Vulkanausbruch auf La Palma.
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Eines der ersten Bilder vom beeindruckenden Vulkanausbruch auf La Palma, am Sonntag, 19. September.

Vulkan auf La Palma ausgebrochen

Kanarische Inseln: Vulkanausbruch auf La Palma, Lava verschlingt Häuser, Tausende evakuiert - Live-Bilder

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Der Vulkan Cumbre Vieja auf der Kanaren-Insel La Palma ist am Sonntag, 19. September, ausgebrochen. Forscher und Behörden warnten vor dem Ausbruch nach einer Serie von tausenden Erdbeben. Tausende Menschen wurden bereits evakuiert, die Lava-Ströme haben bereits über 100 Häuser vernichtet. Der Vulkanausbruch könnte Wochen andauern.

Update, Dienstag, 28. September: Vulkanausbruch La Palma aktuell.

Update, 25. September: Explosiver, Flüge eingestellt - Aktuelle Entwicklungen zum Vulkanausbruch auf La Palma

Update, Montag, 20. September, 19:00 Uhr: Aktuell: Vulkanausbruch auf La Palma, die Entwicklungen.

Update, Montag, 20. September, 12:15 Uhr: Bereits „über 100 Wohnhäuser und Fincas hat der Vulkan verschlungen“, meldet das Kanarische Fernsehen. Bis zu 9.000 Tonnen Schwefeldioxid und andere toxische Gase wurden freigesetzt.

Update, Montag, 20. September, 10.30 Uhr: Bis zu 15 Meter hoch türmt sich über 1.000 Grad Celsius heiße Lava vom Vulkan Cumbre Vieja und sucht sich ihren Weg ins Tal, seit der Vulkan auf der Kanaren-Insel La Palma, der „Isla bonita“, am Sonntagnachmittag ausgebrochen ist. Mittlerweile wurden „von der Lava über 20 Häuser und Fincas erfasst und vernichtet“, sagt der Bürgermeister von El Paso Sergio Rodríguez, „die Lava verschlingt die Häuser einfach“. Rund 100 weitere Gebäude liegen auf der wahrscheinlichen Fließroute der Lava. Gefährdet ist vor alle das Viertel Todoque in Los Llanos, das voller Häuster ist. Auch die wichtigste Bananen-Plantage von La Palma liegt auf dem rund sechs Kilometer langen Weg der Lava zum Meer. Mehrere Waldbrände sind in der Umgebung ausgebrochen, können aber noch kontrolliert werden, so die Feuerwehr. Das spanische Verteidigungsministerium setzt die UME, die militärische Notfalleinheit in Marsch: 180 Soldaten und 57 Fahrzeuge sollen die Rettungskräfte vor Ort unterstützen.

Schaurig-schön: Die Cumbre vieja, der Vulkan auf La Palma auf den Kanaren ist am Sonntag ausgebrochen.

Vulkanausbruch auf La Palma: Evakuierungen, zerstörte Häuser, aber keine Personenschäden

Update, Montag, 20. September, 09:00 Uhr: Dank der professionellen Vorwarnung kamen bis dato keine Menschen zu Schaden. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez, der auch diesen Montag noch auf La Palma bleiben will, sagte zu, „alle Verluste umgehend ersetzen zu lassen“. Bis zum Morgen wurden 5.000 Menschen evakuiert, weitere 5.000 könnten je nach Lage kurzfristig evakuiert werden. Der Vulkan weißt zwei Risse in der Erde auf und aus acht Quellen strömt Lava, mit unveränderter Intensität seit Sonntag 15.10 Uhr Ortszeit. Experten wollen in den kommenden 48 Stunden versuchen, anhand der Analyse der ausströmenden Gase eine Vorhersage zu liefern, wie lange der Ausbruch ungefähr dauern könnte. Der letzte Vulkanausbruch auf La Palma liegt genau 50 Jahre zurück, über zehn Tage spie 1971 ein Vulkan Magma aus.

Update, Sonntag, 19. September, 22:00 Uhr: „Der Ausbruch kann Wochen andauern“, schätzen Vulkanologen wie Joan Martín vom CSIC in Barcelona. Während sich mehrere breite Lava-Ströme von der Cumbre Vieja gen Meer arbeiten und die Magma-Ausbrüche an Intensität noch zugenommen haben. Der Vulkan auf La Palma ist am Sonntag um 15.10 Ortszeit ausgebrochen, was sich durch tausende Beben zuvor angekündigt hatte.

