischen, ab 1749 auch physischen Vernichtungsfeldzug gegen die als christliche Pilger ab dem 15. Jahrhundert ins Land gekommenen Gitanos. Einfach, weil sie anders waren, sich nicht beherrschen ließen. Nun waren schon mehrere Gruppen Spanier im eigenen Land auf der Flucht. Als dann auch noch entlassene, teils unbezahlte Söldner, flüchtige Sträflinge und abgetakelte Seeleute aus den vielen Kriegen und aller Herren Länder dazukamen, war das Chaos perfekt. Die Gruppen vermischten sich zu einem faszinierenden Gebräu, einem Räuber-Multikulti, das den Staat, der in Andalusiens Bergwelt ohnehin nur eine Chimäre war, direkt herausforderte. Das war auch ein Problem für zigtausende deutsche Einwanderer in Spanien im 18. Jahrhundert, die just in der Bandolero-verseuchten Sierra Morena angesiedelt wurden. Der spansiche Staat begrüßte sie mit Baumaterial, Saatgut und Vieh - ein gefundenes Fressen für Wegelagerer.

Anfang des 19. Jahrhunderts, nicht ganz zufällig zur gleichen Zeit, als in der Kunst die Epoche der Romantik anbrach, erreichte der bandolerismo seinen Höhepunkt. Eine ganze Reihe Berühmtheiten brachte dieses „Gewerbe“ hervor, wobei das Volk die Legenden der Wahrheit vorzog, ihre Sehnsüchte nach Freiheit und Gerechtigkeit in ein Gelichter projizierte, das meist doch nur auf eigene Rechnung arbeitete. Das begann schon, als es der berüchtigte Katalane Perot Rocaguinarda als Bandolero Roque Guinart noch zu Lebzeiten in den zweiten Teil von Cervantes’ „Don Quijote“ geschafft hatte und der Titelheld in höchsten Tönen von dem Treffen mit dem Banditen und dessen Edelmut schwärmt.

Spaniens berühmteste Bandoleros: El Guapo, Jakob der Bärtige, El Tempranillo

Kurz nach ihm sprach ganz Spanien von Francisco Esteban de Castro, genannt „El Guapo“, der Schönling. Der 1654 geborene Bandolero stammte aus Lucena bei Córdoba, seine Taten, „die ganz Andalusien zittern ließen“, flossen in Theaterstücke und Romanzen ein, die so manche Hofdame um den Schlaf brachten. Er sei ein schwieriges Kind gewesen, das vom gewalttätigen Vater nach Jaén floh, dann beim Militär in Katalonien anheuerte. Illegale Duelle brachten ihn in den Bau, von wo er nach Alicante floh, nicht, ohne vorher zwei Wachen abzustechen. Er sei dann Matrose vor Sardinien geworden.

In der Venta Alfarnate
Melancholisch sitzt der berühmte Räuberhauptmann El Tempranillo mit am Tisch in der Venta Alfarnate. © Venta Alfarnate

Irgendwann nach Cartagena zurückgekehrt, flehte ihn eine Mutter um Hilfe an, sie und ihre kleine Tochter würden von einem örtlichen Hidalgo (niederer Landadel) bedrängt. El Guapo erledigte den Kerl, heiratete die Maid und begann ein Leben als Tabakschmuggler. Er entführte reiche Herrchen, überfiel ganze Häfen und wurde so reich, dass er sich von der Justiz freikaufen konnte, die durch den Erbfolgekrieg ohnehin paralysiert war. Nach Lucena als „Rentner“ zurückkehrend, soll er mit einem ortsbekannten Banditen im Gasthaus zum Spaß die Jacke getauscht haben. Das führte zu einer Verwechslung und 1705 zu seiner Erschießung.

Dann war da Jaime El barbudo, also Jakob der Bärtige. Geboren 1783 in Crevillente bei Alicante. Auch seine Geschichte offenbart das soziale Muster hinter dem Werdegang eines echten Bandolero, das sich bis zu unserem „El Lute“ aus Cádiz wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht und wie ein Strick um die Schicksale der Protagonisten legt. Immer verhindert ein traumatisches Erlebnis in Kindheit oder Jugend, begründet durch systemische Ungerechtigkeit, eine „normale“ Sozialisierung.

