Zwei Krankenschwestern in Valencia impfen eine ältere Dame.
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Die Covid-19-Impfkampagne in Spanien - hier aus einem Impfzentrum in Valencia - legt an Dynamik zu, ist aber immernoch zu langsam, um die gewünschte Durchimpfung bis zum Sommer zu erreichen.

Covid-19 Lage in Spanien

Coronavirus aktuelle Lage: Wie wahrscheinlich ist ein Oster-Urlaub in Spanien?

  • Marco Schicker
    vonMarco Schicker
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Die 14-Tage-Inzidenz unter 150 Fällen pro 100.000 Einwohner rechtfertigt weitere Lockerungen. Doch „Reisefreiheit“ gar schon zur Karwoche steht noch nicht auf der Agenda. Dazu ist die Lage zu fragil, die Impfkampagne viel zu langsam. „Pandemie-Erschöpfung“ als Risikofaktor.

Update, 9. März, 13 Uhr: Wie wahrscheinlich ist bei der aktuellen Corona-Lage ein Oster-Urlaub in Spanien? Tui plant, schon während der Osterferien wieder Urlaub auf Mallorca anzubieten. Am morgigen Mittwoch, 10. März, beraten die Gesundheitsminister der einzelnen Regionen und die Zentralregierung über einheitliche Oster-Regeln für ganz Spanien, auch zum Thema Reisen. Nach derzeitigem Stand werden voraussichtlich weiterhin Touristen aus dem Ausland einreisen dürfen, Spanier aber während der Osterferien zu Hause bleiben müssen.

Coronavirus in Spanien: Aktuelle Zahlen

Update, 9. März: Die Coronavirus-Inzidenz je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen beträgt in Spanien per Montag, 8. März 142 (zum Vergleich: 2. März 168, 24. Februar 219). In Andalusien 133 (163, 237), Balearen 55 (74, 101), Kanarische Inseln 111 (106, 112), Castilla y León 127 (165, 233), Madrid 236 (273, 340), Murcia 78 (91, 127), Region Valencia 66 (104, 177).

Madrid (236) ist - abgesehen von den autonomen Städten Ceuta und Melilla in Nordafrika - das spanische Schlusslicht und liegt als einzige Region noch über der 200er Marke. In Madrid waren und sind auch die Restriktionen am laschesten. Sieben Autonome Gemeinschaften haben eine Inzidenz unter 100, am niedrigsten ist sie in der Extremadura mit 42. Ab einer 14-Tage-Inzidenz unter 50 gilt das Virus als weitgehend unter Kontrolle.

Der europäische Vergleich (14 Tage/100.000 Einwohner): Deutschland 8. März 137 (1. März 130, 23. Februar 124) 138), Schweiz 169 (165, 185), Frankreich 446 (434, 401), Niederlande 377 (348, 294), Österreich 303 (296, 238), Großbritannien 155 (201, 250).

Der Anteil der positiven Tests betrug in Spanien zum 4. März 5,6 Prozent, am 26. Februar waren es noch 6,5 Prozent, Ende Januar noch 14 Prozent. In Aragón liegt er mit 9,5 Prozent am höchsten, in der Region Valencia bei knapp 7 Prozent, in Madrid bei 7,1 Prozent, Andalusien 7,7, Murcia 4,9. In zehn Regionen liegt der Wert bereits unter 5 Prozent, die angestrebte Schwelle, aber der die Ausbreitung als "kontrolliert" betrachtet wird.

Die Covid-Todesfälle beliefen sich in Spanien binnen sieben Tagen per 8. März auf 431, am 3. März auf 686, Mitte Februar waren es noch 1.300. In der vergangenen Woche starben in der Region Valencia 36 (90, 151) Menschen wegen Covid-19, in Andalusien 92 (103, 179), in Murcia 23 (24, 41).

In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 8. März) 1.917 (Vorwoche 2.331 Menschen in Spanien wegen Covid-19 neu in Krankenhäuser eingeliefert werden. Davon kamen 207 (Vorwoche 188) neu auf Intensivstationen. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 9.761 (11.246) Personen stationär behandelt, davon 2.471 (2.796) intensiv.

Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 8. März 24 Prozent (Vorwoche 27 Prozent), Ende Januar 42 Prozent.

