Eine Brücke im Naturpark El Hondo, die über das Wasser führt.
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Die Brücke im Naturpark El Hondo führt die Besucher über den ersten Teich.

Urlaub in Spanien

Ausflugsziel an der Costa Blanca: Naturpark El Hondo lädt zum Entspannen ein

Einfach mal die Seele baumeln lassen: Der Naturpark El Hondo bei Elche ist eine Erholungsoase für Mensch und Tier und ein beliebtes, aber ruhiges Ausflugsziel im Süden der Costa Blanca.

Elche - Im Landkreis Baix Vinalopó, nahe den Gemeinden Elche und Crevillent in der Provinz Alicante befindet sich der Naturpark El Hondo. Aufgrund der hohen Anzahl vom Aussterben bedrohter Tierarten, die hier, im Süden der Costa Blanca ihren Lebensraum finden, ist es das zweitwichtigste Feuchtgebiet in der Region und eignet sich somit perfekt für einen Ausflug. 1988 wurde das Gelände zum Schutz für Flora und Fauna zum Naturpark erklärt. Die Tiere, zu denen insbesondere Vogelarten zählen, können sich auf der 2.387 Hektar großen Fläche erholen und regenerieren, wodurch dauerhaft mehr Exemplare existieren sollen. Der Park ist Teil der Ramsar-Konvention, einem Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung. Dazu gehören insbesondere Lebensräume für Wasser-und Wattvögel.

Costa Blanca: Zu Fuß oder auf Rad - ein Ausflug durch den Naturpark El Hondo

Vom Parkplatz führt ein Holzweg über den steinigen Boden zum Interpretationszentrum des Parks. Von Montag bis Freitag ist das Zentrum von 9 bis 14 Uhr für Besucher geöffnet, auch an Sonn-und Feiertagen. An Samstagen ist das Zentrum von 12 bis 14 Uhr geöffnet. Sobald die Tür geöffnet ist, fallen Besuchern die großen Informationskarten zu den umliegenden Städten an der Costa Blanca, zur Entstehungsgeschichte des Parks und der biologischen Vielfalt der Feuchtgebiete in Spanien auf, allerdings nur auf Spanisch. Doch auch für Besucher mit Sprachbarriere, die einen Ausflug zum Naturpark antreten, hat das Interpretationszentrum etwas zu bieten: derzeit sind zwei Fotoausstellungen zu besichtigen. „El Hondo, ein Feuchtgebiet zum Entdecken“ von der Fotografin Lola López und „gelebte Momente“ von Germàn Morales. In beiden Ausstellungen konnten die Fotografen die Vögel in atemberaubenden Momenten eingefangen. Insgesamt leben 200 verschiedene Vogelarten im Naturpark.

Aus kleinen Hütten können die Besucher des Naturparks El Hondo einen Blick auf die Tiere werfen, die in dem Ausflugsziel an der südlichen Costa Blanca leben.

Die Besucher können zwischen vier Routen wählen, so kann jeder den Ausflug im Naturpark El Hondo an seine Bedürfnisse anpassen. Alle Routen sind mit Farben und Zahlen gekennzeichnet. Die gelbe Route ist mit 775 Metern und 20 Minuten die kürzeste Strecke. Sie führt lediglich einmal um das Zentrum herum. Die grüne Strecke ist 3,75 Kilometer lang und beansprucht in etwa eine Stunde Fußmarsch. Beide Strecken verlaufen kreisförmig um das Gebäude herum. Die blaue Route ist mit 16 Kilometern die mit Abstand längste Strecke und daher auch als einzige mit dem Fahrrad passierbar. Besonders lauflustige Menschen können sich aber auch zu Fuß auf den Weg durch die Natur an der Costa Blanca aufmachen. Die rote Route ist nur samstags für eine geringe Anzahl an Besuchern geöffnet, da die Lebewesen dort besonders viel Ruhe brauchen. Die Route ist vorrangig für Vogelbeobachter und nur mit Anmeldung zu betreten.

