Polizisten inspizieren eine leer stehende Bankfiliale mit Graffitis.
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Bei dem Brand in der leer stehenden Bankfiliale ist eine Familie ums Leben gekommen.

Tragödie in Spanien

Barcelona: Familie stirbt bei Brand in besetzter Bankfiliale

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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In Barcelona ist eine Familie bei einem Brand ums Leben gekommen. Das Feuer brach in einer besetzten, leer stehenden Bankfiliale aus. Unter den vier Toten befinden sich zwei Kinder.

Barcelona - Vier Menschen sind bei einem Brand am frühen Morgen des 30. November in der Innenstadt von Barcelona ums Leben gekommen, darunter ein Baby im Alter von einem Jahr und ein dreijähriges Kleinkind. Das Feuer war in einer ehemaligen Bankfiliale ausgebrochen, die von mindestens acht Menschen besetzt wurde. Vier weitere Personen konnten sich in einen Innenhof retten und mussten wegen leichter Rauchvergiftungen behandelt werden.

Brand in Barcelona mit vier Toten: Anwohner hatten Behörden gewarnt

Über die Brandursache haben die Behörden in Spanien bislang keine Angaben gemacht. Bei den Toten handelt es sich um eine Familie, der Vater ist Pakistaner, die Mutter Rumänin. Die ehemalige Bankfiliale befindet sich mitten im Zentrum von Barcelona an der Plaza de Tetuán in der Nähe des Zoos. Laut Medienberichten hatten Anwohner mehrfach auf die besetzte Bankfiliale aufmerksam gemacht, das Rathaus war informiert.

Gegenüber der Zeitung „El País“ versicherte ein Nachbar, man habe die Behörden in Barcelona „seit Jahren“ gewarnt, dass in der besetzten Bankfiliale eines Tages eine Tragödie passieren könnte. „Die Menschen lebten dort nicht unter guten Bedingungen. Strom und Wasser waren angezapft“, so Miquel Guimerà. Das Baby sei als Frühchen zur Welt gekommen, das Kleinkind habe oft alleine auf dem Spielplatz vor der ehemaligen Bankfiliale gespielt. Es sei mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen den Hausbesetzern und der Polizei gekommen, auch unter den Hausbesetzern habe es Konflikte gegeben.

Brand in besetzter Bankfiliale: Sozialamt hatte Kontakt zu Familie

Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau bezeichnete den Brand als „schrecklich“. Sie erklärte, dass das städtische Sozialamt Kontakt zu der Familie hatte und ihr unter anderem Lebensmittel und medizinische Versorgung angeboten habe. „Die Besetzung von leer stehenden Bankfilialen ist in der ganzen Stadt ein Problem“, so die Bürgermeisterin. Colau kritisierte außerdem die Eigentümer leer stehender Bankfilialen, die sich nicht um ihre Ladenlokale kümmern.

Hausbesetzungen sind in Spanien immer wieder Thema. In Barcelona ist es in den letzten Jahren vor allem im Winter zu mehreren schlimmen Vorfällen mit Toten in besetzten Ladenlokalen und Wohnungen gekommen, bei denen die sogenannten Okupas den Strom illegal angezapft hatten. Im Dezember 2020 starben vier Immigranten bei einem Brand in der Industriehalle, in der sie hausten. Ein Jahr zuvor hatte es zwei weitere Feuer mit jeweils zwei Todesopfern in besetzten Wohnungen gegeben.

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