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Coronavirus Spanien: Los geht es mit der zweiten Booster-Impfung

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Von: Stephan Kippes

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Ein Krankenpfleger bereitet eine Spritze für die Coronaschutzimpfung vor.
Spanien beginnt mit der zweiten Booster-Impfung gegen Corona. © Alejandro Martínez Vélez/dpa

Spanien schützt Senioren vor einer Covid-19-Erkrankung mit einem zweiten Booster. Die Kampagne zur vierten Schutzimpfung gegen das Coronavirus startet in Seniorenresidenzen. 

Madrid – Spanien nimmt die Schutzimpfung gegen Covid-19 wieder auf. Fast alle Regionen in Spanien haben am Montag mit der zweiten sogenannten Booster-Impfung begonnen, die in der Anfangsphase vorwiegend Senioren Schutz vor dem Coronavirus bieten soll. Andalusien legt mit der Impfaktion erst im Oktober los.

Spanien und die zweite Covid-19-Impfung: Zweiter Booster soll Senioren vor Corona schützen

Die meisten der 13 Millionen vorgesehenen Personen in Spanien – Menschen über 60 Jahre, Bewohner von Seniorenresidenzen, Angehörige von Risikogruppen und das Gesundheitspersonal – erhalten die vierte Dosis mit einem speziellen Schutz gegen die neuen Varianten von Sars-Cov-2 wie etwa Omikron.  Wer die Einzeldosis von Janssen erhielt, dem wird die dritte Dosis verabreicht, und zwar ebenfalls mit den von der Europäischen Medikamentenaufsicht genehmigten Mitteln Comirnaty von Pfizer Biontech und Spikevax von Moderna. Bei beiden Vakzinen handelt es nicht um neue Medikamente, sondern um überarbeitete Varianten der bereits eingesetzten Impfstoffe. Wie ihre Vorgänger, verhindern auch sie nicht die Ausbreitung von Covid-19, sondern mildern die Krankheitssymptome.

Die vierte Schutzimpfung beginnt in den Seniorenresidenzen in ganz Spanien. Bisher ist nicht vorgesehen, dass Impfzentren wieder eröffnet werden. Wer sich also gegen das Coronavirus schützen lassen möchte, muss dies im Gesundheitszentrum seiner Gemeinde – centro de salud genannt – tun. Einige Regionen verabreichen die Coronavirus- und die Grippeschutzimpfung gleichzeitig, pro Arm ein Piekser. Bisher hat sich Gesundheitsministerin Carolina Darias noch nicht festgelegt, ob auch die Bevölkerung unter 60 Jahren die vierte Dosis erhalten soll. Spanien hat aber im September 16 Millionen Einheiten gekauft und will bis Jahresende weitere 28 Millionen erwerben, womit die Bevölkerung durchgeimpft werden könnte, sollte es erforderlich sein.

Vierte Corona-Impfung in Spanien: Aktuelle Inzidenz niedrig

Über die Wirksamkeit einer vierten Schutzimpfung gibt es noch keine offiziellen Studien. Lediglich Portugal hat bereits Erfahrungen sammeln können, wobei dort noch nicht die aktualisierten Impfstoffe verabreicht wurden. Die portugiesische Studie kam bei über 80-Jährigen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Krankenhauseinlieferungen und der Todesfälle bei frisch geimpften Personen um 80 Prozent niedriger lag als bei Patienten ohne die zweite Booster-Impfung.  Was wohl auch damit zusammenhängt, dass die Impfstoffe insbesondere bei älteren und kranken Menschen nach vier, fünf Monaten an Wirkung verlieren.

Zum Thema: Neuer Corona-Test in Spanien unterscheidet zwischen Grippe und Covid-19

Derzeit halten sich die Infektionen mit dem Coronavirus in Spanien auf einem sehr niedrigen Stand. Die 14-Tages-Inzidenz bei Personen über 60 Jahren liegt gerade einmal bei 136, der Siebentageswert bei 68. Experten rechnen damit, dass Covid-19 im Herbst sich wieder ausbreiten könnte, und zwar möglicherweise ähnlich wie in der siebten Welle, also mit vielen Infektionen, aber relativ wenigen ernsthaften Fällen. Aktuell benötigen mit 2.220 nur sehr wenige Covid-19-Patienten eine stationäre Behandlung, 130 davon liegen jedoch auf einer Intensivstation (UCI). Das spiegelt sich in einer Auslastung von 1,86 Prozent der stationären Einrichtungen und 1,52 Prozent der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten wider. Verschwunden ist das Coronavirus noch nicht, wie auch die aktuelle Infektion des Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zeigt.

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