Start in Wüste 2022

Spanier steuert erstes Elektroauto der Rallye Dakar - mit Video-Präsentation des Audi RS Q e-tron

  • Stefan Wieczorek
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Im Audi RS Q e-tron wagt Spaniens Carlos Sainz im Wüstenrennen 2022 ein elektrisches Abenteuer. Spaniens Top-Pilotin Laia Sanz startet erstmals im Auto.

Ha’il – In der Wüste von Saudi-Arabien startet der Motorsport 2022 neuen Horizonten entgegen. Erstmals fährt bei der am 1. Januar beginnenden Dakar-Rallye ein Elektroauto mit. Am Lenkrad sitzt Spaniens Rennlegende: Carlos Sainz (Senior). Mit 59 Jahren ruht sich der dreifache Dakar-Rallye-Sieger nicht auf alten Lorbeeren aus, sondern wagt sich mit nachhaltiger Technologie von Audi auf die stark erneuerte Dünenstrecke. Neue Wege beschreitet bei der Rallye 2022 nicht nur der Spanier, sondern auch seine Landsfrau Laia Sanz: Die Top-Pilotin tritt im Wüstenrennen erstmals nicht auf zwei Rädern, sondern im Auto an.

Rallye DakarRallye-Raid-Wettbewerb
Nächstes Datum: Sa., 1. Jan. 2022 – Fr., 14. Jan. 2022
Erste Saison: 1979

Erstes Elektroauto der Rallye Dakar: Spanier steuert Audi, Spanierin erstmals Auto

Wenn die Rennfahrer-Wüste ein Naturgesetz bietet, dann ist es dieses: Tritt Laia Sanz an, kommt sie auch ins Ziel. Das gelang der 36-Jährigen aus Spanien bei der Rallye Dakar bisher elfmal – ein Bestwert. Selbst 2021, als sie wegen Krankheit fast ausgefallen war, fuhr die Katalanin auf Platz 17 ins Ziel in Dschidda ein – als beste Frau im Feld. Ihren eigenen Legendenstatus will sie 2022 in der Autoklasse fortschreiben: Und begibt sich dabei auf Spuren großer Konkurrenten und Vorbilder. Sanz tritt im Mini 4x4 des Teams X-Raid an. Damit hatten 2020 der Spanier Carlos Sainz und 2021 Frankreichs Stéphane Peterhansel das Wüstenrennen gewonnen.

Die beiden Kultfahrer sind 2022, gemeinsam mit dem Schweden Mattias Ekström, im Team Audi Sport vereint. Ihr Audi RS Q e-tron kombiniert den Elektro-Antrieb mit einem effizienten Energiewandler. „Ich bin sehr stolz darauf, dabei zu sein, weil ich denke, dass es ein sehr herausforderndes Projekt ist. Unser Ziel ist klar: Versuchen zu gewinnen“, sagte Carlos Sainz, erklärte bei einer Motor-Show in Madrid jedoch kürzlich, dass das erste Elektroauto in der Geschichte der Rallye Dakar nicht ganz so leicht zu steuern sei. Beobachter fühlten sich bei den Flugeinlagen, die der Spanier mittels Rampen aufführte, an das legendäre Batmobil erinnert.

Rallye Dakar zu 70 Prozent neu - Sanz 2021 mit Riesen-Comeback

Eine filmreife Leistung ist bei der Rallye Dakar 2022 auch vonnöten: Denn nach dem Start am 1. Januar stehen den Fahrern in zwei Wochen über 8.000 Kilometer Sand und Dünen bevor. Die zu 70 Prozent neue Strecke soll in Sachen Schwierigkeit selbst älteste Wüstenhasen - wie Elektroauto-Pilot Carlos Sainz - an ihre Grenzen bringen, heißt es. Als Favorit gilt das Toyota Gazoo Racing Team mit dem dreifachen Dakar-Champion Nasser Al-Attiyah aus Katar. Bei den Motorrädern will das hochkarätig besetzte Team Red Bull zurück an die Spitze. In der Truck-Kategorie peilen die Russen vom Kamaz Master den dritten Triumph in Folge an.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“: Mit ihrem Lebensmotto feiert Laia Sanz aus Spanien seit Jahren auch abseits der Rallye Dakar Top-Erfolge (Video unten: Vorbereitung zum 24-Stunden-Rennen in Barcelona). Im Oktober errang sie in Frankreich auf dem Motorrad-Bike ihren sechsten Enduro-Triumph und damit ihren 20. WM-Titel. Im September hatte die Katalanin in Portugal ihre 14. Trial-WM gewonnen. Sanz legte 2021 in den Geländewettbewerben ein sagenhaftes Comeback hin: Im Enduro war sie vier Jahre abwesend gewesen, im Trial ganze acht. Nun will sie im Wüstenrennen 2022 auch im Auto durchstarten.

Erstes Elektroauto der Rallye Dakar: Generator lädt Batterie bei Fahrt auf

Der 59-jährige Spanier Carlos Sainz stellt mit Audi dagegen 2022 die Weichen für die Zukunft des Motorsports. Seit einem halben Jahr wird das erste Elektroauto in der Geschichte der Rallye Dakar intensiv getestet. Bei der Entwicklung profitierte das Unternehmen vom Know-how aus der Formel E und auch von Le-Mans-Auftritten des e-tron quattro, dessen neuartige Motor-Generator-Unit (MGU) im futuristischen Prototyp gleich dreifach zum Einsatz kam: An der Vorderachse, der Hinterachse und als Generator, der die Hochvoltbatterie während der Fahrt auflädt.

„Natürlich müssen wir Modifikationen vornehmen, weil die Wüste andere Herausforderungen hat als die Städte: Sprünge, Sand, die sehr langen Etappen“, erklärte Audis Projektleiter Andreas Roos bei den Tests des ersten Elektroautos für die Rallye Dakar. Die internationale Motorsport-Gemeinde diskutiert, ob der Audi RS Q e-tron bei dem Wüstenrennen 2022 gleich an der Spitze mithalten kann. An mangelnden Lenkkünsten der Piloten - des Spaniers Carlos Sainz, des Franzosen Stéphane Peterhansel und des Schweden Mattias Ekström - sollte die elektrisierende Audi-Wüstenmission aber nicht scheitern.

Rubriklistenbild: © Red Bull Content Pool

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