Traurige Handballerinnen applaudieren nach einem verlorenen Spiel.
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Schmerzliche Niederlage und bitteres Ende: Spanien schließt Handball-WM im eigenen Land ohne Medaille ab.

WM in Spanien

Handball-WM der Frauen in Spanien: Kriegerinnen verpassen Chance auf Medaille

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  • Hella Horstendahl
  • Marco Schicker
    Marco Schicker
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    Stefan Wieczorek

Bei der 25. Handball-Weltmeisterschaft der Frauen vom 1. bis 19. Dezember in Spanien drehen die „Guerreras“ (Kriegerinnen) auf heimischem Terrain zusehends auf. Trotz eines starken Turniers reicht es für die Spanierinnen am Ende nicht für das Treppchen aus.

Trauriger Abschluss: Kraftloses Spanien verschenkt in der Handball-WM Bronze-Medaille an Dänemark

Update, 20. Dezember: Die spanischen Nerven lagen blank! So lässt sich das vergangene Spiel um Platz drei der Handball-WM der Frauen in Spanien am Samstag, 18. Dezember, beschreiben, in dem die Däninnen die „Guerreras“ (Kriegerinnen) mit einem Sieg von 35:28 regelrecht vom Platz fegten. Den Spanierinnen fehlte der doch so bekannte Biss, alle Kräfte schienen verloren, die Angst vor einer Niederlage und der verpassten Chance auf eine Medaille überschatteten das Spiel der Gastgeberinnen. Die dänische Mannschaft versenkte einen Ball nach dem anderem im gegnerischen Netz, deren Abwehr nicht existent war. Auch der Angriff der „Guerreras“ ließ im Vergleich zu bisherigen Spielen zu wünschen übrig, unnötige Ballverluste und schwache Eins-gegen-Eins-Situationen beschämten ihr Spiel. Wo waren die Spanierinnen nur mit ihrem Kopf? Alleine in den letzten zehn Minuten der Partie kämpften die „Guerreras“ gegen eine endgültige Demütigung an und schafften es, nicht noch mehr in den Rückstand zu kommen.

Es ist ein trauriger Abschied der Gastgeberinnen in Granollers, die so für eine Medaille und einen Platz auf dem Treppchen gekämpft hatten. Ihr letztes Spiel ist nicht ihrem Niveau angemessen, doch am Ende verließen die starken „Guerreras“ einfach die Kräfte und Nerven. Dieser vierte Platz muss jetzt erst einmal verdaut werden.

Handball-WM der Frauen in Spanien: Kriegerinnen werfen Deutschland raus

Update, 14. Dezember: Was für ein Viertelfinale! In den ersten Minuten des Duells gegen Deutschland am Mittwochabend waren die Spanierinnen völlig von der Rolle. Schnell setzte sich das deutsche Handball-Team im Palau d´Esports im katalanischen Granollers mit 0:4 ab. Doch dann fand José Ignacio Prades, Trainer der „Guerreras“ (Kriegerinnen) aus Spanien, die richtigen Worte, um den Schalter umzulegen. Noch vor der Pause lagen die WM-Gastgeberinnen mit 14:10 vorn und ließen fortan nichts anbrennen. Zur besten Spielerin wurde Paula Arcos gekürt. Bestnoten verdienten sich auch Carmen Campos und Torhüterin Mercedes Castellanos. Im Halbfinale der Weltmeisterschaft am Freitag, 17. Dezember, lautet der Gegner Norwegen.

Handball-WM der Frauen in Spanien: Die Siegessträhne der „Guerreras“ lässt nicht nach - jetzt winkt das Halbfinale.

Update, 13. Dezember: Dank des verdienten Sieges gegen Kroatien (27:23) und einem hart erkämpften Punktegewinn gegen Brasilien (27:24), geht Spanien ungeschlagen als Gruppensieger aus der Hauptrunde. Nun haben die „Guerreras“ das Duell im Viertelfinale gegen Deutschland im Visier, wo es um das Ticket für das Halbfinale geht. Beide Mannschaften sind heiss auf eine Medaille, doch morgen (13. Dezember) um 20:30 Uhr kann nur ein Team weiterkommen. Eine Partie, die man nicht verpassen sollte.

