Ein Arzt hält einen Behälter mit Impfstoff hoch.
+
Rarer Stoff: Zu wenig Impfstoff verzögert Kampagne in Spanien empfindlich.

Covid-19 in Spanien

Coronavirus in Spanien: Ende der Fastenzeit - Aktuelle Daten und Entwicklungen

  • Marco Schicker
    vonMarco Schicker
    schließen

Spanien schaut wie ein Osterhase auf die Schlange einer vierten Corona-Welle. AstraZeneca ist bei der Impfung zwar wieder im Rennen, dafür ist Janssen ein Reinfall. Restriktionen über Ostern bleiben in Spanien weitgehend unverändert. Auch Madrid bleibt dicht - zumindest für nationale Gäste.

Coronavirus Spanien: Aktuelle Zahlen

  • Wichtige Links zum Coronavirus in Spanien, zu Regeln, Tests, Impfung, Reisen, Zahlen aus Ihrer Gemeinde, am Ende dieses Beitrages.
  • Die Coronavirus-Inzidenz je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen beträgt in Spanien per Donnerstag, 25. März 134,08 (zum Vergleich 16. März 128, 10. März 140). In Andalusien 121 (123, 123), Balearen 52 (43, 53), Kanarische Inseln 140 (125, 113), Castilla y León 113 (106, 119), Madrid 235 (223, 227), Murcia 54 (68, 71), Region Valencia 29 (43, 177).
  • Madrid ist – abgesehen von den autonomen Städten Ceuta und Melilla in Nordafrika – weiterhin das spanische Schlusslicht und liegt als einzige Region deutlich über der 200er Marke, das Baskenland und Navarra haben die Inzidenzen 206 und 200 erreicht. Sieben Autonome Gemeinschaften haben eine 14-Tage-Inzidenz unter 100, eine weniger als vor einer Woche. Valencia ist am 25. März mit Abstand die Region mit den geringsten Infektionszahlen.
  • Der europäische Vergleich: Deutschland, 25. März 217 (16. März 157, 11. März 140), Schweiz 229 (183, 172), Frankreich 619 (474, 452), Niederlande 492 (396, 365), Österreich 459 (390, 349), Großbritannien 117 (122, 142).
  • Der Anteil der positiven Tests betrug in Spanien zum 21. März 5,5 Prozent im Wochenschnitt, 0,2 Punkte höher als vor einer Woche. Ende Januar waren es noch 14 Prozent. In Andalusien liegt er mit 6,5 Prozent 0,5 Punkte niedriger, in Murcia bei 3,8, in Valencia bei 3,3 Prozent. Am höchsten ist der Anteil positiver Testungen in Madrid und Aragón mit über 7 Prozent.
  • Die Covid-Todesfälle beliefen sich in Spanien binnen sieben Tagen per 25. März auf 285 (16. März 357), Mitte Februar waren es noch 1.300. In der vergangenen Woche starben in der Region Valencia 14 (24, 52) Menschen wegen Covid-19, in Andalusien 57 (77, 101), in Murcia 6 (7, 16).
  • In den letzten sieben Tagen mussten (Stand 25. März) 1.668 Menschen in Spanien wegen Covid-19 neu in Krankenhäuser eingeliefert werden, rund 100 weniger als in der Vorwoche. Davon kamen allerdings 167 neu auf Intensivstationen, 20 mehr als vor einer Woche. Insgesamt werden wegen Covid-19 derzeit 7.798 (8.348) Personen stationär behandelt, davon 1.853 (2.037) intensiv.
  • Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten beträgt landesweit am 26. März 18,62 Prozent (Vorwoche 20 Prozent), Ende Januar 42 Prozent.
  • Die statistische Übersterblichkeit in Spanien wurde vom Nationalen Statistikinstitut (INE) für 2020 mit über 80.600 angegeben. Die noch vorläufigen Daten für 2021 weisen ein statistisches Mehr an Toten von rund 13.000 aus. Offiziell verstarben bis dato 73.500 Menschen in Spanien wegen Covid-19.
  • Stand der Covid-Impfungen in Spanien bis 25. März: 8,5 Millionen Impfdosen wurden ausgeliefert, 1,1 Millionen davon in der abgelaufenen Woche. Davon 5,8 Mio. Pfizer, knapp 650.400 Moderna und 2,06 Millionen AstraZeneca. Davon wurden 6,8 Millionen verabreicht, das sind rund 80,4 Prozent der gelieferten Dosen. 2,39 Millionen Personen erhielten mittlerweile ihre zweite Dosis, das sind 4,6 Prozent der Bevölkerung. Seit Mittwoch, 24. März, wird auch der Impfstoff von AstaZeneca wieder verabreicht, an Personen bis 65. Jahre.

