Braunes Auge mit Träne in Spanien.
+
Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - Foto von Spaniens Kampagne gegen Trans-Phobie

Tag gegen Trans-Phobie

LGBT an Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - Endlich ich im Spiegel

  • Stefan Wieczorek
    vonStefan Wieczorek
    schließen

In Spanien spitzt sich die Debatte um das Trans-Gesetz zu. Am 18. Mai will es das Abgeordnetenhaus endlich voranbringen. Zum Tag gegen die LGBT-Phobie am 17. Mai sprachen wir mit jungen Betroffenen - und mit einer Mutter.

Alicante - Ein heißes Eisen ist in Spanien das „Ley Trans“. Das geplante Gesetz für Transgender-Personen stürzte die PSOE-Podemos-Regierung in eine Krise (Hintergründe im Link). Besonders laut protestieren Feministinnen wegen Bedenken um Rechte von Frauen. Aber auch Sorgen um die Jugend bestimmen die Kritik. Am 18. Mai soll eine Debatte im Spaniens Abgeordnetenhaus das Trans-Gesetz voranbringen. Einen Tag zuvor, am internationalen Tag gegen die LGBT-Phobie, 17. Mai, laden wir an der Costa Blanca zu Begegnungen mit Betroffenen ein, die das Thema aus ihrer Sicht erklären.

Costa BlancaKüstenabschnitt in Spanien
ProvinzAlicante
RegionComunidad Valenciana

LGBT an Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - María und Iker

„¿Es chico o chica?“ Beginnen wir diesen Text im Muttertags-Monat Mai einmal mit dieser Frage. Einer Frage, die jede Mutter in Spanien bestens kennt: „Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“. Lange bevor das Kind das Licht der Welt erblickt, erwartet das Umfeld bereits mit Spannung die mütterliche Antwort. Eine fundamentale Antwort, so scheint es, für die ureigene Identität des Menschen. Noch dringender, als etwa der Name, der erst bei der Geburt vergeben wird.

„¿Es chico o chica?“ Auch María Sánchez Muñoz kennt die Frage sehr gut, die zweifache Mutter aus Torre de la Horadada, einem Dorf an der Costa Blanca. Nur hat sie ein besonderes Verhältnis zu der Antwort. „Chica“, also Mädchen, lautete die Antwort nämlich noch bei ihren beiden Schwangerschaften. Jetzt aber nicht mehr. Denn ihr älteres Kind wurde im Körper eines Mädchens geboren, ist aber ein Junge. Wir stellen vor: Iker, zwölf Jahre alt, und als Transgender-Kind ein junger Betroffener des „Ley Trans“ sowie Teil der LGBT-Gemeinschaft in Spanien.

Dass er kein Mädchen war, spürte Iker schon im Kindergarten. Heute sieht er es, wenn er zufrieden in den Spiegel schaut, mit Jungenklamotten und fescher Kurzhaarfrisur. Doch das Körperliche macht sich bemerkbar. Die Pubertät beginnt. Um ein Junge zu bleiben, müssen weibliche Hormone gestoppt, und später männliche verabreicht werden. Ein harter Weg erwartet ihn. Aber Iker, ein auffallend zielstrebiges Kind, will ihn gehen. Gemeinsam mit der Familie, gemeinsam mit Mama. (Video unten: Eine ähnliche Geschichte aus Deutschland)

LGBT in Spanien: Mütter streiten um Transgender-Gesetz

„¿Es chico o chica?“ Auch Irene Montero (Podemos) kennt die Frage gut. Spaniens junge Gleichstellungsministerin, eine Psychologin, ist eine Mama dreier Kinder – und die Stimme einer neuen Geschlechtskultur. Bei einer Veranstaltung vor den Wahlen in Madrid beließ die Linksalternative es nicht bei „Jungen und Mädchen“, sondern sprach von „niñas, niños, niñes“, oder „hijas, hijos, hijes“. Also jeweils „Kinder“, aber nicht in zwei Geschlechtern, sondern auch mit dem neutralen „e“, sozusagen dem bisher inoffiziellem Genderstern der spanischen Sprache Castellano.

