fernando simon zeigt bei einer pressekonferenz auf eine statistik
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Fernando Simón will 14-Tages-Inzidenzen unter 150 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern sehen, bevor man in Spanien über Reisefreiheit überhaupt spekulieren sollte.

Covid-19 in Spanien

Coronavirus Spanien aktuell: Zahlen, Updates, Links

  • vonMarco Schicker
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Seit einigen Tagen sinken in Spanien die Zahlen der Neuinfizierten mit dem Coronavirus. Doch Krankenhäuser, vor allem Intensivstationen, spüren vom Abebben der dritten Welle noch wenig. Die meisten Regionen verlängern die Restriktionen bis Ende Februar. Für die Covid-Impfung von Ausländern gibt es eine wichtige Information.

Update, 16. Februar: In unserem neuen Ticker-Artikel gibt es die aktuellen Daten und Entwicklungen zum Coronavirus in Spanien und wichtige Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit des Pfizer-Impfstoffes.

Update, 12. Februar, 10:44 Uhr: 3.415 Menschen starben in Spanien in der abgelaufenen Woche wegen Covid-19. So viel wie seit April nicht mehr. Während die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Spanien permanent zurückgeht, tut dies die Zahl der Covid-Todesopfer noch nicht, im Gegenteil. Diese Woche sah nochmals elf Prozent mehr Tote als die Woche zuvor.

Die landesweite 14-Tage-Inzidenz sank am Donnerstag weiter ab, auf 540 Fälle pro 100.000 Einwohner, immer noch mehr als das doppelte, das als "extremes Risiko" beschrieben wird. Über 17.000 Neuinfizierte meldet das Gesundheitsministerium binnen 24 Stunden.

Die Abnahme hat sich binnen zwei Wochen verdoppelt von 15 auf 31 Prozent weniger Fälle und der Chef des Sanitären Krisenstabes der Regierung, sonst eher restriktiv eingestellt, will "schauen", ob die Werte ausreichen, um vielleicht doch Reisen zu Ostern zu ermöglichen, warnt aber, dass "das noch nicht vorbei" ist. Die Frage ist, ob man ihn noch hört.

Aufgrund der noch sehr geringen Durchimpfung, dem schwer kalkulierbaren Risiko der hochansteckenden Virus-Mutationen und den Erfahrungen aus den bisherigen Wellen in Spanien, warnen andere Experten, darunter vor allem jene der WHO, die den weltweiten Überblick einbringen, dringend vor einer zu umfassenden Lockerung der Maßnahmen. Diese finden in mehreren Regionen statt, weil die Politik ihre Unfähigkeit demonstrierte, die materiellen Ausfälle von sanitär begründeten Schließungen so angemessen zu kompensieren, dass die Betroffenen nicht um ihre Existenz fürchten müssen.

Mittlerweile stellte sich heraus, dass der Richter, der die Öffnung der Gastronomie im Baskenland anordnete, Luis Ángel Garrido, in Sozialen Netzwerken mit Aufrufen gegen die Einhaltung der Restriktionen auffiel, Virologen als "Bürokraten, die einen kleinen Kurs gemacht haben" und "nicht viel weiter sind als im Mittelalter" abqualifizierte. Ein "Querdenker" als Hüter der Gesetze? Die Landesregierung geht in Berufung.

Seit März haben die spanischen Krankenhäuser ihre Intensivkapazitäten - die noch immer zu über 40 Prozent mit Covid-Patienten belegt sind - verdoppelt, das meiste davon ist improvisiert, aus der Not geboren. Die Krankenhäuser weisen aber darauf hin, dass das keine Verbesserung im eigentlichen Sinne darstellt, denn es fehlt vor allem an Intenisvärzten und -pflegern.