Die statistische Übersterblichkeit in Spanien wurde vom Nationalen Statistikinstitut (INE) für 2020 mit über 80.600 angegeben. Die noch vorläufigen Daten für 2021 weisen ein statistisches Mehr an Toten von von rund 12.000 aus.

Stand der Covid-Impfungen in Spanien per 8. März: 5,58 Millionen Impfdosen wurden ausgeliefert, davon allein 1,1 Millionen innerhalb der letzten Woche (4 Mio. Pfizer (+500.000 binnen einer Woche), knapp 390.000 Moderna und 1,17 Millionen Astra Zeneca), davon 4,7 Millionen verabreicht, (800.000 binnen der letzten Woche), was einem Anteil von rund 83 Prozent der gelieferten Dosen entspricht. 1,38 Millionen Personen erhielten ihre zweite Dosis, 2,94 Prozent der gesamten Bevölkerung.

Hinweis: Wir benutzen in Spanien bevorzugt die 14- statt der 7-Tage-Inzidenz, wodurch die Tendenz besser sichtbar wird. Wegen unzuverlässiger Melderhythmen und Nachreichungen sowie der geringeren Datenbasis stellen die 7-Tage-Inzidenzen oftmals ein verzerrtes Bild dar, das sich über 14 Tage glättet. (Alle Daten: Ministerio de Sanidad)

Wichtige Links zum Coronavirus in Spanien:

Wer aktuelle Corona-Zahlen aus seiner spanischen Gemeinde sucht, wird hier für Andalusien unter „informe diario“ hier für Murcia und hier für Valencia fündig, die wichtigsten Corona-Fallzahlen aus den Gemeinden entlang der Costa Blanca haben wir hier für Sie zusammengefasst sowie hier für die Gemeinden entlang der Costa del Sol in Andalusien.

Weitere aktuelle Entwicklungen sowie der Stand der sich stetig ändernden Corona-Restriktionen und -Regeln finden Sie hier für die Region Valencia (Costa Blanca) hier für die Region Murcia (Costa Cálida) und hier für die Region Andalusien (Costa del Sol etc).

Informationen zur Covid-Impfung für Ausländer in Spanien.
Informationen zur Wirksamkeit der Impfstoffe und zur Impfkampagne in Spanien.

Wichtige Hinweise für Reisende zur Einreise nach Spanien und Deutschland.

Update, 4. März: Ostern geschlossen - so lautet der dringende Rat des spanischen Gesundheitsministeriums an die Autonomen Gemeinschaften. „Partyhauptstadt Madrid“ lautet die Antwort der Hauptstadt-Region.

Die Abriegelung der Bundesländer solle möglichst einheitlich auch für die Semana Santa (28. März bis 5. April) aufrecht erhalten bleiben, „nicht notwendige Reisen“ so entfallen. Die nächtliche Ausgangssperre soll von 22 bis 6 Uhr vereinheitlicht werden und die Sozialkontakte bei Zusammenkünften vier bis sechs Personen nicht überschreiten. Das legt das Ministerium an diesem Donnerstag dem Rat der regionalen Gesundheitsminister als Empfehlung vor, beschlossen werden kann das indes erst am Donnerstag, 11. März bei der Sitzung der Landesministerpräsidenten.

Madrid ist bis dato die einzige Region, die aus diesem Konzept aussteigen will, Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso wünscht sich, dass Madrilenen zu Ostern in ihre Ferienwohnungen fahren und Touristen Madrid besuchen können, „um die Wirtschaft anzukurbeln“. Das Gesundheitsministerium warnt davor, „den gleichen Fehler zu begehen wie am Ende der zweiten Welle“, damals habe man „zu früh gelockert, was zur dritten Welle und tausenden Toten geführt hat“. Geld oder Leben, das ist hier die Frage.

Die Kanaren waren wegen guter Daten und ihrer Insellage von der Absperrung meist ausgenommen, möglicherweise, so das Gesundheitsministerium, könnten sich auch die Balearen öffnen, das primäre Ziel sei jedoch, die Inzidenz in ganz Spanien dauerhaft unter 50 Fälle pro 14 Tage und 100.000 Einwohner zu drücken. Am Mittwoch lag die Inzidenz in ganz Spanien bei 160, Tendenz fallend, Madrid liegt bei 261 und hat damit den schlechtesten Wert der spanischen Regionen, nur das Baskenland und die autonomen Städte Ceuta und Melilla liegen ebenfalls noch über 200, während sechs Regionen bereits unter 100 liegen, dazu zählen auch Valencia (91), Balearen (68), die Extremadura ist bereits an der Wunschmarke von 50 angelangt.