Handball-WM der Frauen in Spanien: Deutschland trotz Dämpfer im Viertelfinale

Erstmals seit 2013 erreicht die deutsche Nationalmannschaft der Frauen das Viertelfinale der Handball-WM. Bereits am Freitag lösten sie ihr Ticket für die K.o.-Runde durch einen Sieg gegen Südkorea (37:28) ein. Einen deutlichen Verlust müssen die Deutschen aber dennoch einstecken: Gegen Turnierfavorit Dänemark kassiert die DHB-Auswahl erstmals einen Dämpfer, dem Viertelfinale steht aber nichts mehr im Weg. Dafür tritt Deutschland morgen, am 13. Dezember, gegen Gastgeber Spanien in Granollers an.

Österreich beendet seine Handball-WM erfolgreich und belohnt sich zum Schluss selbst mit einem Sieg gegen Kroatien (27:23). Durch die erstmals vollzählige Mannschaft, die zuvor durch Corona-Erkrankungen personell geschwächt war, und die Mobilisierung aller Kräfte konnte sich das ÖHB-Team durchsetzen und belegt schlussendlich Platz vier in der Hauptrundengruppe 4. Damit beendet Österreich die Handball-WM in Spanien unter den Top 16 der Welt, die endgültige Platzierung steht noch aus. 

Handball-WM der Frauen: Spanien und Deutschland gehen ohne Fehltritt aus der Vorrunde

Update, 7. Dezember: Deutschland schnappt sich in der Gruppenphase drei Siege und schafft sich so eine perfekte Ausgangslage für die nächsten Spiele mit einer guten Portion Selbstbewusstsein. Mit den Siegen gegen Tschechien (31:21) und Slowenien (36:22) und dem knappen Triumph in einer Zitterpartie gegen Ungarn (25:24) hat sich die deutsche Handballnationalmannschaft für die Hauptrunde der Weltmeisterschaft in Spanien qualifiziert. Erster Hauptrunden-Gegner für Deutschland ist in Granollers bei Barcelona am Mittwoch (18 Uhr) Außenseiter Republik Kongo. Am Freitag (15.30 Uhr) tritt die deutsche Nationalmannschaft gegen Asienmeister Südkorea an, bevor sie am Sonntag (20.30 Uhr) gegen Rekordeuropameister Dänemark auf Punktejagd geht.

Die spanischen „Guerreras“ schlagen in Torrevieja China (33:18) und die geschwächte österreichische Mannschaft (31:19), der aufgrund von Covid-Erkrankungen fünf Spielerinnen fehlte. Damit geht auch Spanien fehlerfrei und mit voller Punktzahl im Gepäck in die Hauptrunde, wo die Handballerinnen am Mittwoch (20.30 Uhr) als erstes auf Japan treffen. Kroatien wird am Freitag Spaniens nächster Gegner, die Hauptrunde schließt die Mannschaft mit einer Partie am Sonntag gegen Brasilien ab.

Handball-WM der Frauen in Spanien: Österreich krankheitsbedingt geschwächt - Hoffnung auf eine Medaille beginnt zu bröckeln

Der einzige Sieg gegen China (38:27) rettet die angeschlagenen österreichischen Handballerinnen knapp in die Hauptrunde der WM. Am Mittwoch (18 Uhr) muss sich dann die mitteleuropäische Mannschaft gegen Brasilien beweisen, damit sie im Turnier bleibt und noch auf eine Medaille hoffen kann. Österreich trifft genau wie Spanien auch auf Japan (Freitag) und Kroatien (Sonntag).

Die besten zwei Teams der vier Hauptrunden-Gruppen ziehen in die K.o.-Phase der Handball-WM der Frauen in Spanien vom 8. bis 13. Dezember mit 32 Mannschaften ein.

Handball-WM der Frauen in Spanien: „Guerreras“ liegen sich nach ihrem ersten Sieg im Debüt gegen Argentinien in den Armen.

Update, 2. Dezember: Das Spiel der zwei Gesichter. Das Debüt der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen in Spanien am Mittwochabend begann schleppend, sowohl für die Argentinierinnen als auch für die Gastgeber. Spaniens Sicherheit und Selbstbewusstsein aus der Vorbereitung fehlte zunächst, einen verdienten Sieg von 29:13 konnten sie sich aber im Palacio de los Deportes in Torrevieja doch auf ihr Konto gutschreiben.