El Hondo schützt seine Bewohner: Im Naturpark an der Costa Blanca können sich Tiere erholen

Der Anfang der fünf Kilometer langen Route befindet sich am North Gate, etwa fünf Kilometer vom Interpretationszentrum entfernt. Samstags um 8.30 Uhr öffnet ein Mitarbeiter die Tür und lässt die angekündigten Besucher und Touristen auf die Route, anschließend wird die Tür wieder geschlossen, sodass unangekündigte Besucher den Park an dem Eingang nicht betreten können. Auf der Route können sich die Besucher aber frei bewegen und sind nicht an einen Touristenführer gebunden. Bis 11.30 Uhr müssen die Besucher den roten Pfad im El Hondo wieder verlassen. Auf allen vier Routen dürfen die Besucher ihre Hunde zwar mitnehmen, müssen sie aber im gesamten Naturpark an der kurzen Leine halten.

Ein wunderschönes Ausflugsziel an der Costa Blanca: Die Aussichtspunkte im El Hondo lassen weit blicken.

Direkt am Zentrum gibt es bereits den ersten Aussichtspunkt. In einer Holzhütte können Besucher durch ein Guckloch auf den Teich hinausblicken, auf dem eine ganze Schar an Vögeln schwimmt. Ein Anblick, der einen direkt in eine innere Ruhe versetzt - übrigens auch ein Platz, der sich wunderbar für ein Picknick im Süden der Costa Blanca eignet. Nur wenige Meter weiter bleibt den Besuchern der Atem stehen: eine traumhafte Holzbrücke verläuft über einen Teich, die Kulisse gleicht einem Bilderbuch. Rings um die Ausflügler herum fliegen und schwimmen die Vögel und geben zarte Laute von sich. El Hondo ist ein Ausflugsziel, das jeder erst einmal auf sich wirken lassen muss.

Ruhe und Erholung an der Costa Blanca - Natur pur im El Hondo

Um die Besucher bestmöglich durch den Naturpark zu führen, sind die Wege zusätzlich in einer Broschüre eingezeichnet. Dort finden Touristen auch Bilder von den Vögeln, die hier in Spanien leben, mit Hinweisen, zu welcher Jahreszeit sie anzutreffen sind und ein kleines Briefing, wie sie sich im El Hondo zu verhalten haben. Die Flora des Naturparks ist geprägt von Binsengebüsch, Röhricht, Eukalyptusbäumen, Slazsümpfen und hin und wieder ein paar Palmen. Aus ökologischer Sicht ist der El Hondo ein ganz besonderer Ort und ein wunderbares Ausflugsziel, um zur Ruhe zu kommen.

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Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat man die Landschaft des Naturparks El Hondo für sich und sieht nur ab und an in weiter Ferne andere Personen. Stau an den Aussichtspunkten gibt es bei dem weitläufigen Gelände nicht. Auf halber Strecke findet sich ein Aussichtspunkt, der die Besucher einige Stufen in die Höhe trägt und einen freien Blick über einen Teil des Naturparks liefert. Der Weg zum letzten Aussichtspunkt führt erneut über eine Brücke, diesmal schmaler, kleiner und nicht über Wasser, sondern über das Gebüsch hinweg. Ein ähnlich schöner Anblick wie die Brücke am Anfang.

Naturpark El Hondo - Wichtiger Raum für Naturschutz an der Costa Blanca

Die am meisten vom Aussterben bedrohte Art in El Hondo ist die Marmelente (Cerceta Pardilla). Zu den kritischsten Zeiten waren etwa 90 Prozent des natürlichen Lebensraumes der Ente durch Trockenlegung von Feuchtgebieten und Wasserbaumaßnahmen zerstört. Der Park an der südlichen Costa Blanca bietet einen Zufluchtsort für diese und andere Tierarten und arbeitet daran, die Population zu vervielfachen. Um einen Blick auf das seltene Tier zu erhaschen, muss allerdings das Glück auf Seiten der Besucher sein. Abgesehen von der Marmelente, sind noch die Wasservögel wie die Weißkopfruderente, die auch etwas weiter südlich im Mar Menor anzutreffen ist oder auch das Kammblässhuhn Tierarten, die im El Hondo als besonders schützenswerte Bewohner gelten.

Für Vogelliebhaber ist der Naturpark El Hondo ein Paradies, doch auch für Menschen, die mit Vogelbeobachtung normalerweise nicht so viel anfangen können, ist ein Besuch in diesem Ausflugsziel mehr als lohnenswert. Der Besuch im El Hondo ist entspannend, voller Ruhe, aber vor allem eines: Balsam für die Seele.

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