Stillschweigend nimmt die Regierung internationalen Tourismus hin, soweit das die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und die Flugpläne hergeben. Im Februar besuchten laut INE 247.000 ausländische Besucher Spanien. Die meisten kamen auf dem Landwege, viele aus Frankreich mit dem Ziel „Partyhauptstadt Madrid“, die Region, die seit Wochen die höchsten Corona-Fallzahlen aufweist.

Update, 3. März, 14:40 Uhr: Spaniens Altersheime melden massive Rückgänge bei Fallzahlen und Todesfällen nach Impfung. Alles Weitere zur Impfung in Spanien: Erfolge, Zweifel, Ängste und Pläne

Coronavirus Spanien: Aktuelle Inzidenzen, Todesfälle, Lage in den Krankenhäusern, Stand der Impfungen

Update, 3. März: Die Coronavirus-Inzidenz je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen beträgt in Spanien am 2. März 168 (24. Februar 219, 16. Februar 386). In Andalusien 163 (237, 454), Balearen 74 (101, 169), Kanarische Inseln 106 (112, 155), Castilla y León 165 (233, 465), Madrid 273 (340, 529), Murcia 91 (127, 261), Region Valencia 104 (177, 470).

Madrid (273) ist spanienweit das regionale Schlusslicht und liegt mit Katalonien, Asturien und Baskenland noch über oder knapp an der 200er Marke. Vier Autonome Gemeinschaften haben eine Inzidenz unter 100.

Der europäische Vergleich: Deutschland 2. März 130 (23. Februar 124, 16. Februar 138), Schweiz 165 (185, 226), Frankreich 434 (401, 400), Niederlande 348 (294, 328), Österreich 296 (238, 213), Großbritannien 201 (250, 318).

Der Anteil der positiven Tests betrug in Spanien am 26. Februar nur noch 6,5 Prozent, in den Wochen zuvor 7,6 und 8,7 Prozent, Ende Januar noch 14 Prozent. Nur in den Regionen Aragón und Valencia liegt die Positivrate noch über 10 Prozent. In sechs Regionen fällt sie unter die kritische Marke von fünf Prozent, darunter die Balearen.

Die Covid-Todesfälle beliefen sich binnen sieben Tagen per 3. März auf 686 (Woche bis 23. Februar 871, davor 1.290). In der vergangenen Woche starben in der Region Valencia 90 (151, 246, 336, 465) Menschen wegen Covid-19, in Andalusien 103 (179, 280), in Murcia 24 (41, 64).

In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 3. März) 2.331 Menschen in Spanien wegen Covid-19 neu in Krankenhäuser eingeliefert werden. In der Woche davor (bis 24. Januar) waren es 2.701, vor drei Wochen noch 5.348. Davon kamen 188 (267, 329) neu auf Intensivstationen. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 11.246 (14.170) Personen stationär behandelt, davon 2.796 (3.365) intensiv.

Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 3. März 27 Prozent, vor einer Woche waren es 32, Ende Januar 42 Prozent.

Die statistische Übersterblichkeit in Spanien wurde vom Nationalen Statistikinstitut (INE) für 2020 mit über 80.600 angegeben. Die noch vorläufigen Daten für 2021 weisen ein statistisches Mehr an Toten von von rund 11.200 aus.

Stand der Covid-Impfungen 3. März: 4,5 Millionen Impfdosen wurden ausgeliefert, 900.000 innerhalb der letzten Woche (3,5 Mio. Pfizer, knapp 200.000 Moderna und 808.000 Astra Zeneca), davon 3,9 Millionen verabreicht, (750.000 binnen der letzten Woche), was einem Anteil von rund 87 Prozent entspricht. 1,26 Millionen Personen erhielten ihre zweite Dosis, 2,7 Prozent der Bevölkerung.

Wichtige Links zu Impfungen, Corona-Regeln und Zahlen aus Ihrer Region und Gemeinde am Ende des Beitrages.