Spanien erwartet mit Anfang März das Ende der Lieferengpässe bei den Impfstoffen, auch, weil mehrere neue in Bälde von der EU zugelassen werden könnten. Restriktionen hin, Richter, berechtigter Frust, müdes Volk, Zahlen her: Die Impfung, also eine 100% wissenschaftliche Lösung, wird Spanien und Europa aus der Pandemie führen. Eine Kompensation für die Ausfälle muss die Politik liefern. Dieser Lieferengpass scheint indes systemisch, Auflösung ungewiss.

Wichtige Links zum Coronavirus in Spanien:

Wer aktuelle Corona-Zahlen aus seiner spanischen Gemeinde sucht, wird hier für Andalusien unter „informe diario“ hier für Murcia und hier für Valencia fündig, die wichtigsten Corona-Fallzahlen aus den Gemeinden entlang der Costa Blanca haben wir hier für Sie zusammengefasst sowie hier für die Gemeinden entlang der Costa del Sol in Andalusien.

Weitere aktuelle Entwicklungen sowie der Stand der sich stetig ändernden Corona-Restriktionen und -Regeln finden Sie hier für die Region Valencia (Costa Blanca), hier für die Region Andalusien (Costa del Sol etc.) sowie hier für die Region Murcia (Costa Cálida, Mar Menor etc.)

Informationen zur Covid-Impfung für Ausländer in Spanien.

Wichtige Hinweise für Reisende zur Einreise nach Spanien und Deutschland.

Update, 11. Februar: Am Mittwoch sank die 14-Tage-Inzidenz in Spanien auf 584 neue Coronavirusfälle pro 100.000 Einwohner. Damit sinkt die Neuansteckungsrate konstant vom Scheitelpunkt der dritten Welle (900) weiter, beträgt aber noch immer mehr als das Doppelte dessen, was als Grenze für eine "extrem hohe Gefahr" gezogen wurde (250). Valencia bleibt mit 879 das Schlusslicht in Spanien.

Zudem meldete das spanische Gesundheitsministerium am 10. Februar weitere 643 Covid-Tote binnen 24 Stunden, ein Wert, der an die schlimmsten Tage im April heranreicht. 4.580 Menschen liegen wegen Covid-19 in kritischem Zustand auf Intensivstationen, die allein mit diesen Patienten zu 42 Prozent ausgelastet sind.

Vier Autonome Gemeinschaften beginnen bereits an diesem Wochenende mit ersten Lockerungen der Restriktionen, unter anderem der Aufhebung der Absperrung einiger Gemeinden, der Lockerung der Sperrstunde, erweiterte Möglichkeiten für die Gastronomie auf Terrassen. Das führt unter anderem dazu, dass Regionen wie Madrid mit einer Inzidenz von noch über 700 laschere Maßnahmen umsetzt als z.B. Kantabrien mit 288, wo sich die Politiker aber für eine vorsichtigere Gangart entscheiden. Auch im Baskenland dürfen die Lokale wieder öffnen, weil das dortige Oberlandesgericht das angeordnet hat, das keine ausreichend begründete Grundlage für eine pauschale Schließung erkennen konnte.

Die meisten anderen Regionen, dazu zählen auch Andalusien, Murcia und Valencia, werden ihre Restriktionen, teils mit ganz leichten Anpassungen, zumindest bis Ende Februar beibehalten. Valencia beschließt das am heutigen Donnerstag. Die Motive dafür sind deutlich: Die Belastung des Gesundheitswesens ist noch immer im dunkelroten Bereich, die Impfkampagne läuft noch zu langsam, die Corona-Mutationen sind eine reale Gefahr, die Erfahrungen aus den bisherigen Wellen lehren, die Sache langsam anzugehen.