Vulkanausbruch auf La Palma: 10.000 Menschen könnten evakuiert werden

Die Inselverwaltung von La Palma auf den Kanaren hat dringend dazu aufgefordert, auf „Sight Seeing“ -Fahrten Richtung Vulkan zu verzichten. Die Straßen seien gesperrt oder müssten für Rettungskräfte und die Evakuierung freigehalten werden. Das betroffene Gebiet sei lebensgefährlich, wegen der Lava, aber auch wegen des giftigen Rauchs. Die Bewohner sollten sich vor der Asche schützen, also die Fenster geschlossen halten. Mittlerweile koordiniert nicht mehr die Inselregierung Cabilda de La Palma, sondern die Regionalregierung der Kanaren die Noteinsätze. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez ist auf La Palma eingetroffen, um notfalls schnell Hilfen der Zentralregierung in Marsch setzen zu können.

10.000 Menschen werden nach aktuellstem Stand evakuiert, zunächst in sichere Orte auf der Insel. Darunter sind auch rund 500 Touristen aus Hotels in El Paso und anderen Orten unmittelbar im Vulkangebiet.

Update, Sonntag, 19. September, 19.28 Uhr: Die ersten Lava-Ströme erreichen evakuierte Siedlungen auf La Palma und zerstören Häuser. Rund 2.000 Menschen wurden bisher evakuiert. Gegen 16.10 Uhr (15.10 Uhr Ortszeit) brach einer der Vulkankegel der Cumbre Vieja aus.

Es handelt sich um das Gebiet Las Manchas. Die Cumbre Vieja (alte Gipfel) ist ein Vulkan mit mehreren Kegeln/Kratern, die sich eine Magmakammer teilen. Das Magma - geschätzt auf 11 Millionen Kubikmeter - wird in „Explosionen“ aus dem Inneren Dutzende Meter in die Höhe geschleudert. Da der Ausbruch noch in der Frühphase ist, lässt sich die Gefährlichkeit schwer einschätzen, wie es aussieht entlädt sich der Druck aber in Phasen und nicht in einer einzigen Eruption. Derzeit wurden sieben Schlote/Vulkankegel als aktiv identifiziert.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat seine Reise nach New York kurzfristig verschoben, um sich auf den Kanarischen Inseln um den Fortgang zu informieren und notfalls Hilfe der Zentralregierung koordinieren zu können. Der Flugverkehr von und nach den Kanarischen Inseln ist bisher nicht vom Ausbruch des Vulkans beeinträchtigt (Stand: 19.18 Uhr)

Live Bilder des Kanarischen Fernsehens zum Vulkanausbruch auf La Palma:

Update, Sonntag, 19. September, 12.00 Uhr: Nachdem auch an diesem Wochenende eine ganze Serie von kleineren Erdbeben die Insel La Palma erschüttert hat, wovon eines die Stärke von 4 auf der Richterskala erreichte und die Erdanhebung auf bis zu 15 Zentimeter angewachsen ist, wächst die Sorge um einen Vulkanausbruch. Die Inselverwaltung von La Palma begann am Sonntag mit ersten Evakuierungen: Evakuiert wurden Personen mit reduzierter Mobilität in weniger gefährdete Orte der kanarischen Insel. Auch Nutztiere wurden auf andere Farmen verbracht.

Die Wanderrouten auf dem Gemeindegebiet von El Paso, Los Llanos de Aridane, Fuencaliente, Tazacorte und Villa de Mazo wurden geschlossen, auch die Jagd ist untersagt. Die vorige Woche ausgerufene Alarmstufe gelb bleibt zunächst aufrecht, doch wurde erhöhte Alarmbereitschaft der Rettungskräfte angeordnet und der Zivilschutz aktiviert, um notfalls schnell die rund 1.000 Einwohner im unmittelbaren Einzugsgebiet von Cumbre Vieja evakuieren zu können.

Erstmeldung, 18. September: La Palma/Kanarische Inseln - Vor allem der Vulkan Cumbre Vieja, der schlafende Riese, der über dem märchenhaften gleichnamigen Naturpark thront, wird von den Spezialisten rund um das Pevolca-Erdbebenschutzprojekt mit Argusaugen beobachtet und nun 24 Stunden. Der Einfluss von Magma und die Anhebung der Erdoberfläche rund um den Vulkan von bis zu sechs Zentimetern lassen das Schlimmste befürchten. Touristische Führungen, wie die "Ruta de los volcanes" werden ausgesetzt.