Málaga/Valencia/Murcia - Gerade noch 29 neue Coronavirus-Fälle pro 100.000 Einwohner und 14 Tage meldet die Region Valencia am Dienstag, 23. März. In Mallorca waren es 45, in Murcia 55. In Andalusien zwar 121, doch sieht es so aus, als habe Spanien die Pandemie mal wieder zurückgedrängt. Vor allem, wenn man die stetigen Anstiege und Horrorzahlen aus anderen EU-Ländern zum Vergleich heranzieht: Nachbar Frankreich steht bei 580, Österreich – mal wieder – bei 450 und Tschechien gar über 1.300. In Ungarn ist man kurz davor, das Zählen einzustellen, das Land hat im Moment die höchste Sterblichkeitsquote weltweit, Berichte aus Krankenhäusern erinnern eher an das Amazonasgebiet als an die Donauebene.

Spitze in Europa, aber: Inzidenzen steigen in 12 Regionen von Spaniern wieder

Doch Spanien ist gewarnt, zumindest theoretisch. Dass die Wellen asynchron über Europa schwappen und die Regionen mit den niedrigsten Inzidenzen am Ende tödlich aufholen, haben wir mittlerweile gelernt. Am Dienstag meldeten zwölf der 17 Autonomen Regionen Spaniens einen, wenn auch leichten, Anstieg der Fallzahlen und das Gesundheitsministerium musste, mit einigen Nachträgen vom Wochenende, 200 neue Covid-Todesfälle verkünden. „Wenn das so weitergeht, müssen wir den Länderpakt für die Osterfeiertage vielleicht noch einmal überdenken“, warnt Spaniens Gesundheitsministerin Carolina Darias und weist daraufhin, dass die Auslastung der Intensivstationen von knapp 20 Prozent höher liegt als vor der dritten Welle. Sollte die vierte wieder so übel werden, könnte das katastrophal enden.

Spaniens Oberster Gerichtshof hat dieser Tage auch den letzten möglichen Einspruch der Querlenker-Region Madrid abgewiesen, ihren Einwohnern für Ostern den Empfang von Besuch aus anderen Regionen oder die Reise zur Zweitwohnung an die Küste zu erlauben. Selbst wenn, da alle anderen Regionen dicht machen, kämen die Madrilenen nicht allzuweit, zumindest dort, wo es Kontrollen gibt.

Restriktionen und Lockerungen in Andalusien, Valencia und Murcia bleiben bis Mitte April weitgehend unverändert

„Wir bitten die Menschen, zu Ostern zu Hause und unter sich zu bleiben“, bat Regierungschef Pedro Sánchez am Mittwoch bei der Kontrollsitzung im Congreso. Die einzelnen Regionen halten, trotz der meist guten Zahlen, relativ strikt an den geltenden Einschränkungen bis nach Ostern fest. In Andalusien sind bis 12. April auch die sieben Provinzen der Region untereinander abgeriegelt, dafür darf dort – wie in Murcia, vorerst bis 9. April – die Gastronomie bis 22.30 Uhr öffnen, wo bestimmte Indikatoren nicht überschritten werden. In Valencia darf man zwar von Castellón bis Torrevieja durchfahren, um 18 Uhr machen aber alle Bars dicht.