Update, 9. Februar: Über das Wochenende sank die Zahl der Neuinfizierten im Vergleich zur Vorwoche deutlich. Die 14-Tage-Inzidenz in Spanien sank binnen zehn Tagen von 900 auf 670 per 8. Februar, so das spanische Gesundheitsministerium. Doch nur in Tschechien (924) und in Portugal (1.250) ist die Lage in Europa derzeit schlechter. Die dritte Welle ebbt in Spanien ab, aber sehr langsam. Binnen einer Woche starben in Spanien 1.580 Personen wegen Covid-19 und der Druck auf das Gesundheitssystem lässt nur sehr langsam nach. Neben den Intensivstationen leidet vor allem auch die Erstaufnahme unter permanenter Dauerbelastung des Personals, das seit Monaten ausgelaugt ist.

Gute Nachrichten zur Wirkung der Impfstoffe

Derweil hat man sich in Spanien entscheiden, das neue Vakzin von AstraZeneca wegen seiner geringen Wirksamkeit bei alten Menschen vorerst nur Personen bis 55 Jahren zu verabreichen, man geht hier also noch restriktiver vor als in anderen Ländern Europas, die die Grenze bei 65 Jahren ansetzen.

Eine gute Nachricht: In Altersheimen und beim Gesundheitspersonal beginnt die Impfkampagne zu wirken. Während landesweit die Zahl der Neuansteckungen um 28 Prozent binnen einer Woche sank, fiel sie in Altersheimen und beim Gesundheitspersonal um über 50 Prozent, obwohl die große Mehrheit dort erst die erste Dosis erhalten hat, die eigentliche Wirkung aber erst 2-4 Wochen nach Gabe der zweiten Dosis einsetzen soll.

Auch zur Sicherheit der Impfstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer gibt es neue Erkenntnisse, so wurden in Großbritannien lediglich 3-4 allergische Reaktionen pro 100.000 Impfgaben registriert, jeder fünfte Proband registrierte kurzfristig leichte Taubheit im Arm, etwas Müdigkeit oder leichte Erkältungssymptome, die sich nach wenigen Tagen von selbst gaben. Fernando Simón will neben den krankheitsbedingten Risikogruppen und dem Personal der "ersten Linie" bis Ende März 80 Prozent aller über 80-jährigen geimpft haben. Allerdings stagniert die Impfkampagne auch in Spanien wegen Lieferengpässen seit zwei Wochen.

Aktuelle Daten Coronavirus Spanien: Stand 8. Februar 2021

  • Die Coronavirus-Inzidenz je 100.000 Einwohner in Spanien binnen 14 Tagen beträgt per 8. Februar (Vergleichswert 3. Februar): Andalusien 781 (900), Balearen 343 (490), Kanarische Inseln 157 (177), Castilla y León 936 (1.240), Madrid 801 (918) Murcia 613 (931), Region Valencia 995 (1.323). Drei Autonome Gemeinschaften liegen mit ihrer Inzidenz noch über 900, drei weitere um die 800.
  • In ganz Spanien betrug die Corona-Inzidenz am 8. Februar 667 gegenüber 816 am 3. Februar und 900 am 27. Januar. Der europäische Vergleich: Deutschland am 8. Februar 177 (3.2.: 205), Schweiz 263 (292), Frankreich 423 (428), Niederlande 334 (372), Österreich 216 (225), Großbritannien 448 (579).
  • Der Anteil der positiven Corona-Tests betrug in Spanien per 4. Februar 11,5 Prozent, in der Woche davor noch 14 Prozent. Die Regionen Valencia meldet 23,2 (27,2), Andalusien 16,6 (18,8) Prozent.
  • Die Covid-Todesfälle in Spanien beliefen sich binnen sieben Tagen per 8. Februar auf 1.580 (1.911), in der vergangenen Woche starben allein in der Region Valencia 316 (487) Menschen wegen Covid, in Andalusien 260 (301), in Murcia 90 (133).
  • In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 8. Februar) 5.286 (Woche bis 3. Februar 6.948) Menschen in Spanien wegen Covid-19 neu in Krankenhäuser eingeliefert werden. Davon kamen 439 (zuvor 601) neu auf Intensivstationen. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 27.740 (Woche davor 30.256) Personen stationär behandelt, davon liegen 4.732 (am 3. Februar 4.836) auf den Intensivstationen (UCIs).
  • Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 8. Februar 43,1 Prozent, ein leichter Rückgang von 44,4 vor dem Wochenende. Am höchsten ist sie in La Rioja mit 65 (70) Prozent und in Valencia mit 59 (62) Prozent. In sechs Autonomen Gemeinschaften liegt sie bei über 50 Prozent.
  • Stand der Covid-Impfungen in Spanien (3. Februar): 2,22 Millionen Impfdosen wurden bisher ausgeliefert (2,1 Mio. Pfizer, 87.000 Moderna), 600.000 mehr als in der Vorwoche, davon 1,76 Millionen verabreicht, 450.000 binnen der letzten Woche. 786..000 Personen erhielten bereits ihre zweite Dosis, das sind 200.000 mehr als in der Woche zuvor.