Handball-WM der Frauen in Spanien: Wackeliger Start der „Guerreras“, aber Sieg im ersten Spiel

Man hatte vielleicht einen aufregenden, energiegeladenen Start in die Handball-WM der Frauen in Torrevieja erwartet, doch Glanzleistungen und ein Feuerwerk des Könnens wurden in der ersten Halbzeit vermisst. Besonders die Abwesenheit von Lara González, die sich im letzten Training vor dem Spiel den Finger brach und nun für die WM ausfällt, machte sich in der anfänglichen etwas schwächelnden 6:0-Abwehr deutlich. Die Argentinierinnen machten dem Gastgeber das Leben durch viel Druck auf die Abwehr schwer. Allein Shandy Barbosa fiel in der ersten Hälfte durch ihren bissigen und selbstbewussten Angriff positiv auf. Bei einem ausgeglichenen Kopf-an-Kopf-Rennen konnte sich Spanien nie mit mehr als zwei Toren Vorsprung absetzen und begab sich mit einer 11:10-Führung in die Pause. Jetzt muss sich etwas ändern.

Handball-WM der Frauen: Nach der Pause legen die Spanierinnen den Schalter um

Erst in der zweiten Halbzeit drehten die „Guererras“ so richtig auf und spielten ihre Stärken aus. Die Umstellung der spanischen Abwehr in eine 5:1-Defensive brachte die Argentinierinnen aus dem Konzept, sie probierten hin und her, aber fanden keine Lücke zwischen den flinken Spanierinnen. Die Tatsache, dass die Südamerikanerinnen in der zweiten Hälfte nur drei Tore erzielten, unterstreicht die Stärke der spanischen Abwehr und zeigt den ausgeprägten Teamgeist und Siegeswillen, die der Schlüssel zum Erfolg der spanische Handballerinnen waren. In dieser bärenstarken Abwehrmauer stach besonders Kaba Gassama hervor, die äußerst gut mit Paula Arcos harmonierte. Die Rückkehr der Nantes Atlantique Spielerin nach den verpassten Olympischen Spielen in Tokio hätte nicht besser sein können, der Start in die WM war aber auch für sie etwas schleppend.

Handball-WM der Frauen: Gastgeber Spanien zieht nach guter Teamleistung positive Bilanz

Einen großen Anteil am Sieg hatte auch die Torhüterin Silvia Navarro, die bereits in der ersten Halbzeit einen entscheidenden Sieben-Meter abwehrte, der die Stimmung in der Halle wieder anheizte. Sie bereitete eine perfekte Vorlage für einen Gegenstoß von Maitane Etxeberria vor und erzielte sogar noch selbst ein Tor. Navarro wurde anschließend zur besten Spielerin der Begegnung ausgezeichnet. Prades bedankt sich bei den Zuschauern für die außergewöhnliche Atmosphäre, die den spanischen Handballerinnen in der zweiten Hälfte sehr geholfen hat.

Es war eine Partie, die sich in der zweiten Halbzeit entschieden hat. Durch die Anpassungsfähigkeit der Spanierinnen. Ihre Taktik. Ihren Siegeswillen. Prades‘ kluge Umstellungen in den richtigen Momenten. Es ist ein wichtiger Sieg der „Guerreras“ auf einem erfolgreichen Weltmeister-Weg. Denn er gibt Raum für Verbesserungen und Hoffnung. Hoffnung auf das langersehnte Gold.

Handball-WM der Frauen in Spanien: „Kriegerinnen“ auf Angriff getrimmt.

Erfolgreiche Generalprobe motiviert „Guerreras“ für den Start in die Handball-WM in Spanien

Update, 1. Dezember: Schon bei der Generalprobe am Wochenende, dem internationalen Vorbereitungsturnier in Madrid, zeigten die spanischen „Guerreras“ (Kriegerinnen) ihren Biss und Siegeswillen. Das hitzige Finale gegen Deutschland wurde dank Taktik und Konzentration mit einem knappen Sieg von 23:22 belohnt.

Coach José Ignacio Prades entschied sich am Anfang des Spiels für eine defensive Abwehr, an der die Deutschen mehrmals scheiterten, und auch Silvia Navarro stand wie eine Mauer im Tor, was zu einem 4:0 Vorsprung führte. Die deutschen Handballerinnen hatten Schwierigkeiten in das Spiel zu finden, Schwung brachten erst die Tore von Alina Grijseels und eine stärkere deutsche Abwehr in das Geschehen. Die knapp erkämpfte Führung der Spanierinnen von 13:11 nach der ersten Halbzeit ließen sich die „Guerreras“ aber wieder aus der Hand nehmen.