Auf diese Weise bewarb die linksalternative Ministerin Irene Montero ihr „Gesetz für tatsächliche und effektive Gleichstellung von Transgender-Personen“, kurz „Ley Trans“ (Trans-Gesetz). Ein Gesetz, das in Sachen Transgender-Rechten einen enormen Schritt nach vorn tut. Ohne Gutachten von Experten, ohne Behandlung könnte jeder ab 16 Jahren offiziell das gefühlte Geschlecht für sich eintragen lassen – oder es ganz streichen.

Eine amtliche Erklärung würde reichen. In Spanien sorgte der Entwurf in LGBT-Kreisen für Jubel, aber ansonsten auch für Empörung – und das nicht nur von konservativer Seite. Am größten war der Aufschrei von Feministinnen, die ihren Kampf für Frauenrechte durch das Transgender-Gesetz ausgehebelt sehen. Aber auch um junge Betroffene sorgen sich vor allem Kritikerinnen des „Ley Trans“. Eine eiserne Gegnerin des Gesetzes ist eine weitere Mutter in der Politik – ausgerechnet Spaniens sozialistische Vizeregierungschefin, die Juristin Carmen Calvo (PSOE).

In Madrid demonstrieren Mütter für Ley Trans mit Hungerstreik.

LGBT an Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - Allan aus Benidorm

„¿Es chico o chica?“ Später als Iker, zu dem wir später zurückkommen, erkannte Allan Segura, dass er nicht das Mädchen war, nach dem sein Körper aussah. Erst als Teenager wurde es dem heute 23-jährigen LGBT-Aktivisten aus Benidorm, einer Stadt an der Costa Blanca, klar: „Ich war mit anderen Jugendlichen im Freizeitpark Terra Mítica unterwegs. Da zeigte einer auf einen Jungen und sagte: Seht mal, der da will ein Mädchen sein.“ Der Satz überfuhr damals den jungen Menschen, der nun zu den Betroffenen des neuen Transgender-Gesetzes zählen würde.

Nie hatte das brave Kind von der Nonnenschule gedacht, dass die Transgender-Option einer Geschlechtsanpassung existierte. Dabei hatte Segura längst mit dem Körper gefremdelt, ihn lieber in Schlabber-Klamotten versteckt als hervorgehoben wie die Mitschülerinnen. Schon als Kind hatte es Anhaltspunkte für die Unstimmigkeit von Körper und Identität gegeben, das hatte auch seine Mutter gemerkt. Aber es blieb ein Tabu. Ein Schlag für den Jugendlichen war die erste Monatsblutung. Ein Schmerzensdrama, sowieso. Aber im fremden Körper: Ein Desaster.

„Das neue Transgender-Gesetz ist superwichtig“, sagt Allan Segura. „Es vereinheitlicht die Regelungen für betroffene Trans-Menschen in Spanien. In jeder Region bekommen sie die gleichen Chancen.“ Er selbst schwamm auf der Welle des Trans-Gesetzes 2017 im Land Valencia, das nicht nur für Spaniens „Ley Trans“ als Vorbild gilt. Sondern auch der Weltgesundheitsorganisation damit zuvorkam (2018), Transsexualität nicht mehr als Pathologie zu definieren. Meilensteine gegen die Transphobie seien es, lobt Allan Segura.

Nehmen wir an, mein Onkel verliert sein Geschlechtsteil bei einem Unfall. Hört er dann auf, Mann zu sein?

Allan Segura, Transgender-Mann und LGBTI-Aktivist von der Costa Blanca

Costa Blanca: Trans-Anpassung „brutale“ Erfahrung - Heute bei Nonnen willkommen

Mit 18 war der Umzug nach Valencia für Allan Segura die Zäsur zum neuen Transgender-Leben: Erst die Hormone, dann die Operation zur Abnahme der Brüste. „Eine brutale Erfahrung“, sagt der LGBT-Aktivist von der Costa Blanca. „Aber es war, wie neugeboren zu werden.“ Stolz präsentiert der junge Mann beim Treffen Muskeln und Körperbau. Gern sehe er nun in den Spiegel, wolle gar als Unterhosenmodel arbeiten.

