Weltweiter Staatsfeind Nr. 1: SARS-CoV2 Abb.: US-Gesundheitsbehörde

Medikamente gegen Coronavirus: Fieberhafte Suche

- Genom des spanischen SARS-CoV2 vollständig entschlüsselt - Impfstoff dauert noch lange, klinische ...

- Genom des spanischen SARS-CoV2 vollständig entschlüsselt - Impfstoff dauert noch lange, klinische Tests starten weltweit - Kombinationen von erprobten Virenhemmern als Hoffnung - Immunsystem stärken: Naturheilkunde, Scharlatane, Skepsis und Menschenverstand Valencia - mar. "Wir müssen wissen, mit wem wir es zu tun haben", so beschreiben die Forscher der Universität Valencia und der öffentlichen Forschungsstiftung für Biomedizin der Region Valencia, Fisabio, ihren Auftrag. Ihnen ist Anfang der Woche als erste in Spanien die vollständige Entschlüsselung des Genoms des Virus SARS-CoV2 in der hier auftretenden Version gelungen. Dieser Gen-Code ist die Basis aller auf wissenschaftlichen Fundamenten forschenden Experten auf der Suche nach einem Gegenmittel. Ihre wichtigste Feststellung: "Vom klinischen Standpunkt konnten wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Mutation zu den Virusstämmen aus China feststellen, die eine höhere Ansteckung, einen anderen Verlauf oder eine höhere Sterblichkeitsrate auslösen würden." Das ist eine gute Nachricht, denn so können die Forscher weltweit sozusagen am gleichen Gen-Strang ziehen. Impfstoff wird noch lange dauern Doch gerade jene, die an vorderster Front gegen das Virus forschen, pochen auf Realismus. Übereinstimmend sagen Virologen, dass man mindestens ein Jahr, eher eineinhalb Jahre brauchen wird, um einen wirksamen klassischen Impfstoff für die Allgemeinheit verfügbar zu haben. Und auch das nur, wenn es keine großen Mutationen des Virus gibt. Aus China und den USA wird vermeldet, dass man mit klinischen Tests von möglichen Impfstoffen im Frühsommer beginnen wolle, im Sommer über ein Mittel verfügen solle. Europäische Forscher sind da vorsichtiger, Marketing und Wissenschaft vermischen sich mitunter. Doch auch in Spanien liefen diese Woche klinische Tests mit Medikamenten an 1.000 Infizierten in mehreren Krankenhäusern an. Nicht für einen Impfstoff, aber Medikamente, die sich bei der Behandlung in Asien als hilfreich herausgestellt hatten. Klar ist: Es gibt derzeit kein Mittel gegen den Coronavirus (eine Gruppe von rund 20 bekannten Viren) und auch keine direkten Wirkstoffe gegen die durch ihn ausgelöste Lungenkrankheit. Was es aber gibt, sind Medikamente, die Viren schwächen, ihre Vermehrung bremsen, sie auf ihrem Weg in die Zellen behindern können. Es gibt erprobte Stoffe, die nachweislich Linderung von Symptomen bei anderen Virenerkrankungen verschaffen. Alle mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte des Körpers, also sein Immunsystem, den biochemische Abwehrmechanismus, gegen krankmachende Eindringlinge zu stärken. Die maßgeblichen Vereinigungen der Pharmaforschungsunternehmen und -institute Europa, der USA und Asiens, wie Efpia, Phrma, Ifpma haben 30 Medikamente auf dem Zettel, die zumindest unterstützend bei der Behandlung und eindämmend bei der Ausbreitung wirken können und daher weiter erforscht werden. Sie tauschen Basisdaten aus, auch wenn der Milliardenmarkt der Pharmaindustrie seine eigenen Gesetze zu schreiben scheint. Virenhemmer aus der AIDS-Forschung In der Notstandssituation haben die Regierungen die Macht, das private Gesundheitssystem und so auch die Pharmaindustrie zu kontrollieren. Spanien macht das gerade vor. Darin bleibt immer noch genug Raum zum Geldverdienen. Die "Expertise" des US-Präsidenten und das unmoralische Angebot von Trump, der Tübinger Firma CureVac eine Milliarde Euro zu zahlen, wenn sie einen Impfstoff exklusiv für die USA produzieren, ist ein Beispiel dafür, dass Staaten gut daran tun, ihr Gesundheitswesen in den Händen von Experten zu belassen und dessen Steuerung durch demokratische Kontrollinstanzen zu sichern. Vor allem Medikamente, die im Kampf gegen Ebola, Sars, Mers und HIV eingesetzt werden und wurden, werden derzeit gegen Covid-19 getestet und abgewandelt. Antiviren-Wirkstoffe wie lopanivir und ritonavir werden in Kombination getestet, andere Präparate wie remdesivir oder der Virenhemer zanamivir weiterentwickelt. Bei einer Patientin in Thailand brachte das - angeblich - einen überraschenden Erfolg, 48 Stunden nach der Anwendung waren keine Viren mehr nachweisbar. Ob das aber auf die Medikamente zurückzuführen ist, bedarf weiterer Forschung. In China schaut man sich das Anti-Malaria-Mittel Chloroquin genauer an, mit dem man spontane Erfolge registrierte. In Wien forscht man am Wirkstoff Apn01, der als "Türsteher" möglicherweise alle Coronaviren-Arten vor die Zellen geschaltet werden kann. Auch hier stehen noch die klinischen Studien aus. Von denen fallen rund 90 Prozent durch, weil der Mensch doch komplexer reagiert als Simulationen im Labor oder Tierversuche. Was bietet die "Alternativmedizin"? Hier sind zwei Gruppen zu unterscheiden: Naturheilkundliche (also mit in der Natur vorkommenden Wirkstoffen) sowie physiologische und psychologische Strategien, die das Wohlbefinden und das Immunsystem stärken sind als durchweg positiv zu bewerten, zielen aber nicht konkret auf das SARS-CoV2, sondern eben auf die Stärkung der Abwehrkräfte mit einem ganzheitlichen Ansatz. Jeder Arzt wird froh sein, wenn die Patienten alles tun, um ihr Immunsystem (das aufgrund von Alter, genetischer Vorprogrammierung, Vorerkrankungen und Umwelteinflüssen nunmal bei jedem unterschiedlich stark ist) positiv zu beeinflussen. Denn je stärker das Immunsystem, umso höher die Wahrscheinlichkeit eine Infektion lebend zu überstehen. Eine aktive, gesunde Lebensweise, angemessene Ernährung und keine Exzesse bei Drogen sind Voraussetzung, innere Zufriedenheit auch. Und Händewaschen. Liebe in Zeiten der Cholera Denn Krisenzeiten sind auch die Zeit der Scharlatane, eine Seuche, die mit der Seuche kommt. Warum Chlorbleiche nicht gegen Coronavirus helfen wird, sollte jedem einleuchten. Natürlich tötet sie alle Bakterien und Viren, aber auch alle Zellen, die Grundbausteine des Lebens. Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum Menschen solche Quacksalbereien verbreiten, glauben oder ihnen folgen. Angst vor der Komplexität einer Epidemie und der eigenen Hilflosigkeit, Bösartigkeit, Darstellungsdrang, Geschäftssinn oder einfach Unwissenheit. Meist ist es ein Mix aus alldem. Dass man einer auf Profit ausgerichteten Pharmaindustrie gegenüber skeptisch sein kann und soll, muss aber nicht heißen, dass man sich dem nächstbesten Heilsbringer an den Hals und evidenzbasierte Methoden - also Wissenschaft - über den Haufen wirft. Auch die Homöopathie ist ein Milliardenmarkt. Dahinter steckt die gleiche Gier, - nur gänzlich ohne Wissenschaft. Man glaubt dem "Mainstream" nicht, aber jedem abgerissenen Möchtegern-Einstein, der ein Youtube-Video hochladen kann. Bei aller kritischen Distanz sollte man als normaltickender Mensch doch anerkennen können, dass die meisten unserer Vorfahren ohne die "Schulmedizin" und ihren so fürchterlichen Errungenschaften, frühere Epidemien gar nicht überstanden hätten. Ein Blick in die Länder, wo die Menschen keinen oder kaum Zugriff auf Impfstoffe oder Antibakteria haben, ist dabei vielleicht hilfreich. Darüber hinaus ist es jedem freigestellt, ob er Kamillentee, Klangschalen, Schamanentrommeln, Mozart, Sex, indisches Essen mit viel Kurkuma, Sport oder ein Mr. Bean-Film oder auch mal wieder ein gutes Buch als Verstärker des Wohlbefindens wählt, solange er nicht meint, er müsse seine "Therapie" der Menschheit als die Alleinseligmachende verkaufen. Es sei denn, er kann sie wissenschaftlich belegen. Dann melde er sich bitte beim Gesundheitsministerium. Aktuelle Lagebeurteilungen und wissenschaftlicher Stand der Forschung beim Robert-Koch-Institut

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