Update, 5. Februar: Die Coronavirus-Fallzahlen in Spanien gehen weiter zurück. Der 14-Tagesinzidenz-Wert vom Donnerstag, 4. Februar, sinkt unter die 800-Grenze und liegt nun bei 783 - am Vortag betrug die Inzidenz 816. Die Küstenregionen liegen mit Ausnahme von Katalonien über diesem Schnitt: Andalusien meldet knapp 889, Valencia mit 1.245 den höchsten Wert in Spanien, und Murcia etwas über 841. Katalonien verzeichnet zehn Tage vor der Landtagswahl 477. Kaum bemerkbar macht sich der Abwärtstrend bisher in den Krankenhäusern. Die Auslastung mit Covid-19-Patienten liegt bei fast 23 Prozent und die der Intensivstationen bei über 44 Prozent - in Valencia sogar bei 61 Prozent. Hoffnung macht, dass die Zahl der Gesundgeschriebenen mit 3.442 deutlich über der Zahl der 2.628 Neueinweisungen liegt. Es besteht auch die Hoffnung, dass dieser Trend sich stabilisieren könnte, da auch der Anteil der bei PCR-Tests positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen langsam sinkt und nun in Spanien bei knapp 12 Prozent liegt - in Valencia dagegen noch bei über 23 Prozent.

Madrid - Von „Entspannung“ zu sprechen, wenn das spanische Gesundheitsministerium noch am Dienstag 724 Covid-Tote an einem Tag registrieren muss, die höchste Zahl seit April, erscheint nicht nur widersprüchlich, sondern pietätlos. Doch Entspannung ist das Wort der Stunde und war sogar aus dem hochamtlichen Munde der neuen Gesundheitsministerin Carolina Darias und – etwas grummeliger – von Fernando Simón, dem Chefvirologen der Regierung, dieser Woche mehrfach zu vernehmen.

Coronavirus Spanien: Infektionszahlen gehen zurück - Druck auf Krankenhäuser nicht

Entspannung, das bedeutet zurzeit einen leichten Rückgang bei der Inzidenz der Coronavirus-Fälle in Spanien von den ausgeuferten über 900 der Vorwoche auf knapp unter 850 binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohnern. Der Abwärtstrend ist allerdings weder landesweit einheitlich, noch schon als stabil zu bezeichnen, fünf Regionen stehen weiter bei einer Corona-Inzidenz über 1.000, in Andalusien nahmen die Fallzahlen zwischenzeitlich wieder zu, tendieren jetzt aber auch abwärts.

Auch die Einweisungen in die Krankenhäuser sind in Spanien weiter auf sehr hohem Niveau leicht rückläufig, aber der Druck auf die Intensivstationen ist es noch nicht. In mehreren Regionen, einschließlich den derzeitigen Corona-Schlusslichtern La Rioja und Valencia gab es mit über 70 und über 60 Prozent neue Rekordzahlen bei der Belegung mit Covid-Patienten im kritischen Zustand zu melden.

