Auf einem Schwazr-Weiß-Foto spielt ein Mann vor 100 Jahren eine historische Ballsportart.
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Spaniens Olympia-Goldmedaillen: 1900 gewannen die Pelota-Spieler. Anerkannt wurde der Sieg aber erst 2004.

Olympische Sommerspiele

Spaniens Olympia-Goldmedaillen seit Paris 1900 bis Tokio 2021: Die Pelota machte den Anfang

  • Stefan Wieczorek
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In Tokio könnte Spanien seine 50. olympische Goldmedaille der Neuzeit gewinnen. Das erste spanische Olympia-Gold gewann ein Duo schon 1900 - auf höchst umstrittene Weise.

Tokio - Eine glänzende Marke könnte Spanien bei Olympia „2020“ in Tokio noch knacken. Gelingen den Spaniern bis zum Ende der Olympischen Spiele 2021 am 8. August insgesamt fünf Goldmedaillen, wird ihr Land in der olympischen Geschichte der Neuzeit deren 50 gewonnen haben. Stand 5. August, steht Spanien nach den glänzenden Premieren-Goldmedaillen in Karate und Klettern für Sandra Sánchez und Alberto Ginés bei dreimal Gold in Tokio. Also fehlen noch zwei! Das erste spanische Gold der Olympia-Geschichte gewann ebenfalls ein Duo: Schon 1900, bei den zweiten Olympischen Spielen der Neuzeit in Paris.

Olympische Spiele Tokio 2020
DatumFr., 23. Juli 2021 – So., 8. Aug. 2021
OrtPräfektur Tokio

Spaniens Olympia-Goldmedaillen bis Tokio 2021: Pelota machte in Paris 1900 den Anfang

Etwas ganz Besonderes war Olympia 1900. Damals, in Paris nahmen nicht die Spanier zum ersten mal an den Olympischen Spielen der Neuzeit teil, sondern auch Frauen. Zwei Männer aus dem Baskenland waren es jedoch, die prompt für das erste, aber höchst fragwürdige spanische Gold sorgten. Fragwürdig, weil das Duo Francisco Villota und José de Amézola in der baskischen Sportart Pelota Vasca nicht einmal antrat, um den Wettbewerb zu gewinnen. Vielmehr zog sich der einzige Gegner Frankreich zurück: Es hatte Streit um die Regeln gegeben. Erst 2004 wurde diese Farce Spanien offiziell als Sieg angerechnet.

Einen olympischen Auftrieb gab diese erste Goldmedaille von Paris Spanien nicht. Bis 1920 verzichteten die Spanier lieber auf die Teilnahme an den olympischen Spielen. Nach zwei erfolglosen Ausgaben 1920 in Antwerpen und 1924 wieder in Paris, bejubelte man 1928 in Amsterdam dann doch die erste wirklich sportlich errungene Goldmedaille. Das Reiter-Trio José Álvarez de las Asturias Bohorques y Goyeneche, Julio García Fernández de los Ríos und José Navarro Morenés ließ Spanien endlich jubeln. Nach noch einer Bronzemedaille 1932 in Los Angeles, musste Spanien wieder eine Zeitlang ohne Olympia auskommen.

Spaniens Olympia-Goldmedaillen: Erste Wende in Moskau, absolute Wende in Barcelona

1936 verhinderte der spanische Bürgerkrieg die Teilnahme der Spanier an Olympia im nationalsozialistisch regierten Berlin. Dann fanden wegen des Zweiten Weltkrieges bis 1948 keine Olympischen Sommerspiele statt. Doch seitdem war Spanien bei Olympia immer dabei. Allerdings über 30 Jahre lang ohne große Erfolge. Hier und da feierte Spanien ein Medällchen. Jedoch nie eines aus Gold. Erst 1980 brachte Moskau die Wende. Sechs Medaillen standen am Ende für Spanien zu Buche, darunter die Goldmedaille im Segeln: Dank Alejandro Abascal García und Miguel Noguer Castellví.

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Die Segler sollten auch in Los Angeles 1984 und Seúl 1988 eine Bank für Goldmedaillen bleiben. Doch völlig verwandeln sollten nicht nur den spanischen Sport, sondern auch eine ganze Stadt die Olympischen Spiele 1992 - in Barcelona. Die damals errungenen 13 Goldmedaillen, 22 Medaillen insgesamt, sind bis heute Spaniens Bestwert. Doch auch danach blieb das Land nie unter zehn Medaillen. Die sieben goldenen in Rio 2016 brachten es nah an die 50er Marke, die das spanische Pelota-Duo, gegen das sich 1900 kein Gegner anzutreten traute, angestoßen hatte.

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