Nach einer motivierenden Ansprache von Prades, Fehlern auf Seiten der deutschen Mannschaft und einer Glanzleistung des gesamten spanischen Teams, konnten sich die „Guerreras“ in den letzten Minuten den knappen Sieg schnappen. Im Halbfinale hatten sie bereits Polen mit 32:25 besiegt und die gute Form und Stimmung untermauert. Ihre konstante Intensität und Anpassungsfähigkeit machten die körperliche Unterlegenheit der Spanierinnen wett und machen sie zu einem gefährlichen Gegner. Jetzt steht einem erfolgreichen Start in die Handball-WM 2021 der Frauen nichts mehr im Weg.

Erstmeldung, 30. November: Torrevieja – Das Team der spanischen Handball-Frauen stand lange im Schatten der wesentlich erfolgreicheren Männer-Nationalmannschaft. Doch vom 1. bis 19. Dezember wollen die „Guerreras“ (Kriegerinnen) daheim in Spanien bei der 25. Handball-Weltmeisterschaft der Frauen zeigen, was man alles mit Motivation und Ehrgeiz erreichen kann.

3G-Regel für Handball WM in Spanien - Ohne Covid-Pass kein Eintritt

Spanien ist zum ersten Mal Gastgeber einer Handball-WM der Frauen und empfängt mit Freude die insgesamt 32 internationalen Mannschaften. Die Spiele werden in Granollers (Provinz Barcelona, Katalonien), Llíria (Valencia), Castellón de la Plana und Torrevieja, ganz im Süden der Provinz Alicante an der Costa Blanca ausgetragen. Der ursprünglich vorgesehene Finalort Barcelona wurde aufgrund der Corona-Pandemie durch Granollers ersetzt. In den Stadien haben zwischen 3.000 und 6.000 Zuschauer Platz, die Kapazität wurde aber auf 80 Prozent beschränkt, zudem werden in Katalonien und Valencia kurzfristig die 3G-Regeln angewandt, nachdem Gerichte dem in der Vorwoche zustimmten. Es ist also der Covid-Pass, pasaporte covid der EU, nötig (geimpft, genesen oder getestet) verlangt.

Handball-WM der Frauen in Spanien: Wann die Deutschen spielen - Kader der "Guerreras" mit Überraschungen

Vom 26. bis 28. November fanden bereits ein internationales Vorbereitungsturnier in Madrid statt, bei dem Spanien auch gegen Deutschland antrat. Die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 2021 beginnt mit dem Spiel der Spanierinnen gegen die Argentinierinnen am 1. Dezember um 20.30 Uhr in Torrevieja.

In derselben Halle kämpfen die Guerraras in ihrer Gruppe H am 4. Dezember um 20.30 Uhr gegen die Volksrepublik China und am 6. Dezember um 20.30 Uhr gegen Österreich um Punkte. Deutschland trägt seine Spiele der Gruppe E in Llíria nahe Valencia aus und beginnt am 2. Dezember um 18 Uhr mit einer Partie gegen Tschechien. Danach folgen die Spiele am 4. Dezember um 18 Uhr gegen die Slowakei und am 6. Dezember um 20.30 Uhr gegen Ungarn.

Die Spiele der Vorrunde werden bis zum 7. Dezember ausgetragen, gefolgt von der Zwischenrunde und den K.O-Partien. Das Finale findet am 19. Dezember um 14.30 Uhr in Granollers statt. Spaniens Nationaltrainer José Ignacio Prades stellte einen ausgewogenen Kader mit starken Spielerinnen vor, der aber auch einige Überraschungen bietet. Für das Turnier holt der Coach Ainhoa Hernández zurück, die bereits für die Olympischen Spiele in Tokio einberufen wurde. Zusätzlich tritt Laura Hernández den spanischen Handballerinnen bei, die 2017 ihr Debüt feierte. Für Aufmerksamkeit sorgten dagegen die Nicht-Berufungen von Nerea Pena und Mireya González.

Hungrig nach Gold: Spanische Handballerinnen wollen mit Motivation vor Heimpublikum glänzen

„Wir haben das Privileg, eine Weltmeisterschaft, einen Wettbewerb dieses Niveaus, vor unseren Fans genießen zu können. Für mich wird es etwas ganz Besonderes sein, so nah an der Heimat zu spielen“, will Rückraum-Links-Spielerin Lara González motiviert in das Turnier starten.

Spaniens Handball Männer schlugen sich wacker bei der Handball-WM. Aber gegen Dänemark reichte es am Ende doch nicht.

