Mehrere bunte Stoffmasken hängen in einem Schaufenster, auf dem „New Style“ steht.
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Corona-Masken aus Stoff müssen in Spanien jetzt bestimmte Anforderungen erfüllen.

Gütesiegel und Labortest gefordert

Spanien reguliert Corona-Masken: Selbstgenäht nur mit Gütesiegel

  • vonStephan Kippes
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Selbstgenähte Corona-Masken dürfen in Spanien nur noch verkauft werden, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Dazu zählt ein Labortest.

Madrid - Die Tage scheinen gezählt für alle Haushalte in Spanien, die Corona-Masken nähten, sie über das Internet verkauften und sich in der Coronavirus-Krise etwas dazu verdienten. Die spanische Regierung will die Anforderungen verschärfen, die Schutzmasken erfüllen müssen. Künftig dürfen nur noch Masken als sogenannte „mascarillas higiénicas“ vermarktet werden, die zuvor von anerkannten Labors auf ihre Eignung getestet wurden. Wenn eine so angepriesene Maske diese Anforderungen nicht erfüllt, aber in Spanien verkauft wird, droht dem Produzenten eine Geldstrafe und fünfjähriges Handelsverbot für dieses Produkt.

Masken in Spanien: Karenzzeit für selbstgenähten Corona-Schutz

Der zuständige Minister für Verbraucherschutz, Alberto Garzón, hat die entsprechende Verordnung am Donnerstag erlassen. Sie ist am Freitag, 12. Februar, mit der Veröffentlichung im Staatsanzeiger in Kraft getreten. Von da an gilt eine Karenzzeit von 30 Tagen, in denen Masken, die bereits vermarktet werden, den Anforderungen angepasst werden können. Mitte März müssen alle Corona-Schutzmasken, die in Spanien als „mascarillas higiénicas“ vermarktet werden, über dieses Gütesiegel verfügen. Der Gesetzestext reguliert auch Masken mit einem transparenten Stück über dem Mund, das stummen Menschen das Lesen der Lippen erleichtern soll. Die Maskenpflicht erschwert übrigens nicht nur stummen Menschen die Verständigung, auch die Nachfrage nach Hörgeräten ist mit dem Gebrauch von Corona-Masken gestiegen.

Die neue Verordnung verstärkt die Verordnung aus dem 19. April 2020. Im Gegensatz zu den in der Regel blauen chirurgischen Masken oder FFP-2-Masken, die bis zur Corona-Krise vor allem von medizinischem Personal getragen wurden und deshalb bereits reguliert sind, kamen die Alltagsmasken in Spanien bisher ohne Regulierungs-Instanzen aus. Deutschland hatte die Maskenpflicht jüngst verschärft, dort sind Alltagsmasken aus Stoff in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Geschäften gar nicht mehr erlaubt*, berichtet auch wa.de*.

Masken in Spanien: Corona-Schutz mit Etikett und Beschreibung

Ferner verschärft Spaniens Ministerium für Verbraucherschutz auch die Etikettierungsvorschriften für Corona-Schutzmasken. Konsumenten müssen dem Produkt entnehmen können, aus welchen Stoffen es gefertigt wurde, wie lange es getragen und wie oft gewaschen werden kann.

Außerdem müssen die Masken nun in Spanien auch die Laborwerte über die Effizienz der Filterung, der Resistenz gegenüber der Atmung und die Luftdurchlässigkeit dem Verbraucher vermitteln. Bei wiederverwertbaren Alltagsmasken müssen diese Werte auch nach den entsprechenden Waschgängen angegeben werden. Falls Chemikalien für die Produktion verwendet werden, müssen diese ebenfalls aufgeführt werden. Die Corona-Masken dürfen nur in ihrer Orginalverpackung verkauft werden. Erhältlich sind Corona-Schutzmasken in Spanien zum Beispiel in Zehnerpacks in Supermärkten. Wie tauglich diese meist günstigen Masken sind, hat die spanische Verbraucherschutzorganisation OCU getestet.

Erstmals definiert die Regierung in Spanien, was sie unter dem Mund-Nasenschutz überhaupt versteht. „Gesichtsmasken sind alle Produkte, sowohl die wiederverwertbaren (die gewaschen oder hygienisch gereinigt werden können) wie die nichtwiederverwertbaren (die nur einmal genutzt werden können), mit und ohne Accessoires, die entworfen worden sind, um Mund, Nase und Kinn zu bedecken. Sie verfügen über ein Halterungssystem normalerweise am Kopf oder an den Ohren. Ihr Ziel ist es, den Ausstoß von Atemtröpfchen zu minimalisieren, die Speichel, Auswurf oder Sekrete der Atemwege enthalten, wenn der Nutzer spricht, hustet oder niest. Und sie sollen auch die Penetration von Atemwegstropfen von außen in den Nasen- und Mundbereich des Nutzers einschränken, ohne den Schutz der Person zu deklarieren.“ *costanachrichten.com und wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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