Als studierter Sozialarbeiter und Trans-Aktivist erlernte er das neue Selbstbewusstsein, das er auch als Internet-Influencer auslebt: mit seinem Freund Carlos als „zipyzap2“ auf Tiktok. „Er ist ein Cisgender- ich ein Transgender-Schwuler“, erklärt Segura. Cisgender: Das sind Menschen, deren gefühltes und biologisches Geschlecht übereinstimmen. Quasi das Gegenteil von Trans. „Eigentlich sind wir beiden, angesichts unserer früheren Beziehungen, auch Bisexuelle. Jetzt leben wir aber eine homosexuelle Beziehung.“ Auf fröhliche Weise kommentiert das Paar in peppigen Videos LGBT-feindliche Kommentare, lächelnd und küssend.

LGBT an Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - Allan Segura aus Benidorm

Auf Hass mit Hass antworten wollen sie nicht. Als ein User postet: „Du bist mit einer Frau mit Bart zusammen“, empfiehlt Carlos ihm eine Augen-OP. „Im Alltag habe ich Transphobie zum Glück noch nie erlebt“, sagt Allan Segura. Höchstens dachte man in einem Laden, bei dem er sich bewarb, er habe den Ausweis seiner Schwester vorgelegt. Selbst an seiner früheren katholischen Schule ginge er, der LGBT-Aktivist, gern ein und aus. „Die Nonnen sind sehr lieb zu mir. Weil sie sehen, dass ich glücklich bin.“

Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - Jenseits von Autos und Puppen

Eine eher leichte Transformation erlaubte Allan Segura sein früherer Körper: Kleine Brüste, deren Abnahme keine Narben hinterließ. „Nur an den Hüften musste ich hart arbeiten, um sie verschwinden zu lassen.“ Ein männliches Geschlechtsteil habe er nicht. „Der Eingriff ist hier nicht so sicher wie etwa andersrum, beim weiblichen Geschlechtsteil.“ Doch der vermeintliche Mangel sei ihm nicht wichtig. „Erstens ist vielen nicht bekannt, dass die Klitoris wie ein kleines männliches Geschlechtsteil fungieren kann. Zweitens: Ist dieses überhaupt das Hauptmerkmal des Mannes? Nehmen wir an, mein Onkel verliert sein Geschlechtsteil bei einem Unfall. Hört er dann auf, Mann zu sein?“

Als wortgewandter LGBT-Aktivist tingelt Allan Segura nun durch Schulen, um vom Transgender-Leben zu berichten und mit Argumenten Vorurteile zu besiegen. Seine Beziehungserfahrungen mit Carlos wolle er gar im Buch niederschreiben. „Sichtbar machen“ wolle er Bedürfnisse von Menschen wie ihm. Kann er die Kritik am Trans-Gesetz verstehen?

„Angst, das war mein erstes Gefühl. Man weiß ja nicht, was auf das Kind alles zukommt.

Maria Sánchez Muñoz, Mutter von Transgender-Jungen Iker

„Es ist gut, dass es eine Debatte schafft“, sagt Allan Segura. „Aber es ist nötig, dass wir nicht als Bedrohung angesehen werden. Dass man sieht, dass wir ein erfülltes Leben führen wollen, einfach nicht weniger haben wollen als alle.“ Werden Kinder nicht zu früh in eine Transgender-Therapie geschickt?, fragen wir. „Die sexuelle Identität bildet sich mit drei Jahren aus“, antwortet Segura. „Das Kind weiß ganz genau, ob es Junge oder Mädchen ist. Und das hat nichts damit zu tun, ob es gern mit Autos oder Puppen spielt.“

Was er von Bedenken gegen Transgender-Frauen im Sport hält? „Da liegen Falschnachrichten vor“, sagt der LGBT-Aktivist. „Der Körperbau ist bei Frau und Mann so vielfältig, dass es falsch ist, das pauschal als Wettbewerbsverzerrung zu beurteilen.“ Ob er sich als Mann fühle oder als Trans-Mann, wollen wir noch wissen. „Mann, absolut“, so Segura. „Das Trans ist ein Teil von mir, aber wie ein Aufkleber, den ich anlege oder ablege, je nachdem, ob ich das Thema aufgreifen will.“

Transgender-Gesetz in Spanien - Blick nach Großbritannien zu Keira Bell

Von „¿chico o chica?“ blicken wir zu „boy or girl?“, nach Großbritannien. Fast genauso alt wie Allan Segura ist dort Keira Bell, nur längst nicht so happy. Als Jugendliche hatte sie schwer mit dem Körper gehadert. Mit 16 begann sie eine Hormontherapie, um als Transgender-Mann endlich ihr Spiegelbild ertragen zu lernen. Doch alles vergeblich. Nun bedauert Bell die Anpassung. 2020 zog sie gegen die vom Gesundheitssystem beauftragte Klinik vor Gericht – und gewann. Drei Richter des Obersten Gerichts erklärten: Sie sei nicht reichlich über Risiken der Behandlung aufgeklärt worden.

In Großbritannien tobt die Debatte, zumal das Gericht erklärte, dass bei Jugendlichen sexuelle Identitätsstörungen „exponentiell“ zunähmen. Ein britisches Trans-Gesetz wurde durch den Fall bereits gestoppt. In Spanien fehlt ein solch medienträchtiger Fall bisher. Doch berufen sich Gegner des „Ley Trans“ auf eben solche Risiken, wie bei Keira Bell. Jugendliche würden durch das Transgender-Gesetz früh sexualisiert und zu falschen Schritten verleitet, warnen konservative Mütter, aber auch Feministinnen.

LGBTI an Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - Mehr Hürden als andere

Hat man als Mutter eines Transgender-Kindes nicht Angst davor, dass die doch schwerwiegende Behandlung am Ende ein Fehler ist? Nein, sagt María Sánchez Muñoz, Ikers Mama. „Wir sind seit Jahren in einem Verein für Trans-Familien aus ganz Spanien. Ich kenne viele betroffene Kinder, aber kein einziges, das die Meinung geändert hätte“, versichert die Spanierin von der Costa Blanca.

Angst, die kenne sie gut. „Sie war mein erstes Gefühl“, sagt María Sánchez Muñoz, „man weiß ja nicht, was auf das Kind alles zukommt.“ Als Arbeiterin im Gesundheitsdienst hätte Sánchez aber Umgang mit transsexuellen Menschen gehabt. Das habe ihr geholfen. Schon im dreijährigen Kind habe sie an ersten Anzeichen gesehen, dass es ein Junge war. „Auch der Kindergärtnerin fiel es auf.“

Immer weniger wollte Iker – von sich aus – Mädchensachen tragen, immer lieber zu den Jungs, als Junge gelten. Mit sieben akzeptierte die Familie seine gewünschte Identität. „Wir änderten seinen Namen, auch an der Schule“, sagt María Sánchez Muñoz. „Viel guten Willen“ hätte man Iker dort entgegengebracht. Heute empfinde die Mama vor allem Stolz für ihren zielstrebigen Sohn, der nicht nur großartige Noten sammelt, sondern auch längst weiß, was er in Zukunft machen will. „Bei der Nationalpolizei arbeiten, Fälle lösen“, sagt er uns.

Soziales und Sport sind Ikers Lieblingsfächer. Ballspiele seine Leidenschaft. Mit den Mitschülern sei er sehr verbunden. Schade, dass es das letzte Jahr ist: „Im nächsten Jahr komme ich in die weiterführende Schule. Mit neun Parallelklassen“, sagt Iker mit etwas bangem Ton. „Mehr Hürden als andere Kinder“ müsse er nehmen. Denn nun bekommt er die Hormonspritzen. Dafür muss er aus seinem Dorf ganz im Süden der Region in die Stadt Alicante fahren, eine Stunde hin, eine zurück. Doch das sei okay. Städte mag Iker. Am liebsten würde er in Valencia wohnen, sagt er. Denn dort spreche man auch die Regionalsprache Valenciano.

Aber die ist doch in seinem Ort, an der Grenze zu Murcia, gar nicht verbreitet, wundern wir uns. „Das macht nichts, ich mag es“, lacht der Junge. Seinen Namen wählte er übrigens selbst. Warum „Iker“? „Das weiß ich nicht mehr“, sagt er. Mama lacht entrüstet. „Das weißt du nicht mehr? Papa und dir gefiel Iker Casillas, der Torwart.“ Doch an das einstige Idol denkt der Zwölfjährige nicht, sondern ist jetzt selbst ein ganz eigener Star.