Update, 25. Februar: Mit einer 14-Tages-Inzidenz von 218 Fällen pro 100.000 Einwohnern am 24. Februar herrscht in Spanien seit drei Tagen offiziell kein „extrem hohes Risiko“ hinsichtlich des Coronavirus mehr, nur noch ein hohes. Zwölf spanische Regionen liegen unter der Schwelle von 250. Madrid war zunächst bei der Härte der Restriktionen und ist nun bei den Fallzahlen spanisches Schlusslicht. Andalusien schaffte den Cut am Mittwoch mit 237, Murcia liegt mit 127 deutlich darunter, Valencia mit 176 dazwischen.

Im Februar starben in Spanien bisher 9.300 Menschen wegen Covid-19, der Monat sah bereits mehr Todesfällen als der November 2020 (9.200) und wird nach dem April 2020 mit 15.500 offiziell registrierten Todesfällen der zweittödlichste Monat dieser Pandemie in Spanien.

In fast allen Regionen werden schrittweise die Restriktionen gelockert, so will Valencia ab 1. März die Gastronomie wieder öffnen lassen und auch die Abriegelung der Gemeinden ab 50.000 Einwohnern steht zur Disposition. Auch in Andalusien sind spürbare Lockerungen geplant, allerdings ebenfalls erst ab März.

Hinsichtlich der Reisefreiheit innerhalb Spaniens sowie des Starts der Tourismus-Saison tritt die Regierung auf die Bremse und will Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.

Erstmeldung 23. Februar: Madrid - Am Montag, 22. Januar, betrug die 14-Tage-Inzidenz des Coronavirus in Spanien 252 Fälle pro 100.000 Einwohner, elf spanische Regionen liegen mittlerweile unter der Schwelle des "extremen Risikos" von 250. Madrid bleibt mit einer Inzidenz von 383 neben der Exklave Melilla (435) das spanische Schlusslicht, die Kanaren melden mit 109 den besten Wert. In Andalusien beträgt die Inzidenz am Montag 282, in der Region Murcia liegt sie bei 152, in der Region Valencia 224. (Wichtige Links zur regionalen und kommunalen Entwicklung, Reisen, Impfung etc. am Ende dieses Beitrages.)

Starker Rückgang der Coronavirus-Fallzahlen in Spanien: Aber Februar 2021 wird wohl zweittödlichster Monat

Von Freitag bis Montag wurden dem spanischen Gesundheitsministerium allerdings auch 535 weitere Covid-bedingte Todesfälle und 20.800 neue positive Tests auf das Coronavirus gemeldet. Die Einlieferungen in die Krankenhäuser sanken seit Anfang Februar um die Hälfte, auf den Intensivstationen lagen am 19. Februar 28 Prozent weniger Covid-Patienten in kritischem Zustand als am 1. Februar. Diese belegen dennoch nach wie vor ein Drittel, 33 Prozent, aller UCI-Plätze, über 28.000 Menschen in Spanien müssen wegen Covid derzeit stationär in Krankenhäusern behandelt werden, 3.533 davon sind in kritischem Zustand.

814 Menschen starben wegen Covid-19 in den letzten sieben Tagen, Andalusien mit 150 und Valencia mit 144 führen diese traurigste aller Statistiken mit weitem Abstand an, in Madrid waren es 76, in den beiden Kastilien zwischen 50 und 64, in Galicien 67. Im Februar starben in Spanien 8.555 Menschen wegen Covid-19, der Monat könnte mit mehr Todesfällen enden als der November 2020 (9.200) und wäre nach dem April 2020 mit 15.500 offizielle registrierten Todesfällen dann der zweittödlichste Monat dieser Pandemie in Spanien.

"Unsere Intensivstationen und Krankenhäuser in Spanien haben noch immer eine hohe Auslastung. Sollte sich die Tendenz wieder umkehren, wäre das ein gefährlicher Rückschlag für unser sanitäres System", warnt Fernando Simón, Leiter des sanitären Krisenstabes der spanischen Regierung. Dass diese Trendumkehr schnell geschehen kann, ist eine Lehre aus den ersten Wellen, die jeweils ansetzten, nachdem die Restriktionen zu schnell und zu weitgehend gelockert wurden, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Restriktionen durchaus wirken.

