Cumbre Vieja

La Palma: Vulkan gönnt sich nach Ausbruch eine Ruhepause

Der Vulkan auf La Palma kommt zum ersten Mal seit Beginn des Ausbruchs auch für längere Zeit zur Ruhe. Doch die Eruptionen könnten weitergehen, sagen Fachleute.

Update vom Mittwoch, 15.12.2021, 11.45 Uhr: Der bisher aktive Vulkan auf La Palma scheint sich zu beruhigen. Medienberichten zufolge hat die Nationale Sicherheitsdirektion die eruptive Aktivität als „praktisch verschwunden“ angegeben. Die Fachleute registrierten die längste Zeitspanne seit dem Ausbruch des Vulkans vor 88 Tagen, in der es zu keinem Beben gekommen war.

Mit dem Ausbleiben der Erdstöße sei auch die Schwefeldioxid-Konzentration in der Luft gesunken, teilte das Vulkanologische Institut der Kanarischen Inseln (Involcan) den Berichten zufolge mit. Auf weniger als fünf Tonnen pro Tag sei diese gefallen und habe somit eine geringe Menge erreicht. In den vergangenen Wochen stieß der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma dagegen mehrere tausend Tonnen pro Tag aus.

Pause nach 88 Tagen: Vulkan auf La Palma ruht so lange wie noch nie

Unterlagen des Geografischen Institut La Palma zufolge ist die Aktivität des Vulkans nach einem starken Ausschlag der Messwerte Anfang Dezember immer weiter abgefallen. Ruhigere Pausen hatte es während des 88-tätigen Ausbruch des Vulkans, der Teil der Gebirgskette Cumbre Vieja ist, zwar immer wieder gegeben, am Mittwoch (15.12.2021) blieb die Erde aber für die bisher längste Zeit ruhig.

Das freut auch den Vulkanologen Rubén López, Mitglied des National Geographic Institute auf La Palma. Er schrieb auf Twitter: „Guten Morgen aus einem zutiefst ruhigen Aridane-Tal, ohne eruptive Beobachtungen: keine Laven, keine Pyroklasten oder bemerkenswerten Erdbeben, das sind hervorragende Nachrichten.“ López schafft es sogar, ein Video des sich beruhigenden Vulkankraters zu machen.

La Palma: Vulkan stößt keine großen Gas- und Lavamengen mehr aus

Update vom Dienstag, 14.12.2021, 13.30 Uhr: Noch am Vortag hatte es heftige Explosionen gegeben: Der Vulkan auf La Palma hatte große Gas- und Lavamengen ausgestoßen. Nun ist die Aktivität des Vulkans überraschend zurückgegangen. Das berichtet der staatliche TV-Sender RTVE. Dies sei die längste inaktive Zeit des Vulkans seit Beginn des Ausbruchs, teilten Expertinnen und Experten von den Kanaren mit (Instituto Volcanólogico de Canarias).

Asche bedeckt die Straßen und Häuser. Ein neuer Lavastrom hat auf der Vulkaninsel La Palma weitere Häuser zerstört.

Vulkanologinnen und Vulkanologen warnen jedoch: Dies bedeute nicht unbedingt, dass ein Ende des Ausbruchs bevorstehe. Solche kurzen Ruhephasen habe es schon wiederholt gegeben - zuletzt am vergangenen Sonntag, so der Vulkanologe Rubén López. Anschließend sei der Ausbruch dann umso heftiger gewesen, sagte López RTVE.

Erstmeldung vom Montag, 13.12.2021, 12:00 Uhr: La Palma – Seit Monaten spuckt der Vulkan auf La Palma* Asche und Lava. Nun gilt der Vulkanausbruch mit einer Dauer von inzwischen 87 Tagen seit Dienstag (14.12.2021) als der längste in der bekannten Geschichte der Kanareninsel. Bisher galt der Ausbruch des Vulkans Tehuya im Jahre 1585 mit 84 Tagen als der längste, wobei über frühere Ausbrüche keine verlässlichen Daten vorliegen.

Die Aktivität des noch namenlosen Vulkans* in der Gebirgskette Cumbre Vieja hat in den vergangenen Tagen zwar etwas abgenommen, aber vulkanologische Fachleute wagen weiter keine Prognose, wann diese enden könnte. „Die Indikatoren weisen auf eine Verlangsamung hin. Die beste Nachricht ist, dass sie stabil sind“, sagte der Präsident des Inselrates, Mariano Hernández Zapata, dem TV-Sender RTVE.  

Vulkanausbruch auf La Palma: Hoffnung auf Ende des Alptraums

Allerdings ist die Bestmarke aller Kanareninseln noch weit entfernt: Der Vulkan Timanfaya war zwischen den Jahren 1730 und 1736 auf Lanzarote nicht weniger als 2055 Tage aktiv. Die im Atlantik vor der Westküste Afrikas liegenden Kanaren sind allesamt vulkanischen Ursprungs.

Lavaströme fließen den Hang hinunter. Der Vulkan auf La Palma ist seit 86 Tagen aktiv.

Unterdessen wächst auf La Palma die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Alptraums*. „Die Aktivität ist derzeit gering und scheint darauf hinzudeuten, dass der Vulkan in die Endphase tritt. Sicher kann man aber nie sein“, wurde der Sprecher des Vulkanologischen Instituts Involcán, David Calvo, in der Zeitung El Mundo zitiert. Der kanarische Regionalpräsident Ángel Víctor Torres hatte zuvor erklärt: „Man sagt uns, es gebe wissenschaftliche Indizien dafür, dass es vor Ende des Jahres vorbei sein könnte. Wir hoffen, dass es sobald wie möglich passiert, lieber morgen als übermorgen.“

Vulkanausbruch auf La Palma: Verheerende Folgen für die Bevölkerung

Die Folgen des Vulkanausbruchs auf La Palma* sind verheerend. Seit dem Ausbruch am 19. September hat die bis zu 1300 Grad heiße Lava nach der jüngsten amtlichen Bilanz fast 2900 Gebäude zerstört. Zuletzt waren knapp 1200 Hektar von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt, wobei diese Fläche circa 1,7 Prozent des Inselterritoriums entspricht. Mehr als 7000 Bewohnerinnen und Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans evakuiert werden.

Asche bedeckt die Straßen und Häuser. Ein neuer Lavastrom hat auf der Vulkaninsel La Palma weitere Häuser zerstört.

Besonders betroffen ist der für die Insel wichtige Bananenanbau, von dem etwa die Hälfte der etwa 85.000 Einwohnerinnen und Einwohner direkt oder indirekt lebt und der sich schon vor dem Vulkanausbruch in der Krise befand.

Auch der Tourismussektor beklagt Verluste. Den finanziellen Gesamtschaden schätzte Regionalpräsident Torres vor einiger Zeit auf rund 700 Millionen Euro. (kh/ktho/df mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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