LGBT in Spanien: Transgender von Betroffenen erklärt - Mütter im Hungerstreik

Kurz huscht Ikers Schwester Irene in unser Video-Interview und winkt. Die ganze Familie habe Ikers Identität mittlerweile akzeptiert, sagt Mama Sánchez Muñoz. Er wolle gern selbst mal eine Familie gründen, fügt sie an. Iker nickt und lächelt verlegen, wir schweigen einen Moment lang.

Gedanken sind es, die andere Kinder in seinem Alter wohl selten haben. Doch sein Weg hat Konsequenzen, und über die muss Iker früh nachdenken, der kleine Star mit den größeren Hürden.

Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - María Sánchez Muñoz mit Iker

Vom „Ley Trans“ erwartet Ikers Mutter erleichterte Wege für betroffene Menschen. Die Einwände der Feministinnen enttäuschen sie. Dass etwa in Ikers Pass noch das Geschlecht „weiblich“ stehe, sei für ihn eine Last. Bis 16 wird er auf die Korrektur warten müssen – es sei denn, das Trans-Gesetz kommt durch. Doch die Reform ist in der Schwebe. Seit der Vorstellung des Entwurfs hat sich nichts getan, außer des Politikerinnen-Streits. Bereits im März versammelte sich die Transgender-Gruppe „Euforia, Famílias Trans Aliadas“ in Madrid zum Hungerstreik, darunter viele Mütter von Betroffenen.

Solche wie Natalia Aventín, Gründerin von „Euforia“. Seit Jahren kämpft sie darum, dass minderjährige Transgender-Personen wie ihr Sohn die gefühlte geschlechtliche Identität im Personalausweis bestätigt bekommen. Das sei für Betroffene eine enorme Erlösung, oder gar „Euphorie“, wie der Name der Trans-Organisation aus Spanien sagt.

Zuletzt kam immerhin ein neuer PSOE-Vorschlag auf: Das „Ley Trans“ könnte mit einem reformierten LGTB-Gesetz vereint werden. Doch das lehnt die Trans-Community ab und fordert eine eigene Norm für die eigenen Bedürfnisse. Podemos zeigte sich zwar gesprächsbereit, pocht aber weiter auf freie Geschlechtswahl – ohne OP, ohne Gutachten.

LGBTI an Costa Blanca: Transgender von Betroffenen erklärt - Die wichtigste Frage

Indes geht die Trans-Realität weiter. In aller Munde ist hier Rubén Castro, 27 Jahre alt und erster Mann, der seine Schwangerschaft in Spanien öffentlich machte. Am Muttertag, 2. Mai, verkündete der Transgender-Mann die Geburt des Kindes Luar. Nun hängt es an den Brüsten, die Castro, der immer von Nachwuchs träumte, anbehielt. ¿Chico o chica? „Hije“, postete Castro genderneutral.

Ja, auch für María Sánchez Muñoz sind Bilder schwangerer Männer noch ein „Schock“. Aber an den werde die Welt sich wohl gewöhnen, sagt die Mutter, für die die Frage „Junge oder Mädchen?“ längst nicht mehr so fundamental ist wie einst.

Etwas anderes ist ihr wichtiger: „Als wir andere Trans-Familien kennenlernten, wollte ich von ihnen vor allem eines wissen: Sind eure Kinder glücklich?“ Ja – das hätten sie alle gesagt, und damit war für sie alles klar. Denn: „Unsere Transgender-Kinder sind letztendlich Personen. Wie jeder von uns.“

Auf unseren Seiten finden Sie Hintergründe und Meinungen zu Spaniens geplantem „Ley Trans“. 2020 war in Spanien übrigens ein besonderes LGBTI-Jahr, 15 Jahre nach Einführung der Homo-Ehe. 2021 erzählte uns ein schwuler Christ aus Madrid vom LGBTI-Leben im katholischen Spanien.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare