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Vögel vor der Kamera: Deutscher Fotograf macht beeindruckende Bilder aus Pegos Marjal

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Von: Anne Thesing

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Ein Seidenreiher landet im Sumpf eines Feuchtgebiets.
Seidenreiher an der Costa Blanca: Deutscher Thomas Schäfer fotografierte Vögel in Pegos Marjal. © Thomas Schäfer

Mit viel Geduld und großer Vorsicht ist es dem deutschen Fotografen Thomas Schäfer gelungen, das Vogel-Leben in Pegos Marjal in Bildern und kurzen Videos festzuhalten. Ein etwas anderer Blick auf die Costa Blanca.

Pego - Immer mehr Vogelbeobachter zieht es an der Costa Blanca in den Marjal von Pego, wo die Vögel je nach Jahreszeit und Wasserstand gerne Halt machen. Wie das aussieht, hat der Hobbyfotograf Thomas Schäfer in eindrucksvollen, zwischen 2014 und 2017 gemachten Aufnahmen festgehalten, die er jetzt auf Youtube veröffentlicht hat. Der Deutsche lebte von 2011 bis 2017 in der Marina Alta, mittlerweile ist er in einen anderen Teil Spaniens, in die Extremadura, gezogen.

Pego-Oliva MarschlandPark in Spanien
ÖffnungszeitenRund um die Uhr geöffnet
VerwaltungGeneralitat Valenciana
Eingerichtet27. Dezember 1994
Ein Mann in Safari-Outfit steht mit verschlammter Hose in einem Reisfeld und zeigt seine dreckigen Hände.
Voller Einsatz für Vogel-Fotos an der Costa Blanca: Der deutsche Fotograf Thomas Schäfer in Pegos Marjal. © Thomas Schäfer

Vögel an der Costa Blanca: Marjal von Pego Oliva beliebter Aufenthaltsort

CN: Ihnen sind sehr schöne Aufnahmen im Naturpark Marjal Pego-Oliva gelungen. Warum gerade dort, die Albufera bei Valencia ist doch zum Beispiel viel größer und bekannter.

Thomas Schäfer: Das hat viele Gründe. Ich wohnte vier Jahre in dem kleinen Ort Llíber. Von dort gibt es eine schöne Motorradstrecke Richtung Pego. Dabei habe ich dann den Marjal entdeckt. Es ist alles kompakter und leichter zu erkunden als in der Albufera. Ich war dann in diesen Jahren jeden Monat mindestens einmal im Marjal, um da Aufnahmen zu machen.

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit der Vogelfotografie an der Costa Blanca, in Pegos Marjal?

Grundsätzlich sind die Vögel recht scheu, und ich habe schnell gemerkt, dass es wenig Sinn macht, mit einer Kamera durch das Schilf zu marschieren und die Vögel dabei mehr zu erschrecken, als gute Fotos zu machen. Statt die Vögel zu suchen ist es besser, auf sie zu warten, das benötigt aber viel Zeit. Ich war anfangs auch oft ohne Kamera, nur mit Stativ und Beobachtungsfernrohr dort.

Und was haben Sie dabei gelernt?

Die Vögel haben so wie wir einen Tagesablauf. Einen Ort, wo sie schlafen, und Orte, wo sie satt werden. Wenn man weiß, wann sie in etwa wo sind, kann man ihnen mit etwas Glück zuvorkommen. Für die Beobachtung mit dem Fernrohr ist Pegos Marjal sehr gut geeignet, weil man auf engem Raum viele unterschiedliche Arten finden kann. Zudem sieht man durch das Fernrohr/Spektiv die Vögel deutlich besser als durch die Kamera, weil das Bild heller ist und die Vergrößerung stärker. Aber auch hier ist Geduld gefragt.

Ihnen sind bei Ihren Aufenthalten im Marjal der Costa Blanca nicht nur wunderschöne Fotos, sondern auch tolle Videoaufnahmen gelungen. Was vermutlich noch schwieriger ist als das Fotografieren, oder?

Ja, beim Fotografieren kann man auch mal Glück haben, bei den Videos muss man sich das Glück verdienen, viel vorbereiten und viel Geduld haben. Die Vögel müssen sich ganz sicher fühlen.

Merken die Tiere nicht irgendwann, dass sich da ein Objektiv oder eine Person bewegt?

Das muss man vermeiden oder sie daran gewöhnen. Am besten beides. Mit der Zeit habe ich in Pegos Marjal Stellen gefunden, wo bestimmte Vögel zu einer bestimmten Zeit öfter waren. Dann hab ich mir ein leichtes Tarnzelt zum Reinlegen auf dem Bauch genäht. So ist man auf Augenhöhe mit den Vögeln.

Aber merken die Vögel dann nicht trotzdem, dass da plötzlich etwas steht, was da nicht hingehört?

Doch. Aber sie wissen nicht, ob es eine Bedrohung ist oder ob ein Landwirt da eben was hingestellt hat. Sie beobachten das ganz genau. Darum kann man zu diesem Zeitpunkt nicht filmen. Mein Trick war, dass es die Fassade des Zeltes zweimal gibt. Ich habe also zu einer Tageszeit, zu der die Vögel nicht dort sind, nur die Attrappe aufgestellt. Ein paar Tage später bin ich dann wieder um diese Uhrzeit in den Marjal gekommen, habe die Attrappe gegen das richtige Zelt getauscht und dann da drin meist so ein bis zwei Stunden gewartet, bis die Vögel kamen.

Haben Sie alles auf eigene Faust gemacht oder hatten Sie auch Unterstützung?

Ich habe mich recht früh mit den Zuständigen vom Park in Verbindung gesetzt. Eine große Hilfe waren aber auch die Angler und vor allem die Landwirte, die täglich dort arbeiten. Die habe ich schon manchmal etwas beneidet. Es ist erstaunlich, wie die sonst scheuen Vögel die Traktoren geradezu umlagern.

Haben Sie einen Rat, wie man in Pegos Marjal mit weniger Aufwand zu recht guten Fotos kommt?

Mit den Autos ist das sehr ähnlich wie mit den Traktoren. Die Vögel haben sich daran gewöhnt. Sie werden zwar aufmerksam und beobachten, Autos werden aber spontan nicht als Gefahr gesehen – solange sie fahren! Hält man an, kann sich das ganz schnell ändern. Am besten ist es also, wenn man einen Fahrer hat, der langsam weiterfährt, und man selbst dabei seine Aufnahmen macht.

Gibt es auch andere Aufnahmen von Ihnen von der Costa Blanca?

Ich habe auch viele Feste fotografiert und gefilmt und manch andere Dinge. Neben Pegos Marjal kann man unter meinen Video-Dokus auf Youtube auch „fliegende Menschen“ sehen. Etwa beim „Campeonato Mundial“ der Base-Jumper (das sind Leute, die sich aus der Höhe hinabstürzen und erst im freien Fall den Gleitschirm auslösen), wo rund 30 Extremsportler aus aller Welt vom Hotel Bali in Benidorm springen.

Ein Heiliger Ibis steht auf Gräsern vor einem Reisfeld.
Seltener Vogel in Pegos Marjal: Der Heilige Ibis. © Thomas Schäfer

Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Spanien-Videos des deutschen Fotografen Thomas Schäfer. Zu sehen unter www.youtube.com/user/thomasalemania/videos.

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