Pedro Sanchez spricht bei einer Pressekonferenz.
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Pedro Sanchez: Der Politiker der sozialistischen Partei PSOE ist seit 2018 Ministerpräsident von Spanien

El Guapo

Pedro Sánchez: Spitzname, Frau und politischer Werdegang von Spaniens Ministerpräsidenten

Pedro Sánchez wurde nach dem Misstrauensvotum gegen den konservativen Politiker Mariano Rajoy 2018 neuer Ministerpräsident von Spanien. Im November 2019 gelang ihm und seiner sozialistischen Partei PSOE die Wiederwahl, seit Januar 2020 stellt die PSOE mit Unidas Podemos die erste Koalitionsregierung in der spanischen Demokratie.

  • Pedro Sánchez Pérez-Castejón ist seit dem 2. Juni 2018 Ministerpräsident Spaniens.
  • Er ist Generalsekretär der Partido Socialista Obrero Español (PSOE).
  • Vor seiner Karriere als Politiker lehrte er Wirtschaftswissenschaften in Madrid.

Madrid – Kaum im Amt, musste Spaniens neuer Ministerpräsident Pedro Sánchez sogleich eine der größten Krisen des Landes bewältigen: den Kampf der Separatisten für ein unabhängiges Katalonien. Seither überstand der Politiker mit seiner sozialistischen PSOE zwei vorgezogene Parlamentswahlen und führt derzeit gemeinsam mit der linken Partei Unidas Podemos eine Minderheitsregierung an.

Pedro Sánchez: Ausbildung und Studium

Pedro Sánchez Pérez-Castejón wurde am 29. Februar 1972 in Madrid im Stadtteil Tetuán geboren. Er besuchte das Instituto Ramiro de Maeztu in Madrid und spielte bis zur U21 Basketball.

Der heutige Politiker begann seine Ausbildung an der Universität Complutense mit einem BWL-Studium und erwarb einen Master in Politischer Ökonomie der Europäischen Union an der Freien Universität Brüssel. Anschließend promovierte er an der privaten Hochschule Camilo José Cela und lehrte dort Wirtschaftswissenschaften.

Pedro Sánchez: Karriere als Politiker

Bereits im Alter von 21 Jahren trat Pedro Sánchez der Partido Socialista Obrero Español (PSOE) bei, der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei, und begann eine beeindruckende Karriere als Politiker. Die wichtigsten Stationen:

  • 2004 Einzug in den Stadtrat von Madrid als Nachrücker der Sozialisten
  • 2007 Wiederwahl in den Stadtrat von Madrid
  • 2009 Einzug in das spanische Abgeordnetenhaus (als Nachrücker)
  • 2014 Wahl zum Parteichef der PSOE
  • 2018 Ministerpräsident von Spanien nach einem Misstrauensantrag
  • 2019 Wiederwahl zum Ministerpräsidenten

Der Wahl waren zahlreiche Turbulenzen vorausgegangen. Der konservative Amtsinhaber Mariano Rajoy der Partido Popular (PP) hatte bei den Wahlen 2015 enorme Stimmverluste hinnehmen müssen und war nicht in der Lage, eine Koalition mit einer anderen Partei zu bilden. Der Auftrag zur Regierungsbildung ging an Pedro Sánchez, der jedoch ebenfalls keine Koalition aushandeln konnte. 2016 kam es gleich zweimal zu Neuwahlen, ohne dass ein Durchbruch gelang: Mariano Rajoys konservative PP erhielt die meisten Stimmen, fand jedoch keine Koalitionspartner.

Pedro Sánchez wurde für seine Verweigerungshaltung parteiintern so stark kritisiert, dass er sein Mandat im Oktober 2016 zunächst niederlegte. Im Mai 2017 wurde der Politiker jedoch erneut zum Vorsitzenden der PSOE gewählt. Ein Jahr später erzwang das Parlament durch einen Misstrauensantrag den Rücktritt von Mariano Rajoy als Ministerpräsident. Pedro Sánchez wurde zu seinem Nachfolger ernannt, konnte jedoch nur eine Minderheitsregierung anführen.

Pedro Sánchez und das katalanische Problem

Die Regierung der sozialistischen PSOE war auf die Duldung durch verschiedene separatistische Parteien aus dem Baskenland und Katalonien angewiesen, während zugleich die ersten Strafprozesse gegen katalanische Aktivisten und Regionalminister stattfanden. Die Separatisten entzogen Sánchez prompt die Unterstützung und so kam es 2019 gleich zweimal zu Neuwahlen. Erst am 7. Januar 2020 gelang es dem Politiker, eine Koalition mit der linkspopulistischen Unidas Podemos zu präsentieren.

Der extrem harte Kurs während der Coronavirus-Krise führte in den letzten Monaten zu Demonstrationen gegen Pedro Sánchez. Viele Menschen werfen ihm vor, die spanische Wirtschaft in den Ruin zu treiben und die Freiheit der Bevölkerung zu stark einzuschränken. Während der Ausgangssperre im März und April 2020 durften die Spanier ihre Häuser nicht einmal zum Spazierengehen verlassen.

Pedro Sánchez: Privatleben und Autobiografie

Seit 2006 ist der spanische Ministerpräsident mit María Begoña Gómez Fernández verheiratet. Der Politiker lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Madrid und spricht neben Spanisch auch Französisch und Englisch. 2019 veröffentliche Pedro Sánchez seine Autobiografie „Anleitung zum Widerstand“, in der er die turbulenten letzten Jahre seiner Karriere beschreibt. Sein Spitzname in den spanischen Medien lautet übrigens „Pedro el guapo“ – Pedro der Schöne.

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