Die schockierende Zahl der über 700 Toten am Dienstag ist ebenfalls statistisch zu relativieren, enthält sie nämlich erfahrungsgemäß auch Nachmeldungen vom Wochenende. Doch die Zahl der Covid-19-Toten im Wochenvergleich sinkt in Spanien noch immer nicht, 1.911 waren es zuletzt.

Aktuelle Daten Coronavirus Spanien - Stand: 3. Februar 2021

  • Die Coronavirus-Inzidenz je 100.000 Einwohner in Spanien binnen 14 Tagen beträgt per 3. Februar (Vergleichswerte vom 27. und 22. Januar): Andalusien 900 (919, 800), Balearen 490 (649, 689), Kanarische Inseln 177 (187, 189), Castilla y León 1.240 (1.397, 1.215), Madrid 918, (989, 904), Murcia 931 (1.347, 1.333), Region Valencia 1.323 (1.460, 1.245). Fünf Autonome Gemeinschaften in Spanien weisen eine 14-Tages-Inzidenz von über 1.000 auf. Valencia, Castilla y León und La Rioja bilden mit Inzidenzen von über 1.200 die Schlusslichter.
  • In ganz Spanien betrug die Corona-Inzidenz am 3. Februar 816 gegenüber 900 am 27. Januar. Der europäische Vergleich: Deutschland am 3. Februar 205 (27. Januar: 250), Schweiz 292 (338), Frankreich 428 (408), Niederlande 372 (432), Österreich 225 (242), Großbritannien 579 (789).
  • Der Anteil der positiven Corona-Tests betrug in Spanien per 30. Januar 14 Prozent, in der Woche davor 14,9 Prozent. Die Regionen Valencia mit 27,2 (30,3), Andalusien mit 18,8 (22) und Castilla-La Mancha mit 24,4 (30) wiesen den höchsten Anteil positiver Covid-Tests aus.
  • Die Covid-Todesfälle in Spanien beliefen sich binnen sieben Tagen per 3. Februar auf 1.911 (per 27. Januar 1.685, per 22. Januar 1.411), in der vergangenen Woche starben allein in der Region Valencia 487 (391, 434) Menschen wegen Covid, in Andalusien 301 (263), in Murcia 133 (118).
  • In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 3. Februar) 6.948 (Woche bis 27. Januar: 7.730) Menschen in Spanien wegen Covid-19 neu in Krankenhäuser eingeliefert werden. Davon kamen 601 (zuvor 611) neu auf Intensivstationen. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 30.256 (davor 30.789, vor drei Wochen 19.236) Personen stationär behandelt, das ist jeder vierte Patient, davon liegen 4.836 (4.415, 3.908) auf den Intensivstationen (UCIs).
  • Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 2. Februar 44,4 Prozent (am 27. Januar waren es 41,9 Prozent, am 15. Januar 37,6), am höchsten ist sie in La Rioja mit 70 Prozent und in Valencia mit 62 Prozent. In sieben Autonomen Gemeinschaften liegt sie bei über 50 Prozent.
  • Stand der Covid-Impfungen in Spanien (3. Februar): 2,2 Millionen Impfdosen wurden bisher ausgeliefert (2,1 Mio. Pfizer, 87.000 Moderna), 600.000 mehr als in der Vorwoche, davon 1,76 Millionen verabreicht, 450.000 binnen der letzten Woche. Knapp 500.000 Personen erhielten bereits ihre zweite Dosis, das sind 270.000 mehr als in der Woche zuvor.

Corona-Inzidenz fast 1.000, aber Madrid plant Lockerungen

Die Daten – und daran ließ Fernando Simón keinen Zweifel aufkommen – sind noch keinesfalls geeignet, um eine baldige Lockerung der Restriktionen zu erwarten. Im Gegenteil, teilweise werden sie noch verfeinert und verschärft. Die nun auch auf Sportler und Strandspaziergänger erweiterte Maskenpflicht in Valencia mag Skeptikern irrwitzig erscheinen, ist aber eine Konsequenz der Abriegelung der großen Städte. Diese führt dazu, dass sich Spaziergänger ballen und zwischen ihnen Jogger Slaloms laufen. Wie Valencia haben auch Andalusien, Murcia und die meisten anderen Autonomen Gemeinschaften ihre Restriktionen, einschließlich der Schließung oder massiven Einschränkungen der Gastronomie, bis Mitte Februar verlängert.

