Zähflüssiger Verkehr auf der Autobahn A-7 bei Alicante.
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Auf den Autobahnen in Spanien wird künftig wieder Maut erhoben.

Autofahren in Spanien

Spanien führt auf allen Autobahnen Maut-Gebühren ein: Einnahmen für Instandhaltung

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Spanien will künftig Maut auf sämtlichen Autobahnen verlangen und dafür ein neues Tarifmodell einführen. Die Abrechnung könnte nach Kilometern erfolgen.

Madrid - Das Verkehrsministerium arbeitet an einem neuen Maut-Modell für die Autobahnen in Spanien. Transportministerin Raquel Sánchez will dabei aber nicht von der Maut beziehungsweise auf Spanisch von „peaje“ sprechen, sondern von einem „Tarifmodell für Autobahnen“. Das Ergebnis dürfte für den Autofahrer aber ähnlich sein: Er muss zahlen, um die Autobahnen nutzen zu dürfen.

Spanien führt Maut auf Autobahnen ein: Tarifmodell ist bereits in Arbeit

„Es ergibt keinen Sinn, dass die Unterhaltung dieser Infrastruktur nach wie vor über die Steuern aller Spanier bezahlt wird. Die Bürger haben viel dringendere Bedürfnisse, etwa in der Sozialpolitik“, meinte der Verkehrs-Generalsekretär Sergio Vázquez. Staatssekretärin Isabel Pardo de la Vera fügte hinzu: „Wir brauchen eine Lösung für das wachsende Defizit bei der Instandhaltung des spanischen Autobahn-Netzes.“ Seit Mai arbeitet Spanien bereits an einem neuen Maut-Modell, das auf allen Autobahnen, also autovías und autopistas, greifen soll.

Die Regierung will bis 2024 der EU-Forderung Rechnung tragen und die Instandhaltung der Autobahnen über Maut-Gebühren finanzieren. Ab dann wird Autofahren in Spanien teurer. Vorab will das Verkehrsministerium in Madrid in den nächsten Monaten mit betroffenen Sektoren und den Regionen in Verhandlungen treten. Außerdem soll es vor der Einführung der Maut eine Kampagne zur Sensibilisierung der Bevölkerung geben - das Vorhaben stößt naturgemäß auf Widerstand. Erst im Mai hatte Spanien mit den neuen Tempolimits eine große Veränderung für Autofahrer eingeführt.

Neue Maut in Spanien: Abrechnung nach Kilometern?

Wie die neue Maut abgerechnet werden soll, ist noch nicht klar. Im Gespräch ist unter anderem das portugiesische Modell, bei dem nach Autobahn-Kilometern abgerechnet wird. Aber auch eine Vignette für einen Jahresbetrag wäre denkbar. Die neue Autobahn-Maut soll in Spanien aber nicht mehr so hoch sein wie noch vor einigen Jahren etwa auf der Autobahn AP-7, die auch an der Costa Blanca entlangführt. Die AP-7 ist zwischen Alicante und der französichen Grenze nicht mehr mautpflichtig.

Die künftige Maut auf spanischen Autobahnen erhitzt schon jetzt die Gemüter, auch wenn die Gebühr vor 2024 wohl nicht erhoben wird. So hat etwa Salvador Navarro, Präsident des valencianischen Unternehmerverbands CEV am Mittwoch die Einführung der Autobahngebühr rundweg abgelehnt. „Bis die Mittelmeer-Zugtrasse nicht in Betrieb ist, müssen Güter zwangsläufig per Lkw exportiert werden. Die Maut würde zusätzliche Kosten für die Produzenten bedeuten“, so der Unternehmerpräsident.

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