Angst vor vierter Coronavirus-Welle in Spanien nach Osterurlaub

Mit Argwohn und Angst schaut Spanien auf die Zahlen und fragt sich, ob Vatertagswochenende, Ostern, ausländische Touristen, die absurderweise aus Deutschland zum Urlaub zu Ostern nach Spanien reisen dürfen, Mutationen und Varianten eine vierte Welle lostreten werden. Eigentlich wissen alle, dass sie kommen wird, nur nicht, wo zuerst und wie stark sie wird. Die Impfkampagne, die sie eigentlich aufhalten soll, ist noch wenig hilfreich. Am 23. März waren gerade 4,6 Prozent der Bevölkerung von Spanien vollständig geimpft, nach jetzigem Tempo wäre die gewünschte Durchimpfung erst in gut zwei Jahren erreicht.

Die Corona-Zahlen gehen an der Costa del Sol zurück.

Zwar wurden die Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca in Spanien nach einer Woche irrationalem Stopp wieder aufgenommen. Denn es konnte weder ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den aufgetretenen Thrombosen und dem Impfstoff, noch ein signifikanter Anstieg selbiger gegenüber Nichtgeimpften festgestellt werden, noch war der Tod der 43-jährigen Lehrerin aus Marbella einige Tage nach ihrer Impfung mit AstraZeneca auf dieses Mittel zurückführbar. Doch es gibt von den Vakzinen noch immer viel zu wenig.

Impfung mit AstraZeneca geht in Spanien weiter - Enttäuschung mit Janssen

Auch der neu zugelassene Stoff von Janssen stellt sich als Rohrkrepierer heraus, ganze 300.000 Dosen bis Ende April werden Spanien in Aussicht gestellt. Die Impfbereitschaft in Spanien ist mit fast 90 Prozent weltweit eine der höchsten, doch immer mehr Menschen sind dem Halb(un)wissen in Sozialen Netzwerken auf den Leim gegangen und verweigern die Impfung mit AstraZeneca. Damit fallen sie aber, so die Vorgabe des Gesundheitsministeriums, aus dem Impfplan heraus und müssen auf das „freie Impfen“ warten, das, optimistisch prognostiziert, nicht vor Juni möglich sein wird.

Nicht mehr ganz Spanien zählt zu den Risikogebieten. Das vereinfacht das Reisen.

Die EU verhängt jetzt einen sechsmonatigen Export-Stopp für Impfstoffe, hat es aber im Vorfeld versäumt, für ihre an die Pharma-Industrie hergeschenkten Milliarden für Forschung und Entwicklung die Patente oder zumindest verbindliche Lieferbedingungen einzufordern.

Wichtige Links zum Coronavirus in Spanien:

Wer aktuelle Corona-Zahlen aus seiner spanischen Gemeinde sucht, wird hier für Andalusien unter „informe diario“ hier für Murcia und hier für Valencia fündig, die wichtigsten Corona-Fallzahlen aus den Gemeinden entlang der Costa Blanca haben wir hier für Sie zusammengefasst sowie hier für die Gemeinden entlang der Costa del Sol in Andalusien.

Weitere aktuelle Entwicklungen sowie der Stand der sich stetig ändernden Corona-Restriktionen und -Regeln finden Sie hier für die Region Valencia (Costa Blanca) hier für die Region Murcia (Costa Cálida) und hier für die Region Andalusien (Costa del Sol etc).

Informationen zur Covid-Impfung für Ausländer in Spanien.
Informationen zur Wirksamkeit der Impfstoffe und zur Impfkampagne in Spanien.

Wichtige Hinweise für Reisende zur Einreise nach Spanien und Deutschland.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare