Mehr als nur im Ton vergriffen

Historische Banalisierungen von Politikern heizen die Stimmung an – Aktion im Kino

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Vox-Mann Ortega muss wegen seiner Äußerungen gegen die „13 Rosas“ mit einer Anzeige rechnen. Foto: Archiv

Madrid – ck. Überzogene Vergleiche und historische Ungenauigkeiten von Politikern häufen sich derzeit und zeigen, wie wenig eine Vergangenheitsbewältigung in Spanien stattgefunden hat und wie explosiv sich Franco-Anhänger und Gegner gegenüberstehen. So fragte sich die konservative Madrider Ministerpräsidentin Isabel Díaz Ayuso – erklärte Gegnerin des von den Sozialisten initiierten Gesetzes zur Historischen Erinnerung – im Landtag, was nach der Umbettung der sterblichen Überreste des Diktators Francisco Franco als nächstes käme. „Werden dann wieder Kirchen angezündet, wie 1936?“
Zu Beginn des Bürgerkriegs haben die Republikaner tausende Priester, Bischöfe und Nonnen getötet und Gotteshäuser geplündert und abgefackelt. Der Schriftsteller Julio Llamazares kommentiert: „Das Schlimmste ist nicht, was sie sagte, sondern dass sie es mit Unschuldsmine vom Blatt ablas.“ Ayusos Worte waren keine spontane Erwiderung in einer Debatte, sondern schriftlich niedergelegte und wohlüberlegte Hetze, die vom Vizeministerpräsidenten Ignacio Aguado (Ciudadanos) auch noch unterstützt wurde.

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