Pandemie-Erschöpfung und Vorsicht: Weiter kleinteiliger Abbau der Restriktionen in Spanien

Doch auf der anderen Seite konstatieren auch Politiker eine weitreichende gesellschaftliche wie individuelle "Pandemie-Erschöpfung", eine Sehnsucht nach Normalität sowie - natürlich und von Anfang an - einen hohen ökonomischen Druck. Da Spanien es nicht gelungen ist, Ausfallhilfen für die am meisten betroffenen Sektoren rechtzeitig und in einem existenzsichernden Umfang auszuzahlen, auch wenn das neu eingeführte Grundeinkommen (IMV) für ärmsten Schichten Schlimmeres verhindert haben dürfte, drängen immer mehr Regionen auf Öffnung.

Fernando Simón, Chef des sanitären Krisenstabes der spanischen Regierung zählt an fünf Fingern vor, was passiert, wenn man jetzt die Achtsamkeit schleifen ließe.

Galicien, zum Besipiel, wird ab Freitag die Treffen zwischen Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben wieder erlauben und öffnet in allen Gemeinden mit einer Inzidenz unter 250 Fällen die Bars und Restaurants bis 18 Uhr, mit 50 Prozent Auslastung auf Terrassen und 30 in Innenräumen (ohne Bars). Bei Inzidenzen von 250 bis 500 dürfen dann immer noch die Terrassen zur Hälfte öffnen. Landesministerpräsident Alberto Núñez Feijóo ergänzte: "Wenn wir die Öffnungen zurücknehmen müssen, nehmen wir sie eben zurück."

Ähnlich fragmentiert ziehen sich die "Lockerungen" durch das ganze Land. In Murcia dürfen sich wieder bis zu vier Personen treffen, die nicht zusammenleben, die Isolation zwischen den Gemeinden wird aufgehoben und auch hier gilt für die Gastronomie eine Inzidenz-Schwelle. Valencia wird wohl ab Anfang März ebenfalls die Gastro wieder arbeiten lassen, zumindest auf den Terrassen und die Abschottung der Städte ab 50.000 Einwohnern an den Wochenenden sollte ebenfalls fallen. Auch in Andalusien geht man Schritt für Schritt vor, die mittlerweile eingespielt hohe Testdichte erlaubt relativ genaue Erhebungen, wo welche Risiken bestehen.

Reisefreiheit in und nach Spanien: "Öffnung wäre gefährlich voreilig"

Doch die großen Fragen bleiben weiter ungelöst: Nach wie vor positioniert sich die Zentralregierung nicht dazu, wann die Reisefreiheit zwischen Regionen (Bundesländern) wieder möglich wird, sowohl Voraussetzung für den inländischen wie den ausländischen Tourismus. Deutschland hat Spanien von der Liste der Hochrisikogebiete genommen, doch wegen des Mangels an Angeboten der Fluggesellschaften und der nach wie vor massiven Einschränkungen in Spanien, bleibt ein wie immer gearteter Tourismus in weiter Ferne.

Die Virologin Margarita del Val vom Obersten Staatlichen Forschungsrat CSIC besteht wie viele ihrer Kollegen darauf, dass eine "umfassende" Öffnung schon zu Ostern, also Ende März "gefährlich voreilig" wäre. Ihr deutscher Kollege Christian Drosten warnte im "Spiegel" ebenfalls vor einer schnellen Aufweichung, die Mischung aus Lockdown-Frust, ökonomischen Nöten und noch zu niedriger Impfrate könnte dazu führen, dass in einer "vierten Welle" zwar weniger alte Menschen erkranken, dafür aber statt der 20.-30.000 sich an die 100.000 jüngere Menschen täglich anstecken, was den Druck auf die Krankenhäuser letztlich ebenso erhöhen würde.

Varianten: Spanien weiß zu wenig über Virus-Mutationen

Eine weitere Unsicherheit liefern die Virusvarianten. Spanien hat bisher nur 898 Fälle der britischen Mutation registriert, weil das Land zu wenig Kapazitäten hat, gezielt auf die Varianten zu testen. Fernando Simón sieht die Ausbreitung der Varianten daher auch "etwas langsamer als erwartet". Hochrechnungen ergeben, das in einigen Regionen jede fünfte Neuinfektion auf die britische Variante zurückzuführen sei, wobei die regionalen Unterschiede sehr groß seien. Klar ist, dass die Versionen aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika signifkant ansteckender sind, klare Studien über eine höhere Gefährlichkeit bei Krankheitsverlauf und Mortalität gibt es für Spanien noch keine. In Spanien wurde zudem am Wochenende die erste "nigerianische Mutation" registriert, "wir warten auf Einschätzungen, ob diese Variante, die auch in einigen anderen europäischen Ländern auftrat, irgendwelche Konsequenzen hat", so Simón sehr abwartend und vage.