Nur Madrid, das Reich der PP-Diva Isabel Díaz Ayuso, die keine Gelegenheit auslässt, gegen Regierung und Wissenschaft querzuschießen, veranstaltet wieder Alleingänge. Obwohl die Hauptstadt-Region tagelang an einer Inzidenz-Schwelle von 1.000 kratzte, kündigte Díaz Ayuso Lockerungen ab diesem Freitag an. Unter anderem dürften sich wieder sechs Personen auf Lokalterrassen setzen und „so schnell wie möglich“ wolle sie auch die abendliche Sperrstunde verlegen oder ganz kippen. Auch den Impfplan der Zentralregierung will Ayuso über den Haufen werfen und plant, Kellner und Taxifahrer bei den Impfungen „vorzuziehen“, damit sie für einen baldigen Tourismus fit seien. Doch, dass innerhalb Spaniens oder gar aus dem Ausland Tourismus bald möglich sein wird, eventuell gar schon zu Ostern, gilt als ausgeschlossen.

Arbeitsmarkt in Spanien: Auch ein Opfer der dritten Coronavirus-Welle

Wie wichtig es ist, die „Entspannung“ der dritten Welle durch Beibehaltung der Restriktionen voranzutreiben und nicht durch Leichtsinn zu gefährden, zeigen die erneuten Katastrophenzahlen aus der Wirtschaft: Der Januar mit seinen spürbar verschärften Restriktionen vernichtete in Spanien 250.000 Jobs, schickte 76.000 Menschen zusätzlich in die Arbeitslosigkeit, andere in die temporäre „Freistellung“ ERTE, in der im Moment 740.000 Jobs geparkt werden, von denen viele jedoch nicht wiederzuerwecken sein werden. Insgesamt sind in Spanien Ende Januar 3,96 Millionen Menschen als arbeitslos registriert gewesen, 16,5 Prozent der so genannten „aktiven Bevölkerung“.

Covid-Impfung für Ausländer in Spanien: Unabhängig vom Versicherungsstatus, Anmeldung soll genügen

Hinsichtlich der noch immer sehr langsam laufenden Impfkampagne gibt es eine schlechte und eine gute Nachricht. Die schlechte betrifft das Vakzin von AstraZeneca, dessen Zulassung zunächst Hoffnungen weckte, es könnte die Lieferengpässe von Pfizer und Moderna kompensieren, erst recht als die EU mit dem Zaunpfahl dafür gesorgt hatte, dass AstraZeneca sich an die Lieferverträge hält. Doch sieben EU-Staaten haben auf Anraten ihrer Fachexperten beschlossen, den Impfstoff Menschen über 65 Jahren, also der größten Risikogruppe, nicht zu verabreichen, wegen zu geringer Wirksamkeit. Spanien zog diese Grenze am Mittwoch zunächst bei den über 80-jährigen. Wann Sie mit der Impfung in Spanien - theoretisch - dran sind, können Sie mit diesem Impf-Rechner ermitteln.

Doch immerhin eine gute und wichtige Nachricht für in Spanien lebende Ausländer gibt es diese Woche auch. Wie das deutsche Generalkonsulat in Barcelona gegenüber CN bestätigt hat, wird Spanien die Covid-Impfung allen auf ihrem Territorium lebenden Bürgern anbieten, unabhängig von ihrem Versicherungsstatus, da es sich nicht um eine Versicherungsleistung, sondern eine staatliche Leistung handelt. Der Nachweis über den Wohnsitz soll demnach genügen, die "Residencia" sei nicht von Nöten.

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