Vulkan Cumbre Vieja auf Kanareninsel La Palma: "Irgendwann kommt die Lava raus" - Letzter großer Ausbruch vor 50 Jahren

Unter dem Cumbre Vieja lagern rund 14 Millionen Kubikmeter Lava, notiert das IGN, das staatliche Geographie-Institut. Und das in einer Tiefe von rund acht Kilometern. Der Druck habe bereits "Deformationen" von bis zu zehn Zentimetern an der Erdoberfläche hervorgerufen. "Früher oder später kommt diese Lava raus", so das IGN. Nur wann, das kann die Wissenschaft bis heute nicht verlässlich vorhersagen, lediglich die Vorwarnzeit bei einem unmittelbar beginnenden Ausbruch ist etwas länger als früher.

Mit Hilfe der Copernicus-Satteliten lässt sich die Häufung der Erdbeben auf der Kanarischen Insel La Palma nachweisen.

Der letzte große Vulkanausbruch auf La Palma war 1971, damals meldete sich der Teneguía, nur 25 Kilometer von Cumbre Vieja und Teil einer ganzen Kette von Kratern und Vulkanen, die die nordwestlichste Kanaren-Insel La Palma formen. Bis zu 700 Meter hoch wurden fast zehn Tage lang vulkanisches Material und Magma in die Höhe geschleudert, heiße Asche zerstörte mehrere Ortschaften, tausende Menschen wurden evakuiert. Der noch mächtigere Cumbre Vieja allerdings schläft schon seit über 300 Jahren, gilt als "überfällig". Ein anderer schlafender Riese, der 3.750 Meter hohe Teide auf Teneriffa übrigens spuckte 1909 zum letzten Mal Lava, ohne dabei Menschen zu gefährden.

Die Einwohner der am meisten gefährdeten Orte auf La Palma, jene in Fuencaliente, Los Llanos de Aridane, El Paso und Mazo - insgesamt leben 85.000 Menschen auf La Palma - wurden bereits per Handzettel auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet. Noch blieb es bei Warnstufe "gelb", steigt diese auf "orange" wird bereits von einer vorerruptiven Phase gesprochen.

Sorge vor Vulkanausbruch auf Kanarischer Insel: "Menschen sitzen auf gepackten Taschen"

Die Erdbeben auf La Palma in den letzten Tagen haben nicht nur zahlenmäßig zugenommen, was sie bereits tendenziell seit 2017 tun, sondern es wurden auch immer mehr Erschütterungen über der Stärke 3 auf der Richterskala registriert, die höchste 3,5. Zudem verringert sich die durchschnittliche Tiefe des Epizentrums von 30 auf 12 Kilometer im Erdboden, manche nur zwei Kilometer unter der Erdoberfläche.

Aufregende Zeit für Forscher: Die Experten von Involcán auf der Kanareninsel La Palma messen dieser Tage besonders gründlich.

Der Direktor des seismisch-vulkanischen Notfallzentrums der Kanaren, Jorge Parra, weist seit Mitte 2020 auf einen "Anstieg der seismischen Aktivitäten" rund um den Vulkan im Süden von La Palma hin, die sich in acht Erdbeben-Serien manifestierten. Die aktuelle komme bis Donnerstag, 16. September, auf 4.200 Beben binnen sieben Tagen. Und das vulkanologische Institut der Kanaren, Involcán spricht von einer "signifikativen Veränderung" in der Physik des Vulkans. "Die Emissionsdaten des Helium-Isotops Helium 3 haben einen 30-jährigen Höchstwert erreicht", ein Indikator für einen möglichen Ausbruch.

La Palma: Insel der Vulkane. Schönheit, aber auch mit für Menschen gefährlichem Potential

Die Inselverwaltung, Cabildo de La Palma, will dennoch beruhigen. Es bestehe „keine unmittelbare Gefahr, wir wollen nur vorbereitet sein.“ - „Die Situation ist ruhig“, erklärt der Chef der Inselverwaltung Mariano Hernández Zapata „und wird weiter beobachtet“. Dennoch würden viele Bewohner „mit einer gepackten Tasche“ auf den Alarm warten, berichtet „20 Minutos“, einige, die Zweitwohhnsitze auf anderen Kanaren-Inseln haben, sind bereits umgezogen.

Vorübergehend geschlossen: Route der Vulkane auf La Palma.

"Wir können keine Vorhersagen machen, nicht einmal kurzfristige", räumt IGN-Direktorin María José Blanco ein, "aber alles weist daraufhin, dass die Erdbeben intensiver werden und deren Intensität auch von der Bevölkerung immer mehr zu spüren sein wird." Einen Vulkanausbruch mache das wahrscheinlicher, doch ob es bald zu diesem komme und welche Ausmaße er haben wird, das können selbst die besten Vulkanologen nicht wissen.

Zum Thema: Das große Erdbeben in der Vega Baja 1829.

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