Impfkampagne in Spanien: Erst 2,5 Prozent erhielten beide Dosen

Derzeit (Stand 22. Februar) sind in Spanien 1,2 Millionen Menschen mit je zwei Dosen Imfpstoff versorgt worden, 3,1 Millionen Dosen wurden insgesamt verabreicht. Die Durchimpfungsrate beträgt in Spanien damit 2,5 Prozent, es würde beim Tempo der letzten drei Wochen ziemlich genau ein Jahr dauern bis die gewünschte Durchimpfung von 70+ Prozent erreicht wäre. Doch die Lieferengpässe von Pfizer und Moderna scheinen kurz vor der Behebung zu stehen, die Liefermengen sollen in den kommenden Wochen verdreifacht werden. Außerdem steht für Menschen bis 55 Jahre, zunächst noch aus der "ersten Linie" der AstraZeneca-Wirkstoff zur Verfügung, bis dato 418.000 Dosen. In vielen Regionen impft man mittlerweile die Ü80-Bevölkerung ohne besondere Risiken. Weitere Zulassungen von Sanofi und Johnsson werden erwartet.

Studie in Katalonien: Wirksamkeit der Impfungen in Altersheimen signifikant

Auch die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe wird durch weitere Studien belegt. Das katalanische Institut Biocmomsc hat ermittelt, dass der Anteil der Bewohner von Altenheimen an allen Patienten, die in Katalonien wegen Covid-19 in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten, seit der Impfung von acht auf vier Prozent gefallen sei, nur noch 15 Prozent der Covid-Todesfälle werden von Bewohnern aus Altenheimen gestellt, vor der Impfkampagne waren es 40 Prozent. Interessant ist auch die Einschätzung vom CSIC, wonach bereits die erste Dosis von Pfizer das Risiko des Todes oder eines schweren Krankheitsverlaufes um 74 Prozent senke und die bisher gängigen Präparate auch in kleineren Mengen verabreicht ausreichenden Schutz gewähren.

Bereits in der Vorwoche berichteten wir von breit angelegten Feldstudien aus der ersten Impfwelle, die unerwünschte Nebenwirkungen im Rahmen des Erwartbaren bestätigen und die Aussage zulassen, dass die Impfstoffe mit schweren Gegenreaktionen im Bereich von 3-4 pro 100.000 geimpften Personen sehr sicher sind, zumindest innerhalb des bis dato messbaren Zeitraums. Die Impfbereitschaft der ohnehin vergleichsweise aufgeschlossenen Spanier hat sich in den vergangenen Wochen mit 81 Prozent nochmals deutlich erhöht und stellt einen europäischen Spitzenwert dar.

Hinsichtlich der Anforderungen und Abläufe der Impfung für in Spanien lebende Ausländer, bemüht sich unsere Redaktion derzeit mit Hochdruck um verlässliche Auskünfte der Rathäuser und Gesundheitsbehörden, so dass wir die verehrte Leserschaft bald entsprechend zuverlässig informieren können. Bis dato gilt: Bringen Sie Ihren Meldestatus (empadronamiento) auf den aktuellen Stand!

Wichtige Links zum Coronavirus in Spanien:

Wer aktuelle Corona-Zahlen aus seiner spanischen Gemeinde sucht, wird hier für Andalusien unter „informe diario“ hier für Murcia und hier für Valencia fündig, die wichtigsten Corona-Fallzahlen aus den Gemeinden entlang der Costa Blanca haben wir hier für Sie zusammengefasst sowie hier für die Gemeinden entlang der Costa del Sol in Andalusien.

Weitere aktuelle Entwicklungen sowie der Stand der sich stetig ändernden Corona-Restriktionen und -Regeln finden Sie hier für die Region Valencia (Costa Blanca) und hier für die Region Andalusien (Costa del Sol etc..

Informationen zur Covid-Impfung für Ausländer in Spanien.

Wichtige Hinweise für Reisende zur Einreise nach Spanien und Deutschland.

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