Jaime half schon in jungen Jahren auf dem Feld aus. Dort musste er einst seine Mutter gegen einen Belästiger verteidigen, tötete den Übeltäter, hatte aber das Pech, dass der höheren Standes war. Dessen Familie setzte die Justiz auf Jaime an, er wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er floh zu einer Gruppe Bandoleros, die ihre Dörfer gegen die Plünderungen der Franzosen verteidigten und ihnen immer heftiger zusetzte. Das „Freikorps“ wurde unter seiner Führung bald so schlagkräftig, dass es im Hafen von Valencia sogar eine ganze Ladung Ausrüstung der Franzosen stehlen konnte, die daraufhin eine Offensive abblasen mussten. Jaimes Ruhm im „Befreiungskrieg“ wuchs wie sein Bart, sein Todesurteil wurde 1813 aufgehoben. Doch blieb er Bandolero, traute „denen da oben“ nicht mehr über den Weg. Er plünderte noch jahrelang rund um Orihuela, tappte dabei irgendwann in eine Falle und landete 1824 am Galgen.

Bandolero-Romantik im spanischen Fernsehen: Curro Jiménez - Legende und Wahrheit

Bandolero Curro Jiménez
Curro Jiménez ist dank einer spanischen TV-Serie Spaniens berühmtester Bandolero. © RTVE

Mit Abstand der berühmteste Bandolero Spaniens ist heute Curro Jiménez, woran vor allem eine 40-teilige Fernsehserie (1976-1978) Schuld trägt, die im Vormittagsprogramm endlos ihre Schleifen zieht. Das romantisierende Bild des mutigen, gewitzten Bandoleros wird darin auf die kitschige Spitze getrieben. Durchaus unterhaltsam reitet Curro Jiménez mit markantem Backenbart und rotem Gürteltuch auf ungestümen Andalusier-Hengsten in Begleitung seiner Kameraden El Algarrobo, El Gitano und El Estudiante durch Dörfer und Bergwelt zwischen Cádiz, Ronda und Almería, bricht Herzen, ärgert die Obrigkeit, begleicht Rechnungen mit Blei, hilft den Armen oder legt englische Sherry-Händler rein.

Mit der historischen Figur hat der Fernsehheld nichts zu tun. Das Muster der historischen Figur bleibt sich indes treu: ein Unterprivilegierter wird durch eine korrupte Obrigkeit in die Illegalität getrieben. Der wirkliche Curro Jiménez, eigentlich Andrés López Muñoz, genannt El Barquero de Cantillana, wurde 1819 im gleichnamigen Dorf am Guadalquivir-Fluss geboren. Sein Vater war der örtliche Flößer (daher Barquero), der die Menschen von einem Ufer ans andere brachte. Doch der Bürgermeister übergab den Job bald einer ihm näherstehenden Familie, dank einer manipulierten „Ausschreibung“ wurde Curros Familie einkommenslos. Sein Vater starb daran aus Gram, Curro rächte sich, in dem er die Neffen und den Sohn des alcalde, also Bürgermeisters, umbrachte. Dann floh er in die Sierra Morena, führte eine Räuberbande, die sich auf Bürgermeister und deren Familien spezialisierte. 1849 bekam die frisch gegründete Guardia Civil einen Tipp und erschoss den 29-Jährigen auf der Flucht.

El Tempranillos letzer Wein: Bandolero-Gasthaus zu verkaufen

Kurios ist der Fall von José María Hinojosa, genannt El Tempranillo, wohl wegen seines Weinkonsums. Geboren 1805 unweit von Córdoba, musste er in jungen Jahren ansehen, wie sein Vater von einer feinen Jagdgesellschaft erschossen wurde. Bald darauf rächte er sich und tötete den Schützen. Er versteckte sich daraufhin im Hof einer jungen Witwe. Als er deren Ehre, wieder einmal gegen einen zudringlichen Herren der Oberschicht, verteidigen musste, tötete er wieder und floh in die Sierra Morena.

Landgasthof in Andalusien.
Die Venta Alfarnate zwischen den Provinzen Málaga und Granada soll das älteste Landgasthaus Andalusiens sein. © Venta Alfarnate

Dort, aber auch rund um Granada, in der Axarquía und Sierra de las Nieves organisierte er sich mit anderen Entwurzelten und plünderte auf der wichtigen Reiseroute zwischen Madrid und Andalusien so gründlich, dass König Fernando VII. ihm einen gut bezahlten Job anbot, als Chef der Escuadrón Franco y Protección de la Seguridad de Andalucía, einem Freikorps, das als Begleitschutz für die Reisenden gegründet wurde. El Tempranillo nahm das Angebot an, doch diesen Verrat verziehen ihm seine Ex-Gaunerkollegen nicht. 1833 trank er seinen letzten Tempranillo und wurde in einem Hinterhalt erschossen. Das Gasthaus, in dem er äfter einkehrte und die teils seine Basis war, steht übrigens zum Verkauf, die Venta Alfarnate, Andalusiens ältester Landgasthof, zwischen Málaga und Granada.

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