Stundenlang drehte die Maschine Kreise über Madrid. Grafik: Enaire

Maschine muss notlanden

Madrid  - dpa/ms. Nachdem Madrids Flughafen Barajas-Adolfo Suárez am Montagmorgen wegen Drohnen über...

Madrid  - dpa/ms. Nachdem Madrids Flughafen Barajas-Adolfo Suárez am Montagmorgen wegen Drohnen über dem Gelände zeitweise außer Betrieb war, versuchte am Abend eine Maschine (AC837) der kanadischen Airline Air Canada dort notzulanden. Das teilt die spanische Flugsicherung Enaire mit. Das Flugzeug vom Typ Boeing 767 mit 130 Passagieren an Bord hatte beim Start am frühen Nachmittag in Richtung Toronto Teile des Fahrwerks verloren, die offensichtlich in eine Turbine geraten waren. Die Maschine drehte am frühen Abend Kreise, um vor der Notlandung kontrolliert Kerosin zu verbrennen. Behörden und Sicherheitskräfte waren in Alarmbereitschaft. Eine Landung war für 19.15 Uhr geplant. Wegen des vermehrten Zugriffs war der Onlinedienst zur Echtzeitverfolgung des Flugraums, Flightradar24 am Abend zeitweise nicht erreichbar. Alle Sicherheitsvorkehrungen seien inzwischen am Aeropuerto Adolfo Suárez getroffen worden, teilte die Madrider Stadtverwaltung mit. Nach Medienberichten wird eine Militärmaschine das kanadische Flugzeug bei der Sicherheitslandung begleiten. Die Maschine war gegen 14.30 Uhr in Madrid gestartet und hatte eigentlich nach Toronto fliegen sollen, der Pilot meldete den Schaden kurz nach dem Start und kündigte die Rückkehr nach Madrid an. Der restliche Betrieb am Barajas-Adolfo Suárez lief am Abend sonst zunächst wieder normal, nachdem der Madrider Flughafen wegen der Sichtung einer Drohne für etwa eineinhalb Stunden komplett gesperrt worden war. Alle Starts und Landungen seien am frühen Montagnachmittag eingestellt worden, 26 Maschinen seien umgeleitet worden, unter anderem nach Valencia, Barcelona, Alicante, Valladolid und Zaragoza, teilte die spanische Betreibergesellschaft Aena mit. Der Alarm war gegen 12.40 Uhr ausgelöst und gegen 14.15 Uhr wieder aufgehoben worden. Ein Sicherheitsausschuss sei eingerichtet worden, um den Zwischenfall zu analysieren. Die Sichtung sei von mindestens zwei Piloten gemeldet worden, hieß es. Die spanische Flugsicherung Enaire wies darauf hin, dass eine Drohne „kein Spielzeug, sondern ein Fluggerät“ sei. Aena warnte unterdessen, das Fliegen von Drohnen in der Nähe eines Flughafens sei ein schweres Vergehen, das mit Strafen von bis zu 90.000 Euro geahndet werden könne. Mit zuletzt knapp 62 Millionen Passagieren pro Jahr (2019) ist der Aeropuerto Adolfo Suárez in Madrid-Barajas der wichtigste Airport Spaniens und auch einer der verkehrsreichsten in Europa.

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