Nach dem knapp verpassten WM-Titel 2019 in Japan sind die Guerreras mit Kapitänin Silvia Navarro hungrig nach Gold. In der Vorrunde stellen Argentinien, China und Österreich keine allzu große Hürde für die Spanierinnen dar. Bei ihrer aktuellen Rückkehr an die Weltspitze ist also in diesem Wettbewerb die erste WM-Goldmedaille zum Greifen nah.

Abseits des Kampfes auf dem Platz bleibt aber auch noch Raum für Spaß. Der venezolanische Sänger Carlos Baute komponierte für die WM den Song „LaLaGol“, den er live bei der Eröffnung in Torrevieja singen wird. Die Spielerinnen der spanischen Nationalmannschaft nahmen im Oktober während eines Trainingslagers in Málaga zusammen mit dem Sänger selbst an den Dreharbeiten für das Musik-Video teil. Fans können die Spiele live auf Teledeporte, RTVE Play und auf sportdeutschland.tv verfolgen.

Handball-WM der Frauen in Torrevieja: Zweifel an finanzieller Sauberkeit

Wiewohl die Handball-WM der Frauen für die austragenden Orte ein Highlight darstellt, dass sie auf die internationale Medienbühne bringt und von der sie sich daher auch positive Effekte für das Image als Touristenziele sowie Einnahmen versprechen, bleiben Polemiken nicht aus, "Dorfgeschichten", von denen die Handball-Fans an den Bildschirmen weltweit nicht viel mitbekommen.

Der Präsident der Provinz Alicante, Mazón und Torreviejas Bürgermeister Dolón freuen sich auf die Handball-WM.

So hofft Alicantes Provinzverwaltung dass die Frauenhandball-WM, allein vom 1. bis 12. Dezember in Torrevieja, drei Millionen Euro Umsätze für Hotelerie, Gastwirtschaft, Taxiunternehmen und andere Dienstleister generiert, womit die Investitionen „vierfach wieder reingeholt“ würden. Einen Tag nach dieser Ankündigung der Provinzverwaltung Alicante wurden es schon vier Millionen Euro, diesmal nach Aussagen des Bürgermeisters von Torrevieja, Eduardo Dolón von der konservativen Volkspartei, PP, für den die Handball-WM nur ein Schritt auf dem Weg zur "Weltstadt des Sport" Torrevieja sein soll. Einen Titel, um den auffällig viele seiner PP-Amtskollegen rittern.

Doch allein in Torrevieja kostete der WM-gerechte Ausbau der Sportstadt (Ciudad del Deporte) mitbisher 5,5 Millionen Euro, 1,3 Millionen Euro mehr als zunächst geplant. Die Opposition in der Stadt bemängelt, dass die Arbeiten nur dem Elite-Event in der Mehrzweckhalle für bis zu 3.000 Zuschauer dienten und kaum den Hobbysportlern zu Gute kämen und zudem, dass die Verträge für die Renovierung der über 30 Jahren alten Anlagen "freihändig" vergeben worden seien, ohne ordentliche Ausschreibungen. Der Bürgermeister habe für die Umgehung der Ausschreibungsregeln "Dringlichkeiten im öffentlichen Interesse" angegeben, ebenso für die erst drei Wochen vor Beginn genehmigten 460.000 Euro aus der Stadtkasse für die "Organisation" der Handball-WM, obwohl die meiste Arbeit von Volontären übernommen würde, 270 allein in Torrevieja, über 1.000 an allen vier Standorten.

Handball-WM in Torrevieja, Spanien: Eine Mega-Fiesta für den Bürgermeister

In Torrevieja finden gleichzeitig mit der Handball-WM der Frauen auch die jährlichen Fiestas, die Patronatsfeiern von Torrevieja statt, deren Budget sowie jenes für die Weihnachtsbeleuchtung um mehrere hunderttausend Euro aufgestockt worden sind. In einer Stadt, die fast das niedrigste Durchschnittseinkommen ganz Spaniens aufweist und in der über 3.000 Familien ohne regelmäßige Lebensmittelspenden nicht über die Runden kommen. Dass deren Situation durch "Mega-Events" wie die Weltmeisterschaft im Handball verbessert würde, bezweifeln Kritiker. Vielmehr würde, so die Opposition, der Bürgermeister ein Zerrbild, ein Potemkinsches Dorf errichten.

Tickets für die Handball-WM der Frauen in Spanien gibt es auf der Webseite von Marca.

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