Auf einem Sportgelände hält eine Person mit hellem Shirt ein paar helle Schuhe mit roten Schnürsenkeln.
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Die inklusiven Öko-Schuhe von der Costa Blanca reisten nach Tokio zu den Paralympics.

Leben mit Behinderung in Spanien

Inklusive Öko-Schuhe: Von der Costa Blanca zu den Paralympics - Hingucker in Tokio

  • Stefan Wieczorek
    VonStefan Wieczorek
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Bei der Abschlussfeier der Paralympics in Tokio waren die Füße der Sportler aus Spanien schick verpackt: Die Schuhe wurden von Menschen mit Behinderungen designt und hergestellt. Glück im Unglück hatten die Hersteller ausgerechnet durch die Coronavirus-Pandemie.

Tokio - Nun haben es die inklusiven Öko-Schuhe von der Costa Blanca sogar bis nach Tokio geschafft. Bereits bei der Eröffnung der Paralympischen Spiele am 24. August 2021 trugen die spanischen Sportler und Fahnenträger, Vertreter des Königshauses und des Paralympischen Komitees Timpers an den Füßen. Bei den Hinguckern handelt es sich um Sportschuhe eines Start-Up-Unternehmens, das Studenten der Universität Alicante vor einigen Jahren gegründet haben. Das Besondere: Die Schuhe werden von Menschen mit Behinderungen designt und hergestellt. Zudem sind sie dank recycelter Stoffe umweltfreundlich.

ParalympicsParalympische Spiele Tokio 2020
Datum: Di., 24. Aug. 2021 – So., 5. Sept. 2021
Ort: Präfektur Tokio

Inklusive Öko-Schuhe von Costa Blanca sind Hingucker bei Paralympics

Auch bei der Abschlussfeier der Paralympischen Spiele am Sonntag, 5. September, in Tokio strahlten an den Füßen der Sportler und Verantwortlichen von Spanien die inklusiven Öko-Schuhe von der Costa Blanca. Die Einkleidung der Paralympics-Sportler ist für die jungen Hersteller aus Valencia ein paralympisches Märchen, wie die Goldmedaille für „Adi Iglesias“. Auf nationaler Ebene hat Timpers für das inklusive und umweltfreundliche Konzept schon viele gute Kritiken und manchen Preis erhalten. Doch nun gehe „ein Traum in Erfüllung“, freut sich Roberto Mohedano, einer der Erfinder dieser Hingucker.

Schon vor Jahren, als Studenten der Universität Alicante, träumten Roberto Mohedano, ein Betriebswirt, Aitor Carratalá, ein Architekt, und Diego Soliveres, ein Jurist, davon, einen Sportschuh extra für ein internationales Sportevent wie die Paralympischen Spiele in Tokio herzustellen. Die Sehbehinderung von Solivere - seine Sicht ist um 75 Prozent eingeschränkt - brachte letztendich den Anstoß für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Die guten Kontakte zur Schuhbranche der Costa Blanca machten es möglich, dass die Studenten erste Entwürfe ihres inklusiven Öko-Schuhs herstellten.

Idee Paralympics: Zunächst waren Hersteller spät dran

Was als reines Online-Projekt der drei Studenten aus Alicante begann, wurde auch dank rascher Verbreitung auf den Sozialen Netzwerken zu einem großen Erfolg. Bald meldeten sich Interessierte längst nicht nur von der Costa Blanca sondern aus ganz Spanien, die gern Timpers ausprobieren wollten. Die Klick- und Mundpropaganda vertrieb zudem positive Berichte über Tragekomfort und Beständigkeit des solidarischen Öko-Schuhs, der zudem auch optisch mit Schlichtheit und zugleich Eleganz und Originalität bei Jung und Alt ankommt. Ein richtiger Hingucker.

In Spanien werden die inklusiven Öko-Schuhe von der Costa Blanca immer populärer: Hier trägt sie die paralympische Sportlerin Sara Andrés Barrio.

Immer mehr Sportlerinnen und Sportler aus Spanien teilten zudem auf Instagram und Co. Fotos von sich, den inklusiven Öko-Schuh tragend. So die paralympische Leichtathletin Sara Andrés Barrio, der 2021 im 200-Meterlauf ein Weltrekord gelang. Eigentlich, dachten sich die erfinderischen Hersteller von der Costa Blanca, stünde der Timpers-Schuh auch den Paralympics-Sportlern von Spanien gut zu Fuß. Die Valencianer trauten sich und bewarben sich als Ausrüster beim Paralympischen Komitte in Madrid. Doch leider hatten sie Pech - zunächst.

Öko-Schuh im flotten Weiß: Punkte für Spanien

Denn zwar fand das Komitee die Idee, die paralympischen Sportler aus Spanien in Tokio mit dem inklusiven Öko-Schuh zu bekleiden, wunderbar. Jedoch war der Auftrag bereits an einen anderen Schuhhersteller vergeben. Schade! Ein Happy-End für Timpers gab es dennoch. Und das lag ausgerechnet an der Coronavirus-Krise. Diese ließ die Paralympics in Tokio im Sommer 2020 ausfallen und sorgte für die allgemein bekannte unstabile Wirtschaftslage. In diesem Zuge trat das andere Unternehmen als spanischer Ausrüster für die Paralympischen Spiele zurück.

Doch die Paralympics „2020“ sollten stattfinden - jedoch ein Jahr später. Daher musste für die Sportlerinnen und Sportler bei der Eröffnung und der Abschlussfeier in Tokio in Windeseile ein neuer Schuh her. Timpers stand bereis. Ein Design hatten die Hersteller von der Costa Blanca längst parat. Ihre Kontakte zu Schuhfabriken im südlichen Land Valencia ermöglichten die Produktion im Rekordtempo. Das Ergebnis: Ein flotter weißer Schuh, auf dem diskret eine dünne Linie in Farben der Nationalflagge von Spanien eingezeichnet ist. Die Seite prägt ein gepunktetes Muster: ein Wort in Blindenschrift – „España“.

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