Karikatur mit der Esquerdo-Statue und den bunten Häusern in Villajoyosa.
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Zu den Anekdoten aus Villajoyosas Geschichte hat sich Zeichner José Rubio Malagón Karikaturen ausgedacht.

Streifzug durch Historie

Villajoyosas Geschichte mit Gag: Anekdoten und Karikaturen

  • Anne Götzinger
    vonAnne Götzinger
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Villajoyosas Geschichte ist ein Fundus unzähliger Anekdoten. Ein Stadtarchivar und ein Karikaturist haben sich zusammengetan und ein Geschichtsbuch herausgebracht, das gleichzeitig informativ und amüsant ist.

Villajoyosa – Wie ein bunter Fächer zieren Villajoyosas Häuserfassaden den Einband des Buches „Desde la rotonda de Washington“. Und ein Fächer bunter, verblüffender und amüsanter Geschichten ist auch die historische Anekdoten-Sammlung, die den Leser zu einem „sprunghaften und zeitlosen Spaziergang“ durch den Ort an der Costa Blanca und seine Geschichte einlädt – begleitet von den sympathischen und genialen Zeichnungen von José Rubio Malagón, dessen Karikaturen in den größten Zeitungen Spaniens wie „El País“ oder „El Mundo“ veröffentlicht werden.

VillajoyosaGemeinde in Spanien
Autonome RegionValencia
ProvinzAlicante
Einwohner34.673 (1. Jan. 2019)

Von dem Karikaturisten, der zeitweise in Villajoyosa wohnt, stammte auch die Idee zu der Anekdoten-Sammlung, die Einwohner wie Besucher gleichermaßen in den Bann zieht und zeigt, dass der Ort mehr zu bieten hat als schöne Strände und Buchten. Schnell konnte er den Grafikdesigner Carlos Ruiz Soler für die Idee gewinnen. „Ich hätte meine Version der Anekdoten erzählt, aber ich dachte, es wäre interessanter, jemanden zu finden, der sie historisch belegen kann“, sagt Ruiz. Sofort habe er dabei an Stadtarchivar Albert Alcaraz gedacht, der sich dem Projekt begeistert anschloss.

Villajoyosas Geschichte mit Gag: Anekdoten für Einwohner und Besucher

„Bei der Auswahl der Anekdoten bin ich nicht systematisch vorgegangen“, berichtet Alcaraz. „Das erste Kapitel handelt davon, wie Einwohner Dinge in ihrer Stadt inoffiziell nennen.“ Wie etwa die Rotonda de Washington. Der Name habe nichts mit den USA oder dem Sturm aufs Kapitol zu tun, erklärt der Stadtarchivar, sondern mit einem freundlichen Ecuadorianer namens Washington, der beim Bau des Kreisverkehrs unterhalb der N-332 dafür zuständig war, die Autos mit einem Stoppschild in der Hand zum Halten oder Weiterfahren aufzufordern, und der in Villajoyosa zu einer solchen Berühmtheit wurde, dass der Kreisverkehr heute inoffiziell seinen Namen trägt. Ab da habe ihn eine Geschichte zur nächsten geführt, so Alcaraz. Zum berühmtem Psychiater Doctor Esquerdo, den Moros y Cristianos, Komponist Joaquín Rodrigo, der viele Sommer in der Stadt verbrachte, oder zum Streit zwischen Villajoyosa und Benidorm um La Cala.

Anekdoten aus Villajoyosa haben Albert Alcaraz, José Rubio Malagón und Carlos Ruiz (v.l.) als originelles Buch herausgebracht.

Die Zusammenarbeit zwischen Zeichner Malagón, Autor Alcaraz sowie Ruiz und dessen Geschäftspartner Toni Bru Cartagena sei „sehr flüssig und mit großer Begeisterung“ verlaufen. Im Grunde kam dem Team dabei auch die Pandemie und die viele Zeit zugute. „In sechs Monaten hatten wir die Anekdoten-Sammlung über Villajoyosa praktisch fertig“, erzählt Ruiz.

Anekdoten aus Villajoyosa: „Jedes Thema kann zur Karikatur werden“

Für Zeichner Malagón kann alles zur Karikatur werden. „Alles hat einen Gag, man muss nur überlegen, wo der Witz steckt“, meint der Karikaturist mit dem verschmitzten Lächeln. Bei den Karikaturen aus Villajoyosa habe er sich öfter bei seinen Kollegen rückversichert, „denn da kontrolliert man nicht alles und kennt nicht alles in der Stadt, aber man passt sich an...“, fährt er fort. „Entschuldigung, aber ich muss hier unterbrechen“, fällt Carlos Ruiz ihm ins Wort. „Pepe (Malagón) ist zu bescheiden und spielt sein Genie und seine große Kreativität herunter“, sagt er bestimmt.

Villajoyosa und seine Anekdoten waren das Thema der Karikaturen von José Rubio Malagón im Buch „Desde la rotonda de Washington“.

Alcaraz habe ihm Texte geschickt, „und eine halbe Stunde später hatten wir eine Karikatur, die unglaublich viel Witz hatte“, erzählt Ruiz, und Albert Alcaraz nickt zustimmend. Malagón lächelt. „Nun ja, wir müssen sehr schnell sein“, sagt der Zeichner. Die nächste Anekdoten-Sammlung ist bereits in Planung – für Benidorm. Das Rathaus muss nur noch Ja sagen.

Infos zum Buch: „Desde la rotonda de Washington“ ist im Buchhandel und online erhältlich: ISBN: 978-8494121968. Aufgrund des großen Erfolgs ist das Buch aber mancherorts bereits vergriffen.

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