Der Ort Planes de la Baronía im Hinterland der Costa Blanca.
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Planes de la Baronía ist besonders zur Kirschblütenzeit einen Ausflug wert.

Abseits der Küste

Hinterland Costa Blanca: Rundfahrt zwischen Kirschblüten

  • Andrea Beckmann
    vonAndrea Beckmann
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Faszinierende Berglandschaften, in Dornröschenschlaf versunkene Dörfchen und Kirschenfelder, auf denen die Bäume in Blüte stehen. So präsentiert sich das Ausflugsziel Vall de Gallinera.

Vall de Gallinera - Der Norden der Provinz Alicante ist schön, das Hinterland der nördlichen Costa Blanca für Besucher ein Muss. Um möglichst viel zu entdecken, bietet sich eine Fahrt mit dem Auto an. Genügend Zeit sollte man etwa für folgende Rundfahrt einplanen. Wie lange Sie für die rund 125 Kilometer benötigen, hängt davon ab, ob Sie zum Essen in eine Bar einkehren oder sich mit einem Bocadillo aus der Hand begnügen.

Vall de GallineraSpanien
ProvinzAlicante
LandkreisMarina Alta
Fläche 53,60 km2
Einwohner525 (2020)

Ausgangspunkt der Rundreise ist Ondara. Von hier geht es über die Landstraße C-731, vorbei an Orangenhainen, die zu dieser Jahreszeit ihren Azahar-Duft versprühen, in Richtung Beniarbeig. Direkt hinter dem Barranco biegt man links in Richtung Sagra ab und folgt der CV 729. Kurzer Halt in Sanet y Nagrals. Obwohl bereits elf Uhr, ist es noch sehr still in den Gassen. Eine Frau kehrt den Bürgersteig, und vor der Bäckerei tauschen zwei Valencianas die Dorfneuigkeiten aus. Werfen Sie einen Blick in die Kirche Santa Ana, deren unscheinbares Äußere täuscht. Das Gewölbe zieren gut erhaltene Deckenmalereien aus dem Jahr 1865, aber auch neueren Datums. Geöffnet wird die Kirche immer eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst.

Weiter geht´s. Kaum hat man Sanet y Negrals hinter sich gelassen, taucht schon das Ortsschild von Benimeli auf. Im wahrsten Sinne des Wortes nur einen Katzensprung voneinander entfernt, nämlich 24 Schritte, trennen die beiden Örtchen von Ortsschild zu Ortsschild voneinander.

In Sagra geht es an der Hauptstraße CV 715 rechts nach Pego ab. Nach wenigen Metern öffnet sich die Landschaft und gibt den Blick über Orangen- und Zitronenfelder bis zur Küste frei. Dazwischen hin und wieder Mispelbäume und blühende Wildpflanzen am Wegesrand. Die Luft ist glasklar.

Sechs Kilometer hinter Sagra führt eine Serpentinenstraße links ab in Richtung Vall de Ebo (12 km) und zu einer der schönsten Tropfsteinhöhlen dieser Region. Ein Abstecher ist für diese Rundfahrt jedoch zu zeitintensiv. Weiter geht es deshalb geradeaus und über eine recht kurvenreiche Straße in Richtung Pego. Hinter jeder Biegung öffnet sich ein herrlicher Ausblick. Zur rechten und linken Straßenseite Kiefernwäldchen und knorrige Olivenbäume, deren Blätter silbern in der Sonne glänzen.

Hinterland Costa Blanca: Forna mit seinen weiß getünchten Hausfassaden lädt zum Bummeln ein

Von Pego führt die Reise auf der CV 700 weiter durch Adsubia in Richtung Cocentaina. Lohnenswert ist ein Abstecher nach Forna. Ein kleiner Ort, dessen Bewohner ganz besonders liebevoll mit ihrem Besitz umgehen. Bunt blühende Pflanzen vor der Tür stehen im hübschen Kontrast zu weiß getünchten Hausfassaden. Am besten lässt man das Auto am Ortsrand stehen und macht einen Spaziergang durch die Gassen. Bewegung tut gut.

Und es geht wieter auf der CV 700 Richtung Cocentaina. Nach einer etwas holprigen Strecke, die den Blick auf wunderbare Terrassenlandschaften freigibt, erhebt sich links auf einem Hügel das Dörfchen Benirrama. Mit den Orten Benialí, Benissivà, Benitaia,La Carroja, Alpatró, Llombai und Benissili, die alle ihren eigenen, ganz speziellen Zauber haben, bildet es das Kirschenanbaugebiet Vall de Gallinera. In Benialí, dem Verwaltungsort dieses Dorfverbundes, wartet gerade Doña Josefina mit dem Mittagessen auf ihren Sohn. „Endlich sind die Regenwolken wieder verzogen!“, ruft sie herüber. „Was für ein wunderbarer Tag! Fast schon zu warm für die Jahreszeit.“

Ein Abstecher in das kleine Örtchen Forna mit seiner Burg lohnt sich auf jeden Fall.

Malerisches Hinterland: Vorbei an blühenden Kirschplantagen

Vorbei geht es nun an unzähligen Kirschbäumen, die ihre Knospen bereits geöffnet haben. Sie sind zu dieser Jahreszeit Ziel vieler Ausflügler und Hobbyfotografen. Man wird sich nicht satt sehen können an der üppigen Pracht der Blüten, die uns als Frühlingsboten den weiteren Weg weisen.

Über unzählige Kurven erreicht man nach einigen Kilometern Planes de Baronía In diesem Ort im Kreis Comtat sollte man sich Zeit für die Erkundung nehmen. Neben malerischen Gassen, einer Burgruine aus dem 11. Jahrhundert, der Kirche Nuestra Señora de la Asunción aus dem 18. Jahrhundert und einem Aquädukt gibt es hoch oben auf dem Berg die „Ermita del Cristo“ zu bestaunen. Die Strapazen des Aufstiegs werden mit einem herrlichen Panoramablick belohnt. Nach einer kleinen Verweilpause, die zu einem Picknick vor ansprechender Kulisse einlädt, wird es langsam Zeit, den Heimweg anzutreten. Dieser könnte zur Abwechslung über Margarida, Beniaia, Facheca, Famorca, Casell de Castells, Parcent, Alcalalí und Jalón nach Benissa führen.

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