Harmlose Nattern, giftige Vipern

Schlangen in Spanien: Was tun, wenn man ihnen begegnet?

  • Anne Götzinger
    VonAnne Götzinger
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Die meisten Schlangen in Spanien sind harmlos. Doch es gibt auch drei giftige Viper-Arten. Experten geben Ratschläge, wie man sich bei einer Begegnung verhalten sollte.

Benidorm – Wenn der Mensch angesichts hoher Temperaturen träge und faul wird, sind Reptilien erst so richtig aktiv. Die Kaltblüter sind im Sommer in Spanien häufiger unterwegs als sonst, weshalb Begegnungen mit Schlangen in den heißen Monaten bei einem Ausflug in die Natur keine Seltenheit sind. Damit Wanderer beim Anblick der Schuppentiere nicht in Panik geraten, geben Experten aus Benidorms Zoo Terra Natura Tipps, wie man sich in solchen Fällen verhalten sollte.

„Wenn eine Schlange uns bemerkt, wird sie immer dazu tendieren, zu flüchten, diese Tiere wollen uns keinen Schaden zufügen“, erklärt David Marti, Herpetologe in Terra Natura an der Costa Blanca. Aber: „Wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen und das Gefühl haben, sie können nicht entkommen, werden sie sich verteidigen“, warnt der Reptilienexperte.

Schlangen in Spanien: Meist lassen sich nur harmlose Nattern blicken

Die meisten Schlangen-Arten, die es in Spanien gibt, würden für den Menschen keine Gefahr darstellen, erinnert Marti. Am häufigsten könne man der harmlosen Treppennatter (Culebra de escalera), Hufeisennatter (Culebra de herradura), Vipernatter (Culebra viperina) und der Girondischen Glatt- oder Schlingnatter (Culebra lisa meridional) begegnen. Die Westliche Eidechsennatter (Culebra bastarda), die bis zu zwei Meter lang werden kann, produziert ein Gift, das jedoch nicht besonders stark sei, so Marti. Es sei vergleichbar mit dem einer Wespe, weshalb im Fall eines Bisses keine Lebensgefahr bestehe.

„In Spanien gibt es nur drei Arten von Vipern, die tatsächlich gefährlich sein können, aber es ist sehr schwierig, ihnen zu begegnen“, beschwichtigt der Schlangen-Experte. Es handelt sich um die Stülpnasenotter (Víbora hocicuda), die Aspisviper (Vipera aspis) und die Nordiberische Kreuzotter (Víbora de Seoane), wobei die beiden letzteren hauptsächlich in Nordspanien anzutreffen sind. Vipern charakterisieren sich durch vertikale Pupillen, einen dreieckigen Kopf und Schuppen, die am Kopf die gleiche Form und Größe haben wie am restlichen Körper. Die Vipern sind nicht die einzigen giftigen Tiere, die man in Spanien antreffen kann, auch im Meer lauern Gefahren.

Schlangen in Spanien: Die Nordiberische Kreuzotter oder auch Víbora de Seoane zählt zu den Giftschlangen.

Schlangen in Spanien: Tiere stehen unter Schutz

Die Experten des Benidormer Zoos erinnern daran, dass alle Schlangenarten auch in Spanien unter Schutz stehen, weshalb ihnen keinesfalls Schaden zugefügt werden dürfe. Die Reptilien stellen außerdem ein wichtiges Glied im Ökosystem dar und regulieren die Population anderer Tiere wie etwa Nagetieren und seien bedeutend bei der natürlichen Bekämpfung von Plagen.

Wer in Spanien eine Schlange findet, sollte ihr aus dem Weg gehen, ohne sie zu stören. Birgt die Begegnung aber Gefahren für Mensch oder Tier, sollte der Notruf 112 alarmiert werden. Die Einsatzkräfte bringen das Tier dann mit der notwendigen Vorsicht an einen sicheren Ort abseits bewohnter Gegenden.

Rubriklistenbild: © Benny Trapp/Wikipedia

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