Real Madrid Spieler Marcelo kniet auf dem Rasen eines Fußballfeldes.
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Da hilft auch keine Klagegeste: Marcelo hat sich in Valencia Ärger eingehandelt.

News aus Spanien

Spanien im Blick: Aktuelle Nachrichten in aller Kürze

  • Marco Schicker
    vonMarco Schicker
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Anschlag auf Podemos-Büro in Cartagena - Protest gegen Vox-Ministerin in Murcia - Real-Star Marcelo und Cousins des Königs büchsen aus Madrid aus - Königspokal geht ins Baskenland - Rassismus bei Valencia-Cádiz - Wird Löw Trainer bei Real?

Anschlag auf Parteibüro von Podemos

Auf das Parteibüro von Unidas Podemos, Koalitionspartner der PSOE von Regierungschef Pedro Sánchez, in Cartagena (Murcia) wurde in der Nacht zum 2. April ein Sprengstoffanschlag verübt. Es entstand sichtbarer Sachschaden. Parteichef Pablo Iglesias, der sich als Vizepremier zurückgezogen hatte, um bei den Landtagswahlen in Madrid für die Linksformation anzutreten, verurteilte den Vorfall als "terroristisches Attentat von Extremisten". Das Büro in Cartagena wurde binnen eines Jahres zum dritten Mal angegriffen, zunächst mit rechten Schmierereien, dann mit Steinen und Flaschen, nun mit Sprengsätzen. PP und Vox hatten zuvor eine gemeinsame parlamentarische Erklärung zur Verurteilung der ersten beiden Angriffe im Landesparlament Murcia abgelehnt. Für Iglesias sind diese Parteien daher "Reinwäscher der Extremisten". Iglesias warnt vor einer Eskalation der Gewalt, die mit Worten beginne.

Protest gegen Ernennung von Vox-Politikerin zur Ministerin in Murcia

Hunderte Menschen protestierten am Samtsag vor dem Regierungspalast in Murcia gegen die Ernennung von Mabel Campuzano zur Landesministerin für Bildung und Kultur. Die Vertreterin der rechtsextremen Vox kam als Teil eines Paktes zur Abwehr eines Misstrauensantrages in die Regierung der Region Murcia, die sich nun aus Politikern der PP, von Vox sowie drei Überläufern der "liberalen" Ciudadanos bildet. "Faschisten raus aus unseren Unterrichtsräumen", "Die Bildung verkauft man nicht", "Faschisten = Terroristen" war auf Transparenten der Demonstranten zu lesen.

Die Regierungsmannschaft des Landeschefs der Region Murcia Fernando López Miras (M.) kurz vor der Abstimmung des Misstrauensvotums.

Die Befürchtung im Bildungs- und Kulturbereich besteht darin, dass Vox die Gelegenheit für eine völkische-reaktionäre Kultur- und Bildungspolitik und nutzen wird. Bereits angekündigt hat sie die Streichung von Geldern für alternative und integrative Kultur- und Bildungsprojekten, die Förderung von Privatschulen auf Kosten des öffentlichen Bildungswesens sowie die Durchsetzung des "Veto parental", des umstrittenen Einspruchsrechts der Eltern bei schulischen Inhalten wie Sexualerziehung, Häusliche und machistische Gewalt, aber auch bei Exkursionen, zum Beispiel zu Erinnerungsorten des Bürgerkrieges und anderen Themen, die von Vox ideologisch belegt werden.

Spaniens Staatsgeheimnisse: Leichen im Keller der Demokratie, neu sortiert

Ein neues Gesetz über das Handling von Staatsgeheimnissen in Spanien soll nach 50 Jahren Ordnung und eine gewisse Transparenz in den Leichenkeller der spanischen Demokratie bringen. Kritiker fürchten, dass die heißesten Eisen - das spanische Königshaus, der "schmutzige Krieg" gegen die ETA und Korruptionsskandale - wieder nicht angefasst werden. Denn es sind die Geheimniskrämer selbst, die das neue Gesetz schreiben werden. Spanien Top Secret: Neues Gesetz über Staatsgeheimnisse.

Gegen Corona-Regeln verstoßen: Real Madrid-Star Marcelo erhält Geldbuße aus Valencia

Die valencianische Landesregierung hat über den brasilianischen Star des Fußballvereins Real Madrid, Marcelo, eine Geldbuße über 2.700 Euro verhängt. Grund war eine in den Sozialen Netzwerken aufgetauchte Fotografie, auf der Marcelo mit seiner Familie in der Osterwoche an der Playa de la Malvarrosa in Valencia zu sehen war. Damit verstieß der in Madrid ansässige Brasilianer gegen die Abriegelung der Autonomen Gemeinschaften im Zuge der Coronavirus-Restriktionen. Neben dem unerlaubten "Grenzübertritt" wurde in die Strafe auch das Nichttragen der Masken inkludiert, wozu Marcelo auf Instagram selbst das Beweisfoto lieferte.

Königlicher Regelverstoß: Cousins des spanischen Königs feiern in Marbella

Felipe Juan Froilán und Victoria Federica de Marichalar, die Söhne von Prinzessin Elena de Borbón und mithin Cousin und Cousine des spanischen Staatsoberhauptes und Königs Felipe VI haben die Osterwoche in Marbella verbracht. Damit haben sie gegen das Verbot der Überschreitung der Landesgrenze zu Andalusien verstoßen, denn beide leben offiziell in Madrid. Die Paparazzi der Regenbogenpresse stellten den beiden in einem Lokal in Málaga oder beim Flanieren in Marbella nach. Auf offizielle Verpflichtungen können sich Froilán und Victoria Federica nicht berufen, da sie nicht zum engeren Königshaus gehören, sondern reine Privatpersonen sind, die wie alle Spanier auch zu Ostern in ihren Regionen bzw. Provinzen hätten bleiben müssen.

Maskenpflicht am Strand: Wie Spanien eigenes Gesetz aushebelt

Maske ab oder auf? Wie es an Spaniens Stränden laufen soll, wird derzeit polemisch verhandelt.

Die gesetzliche Verschärfung der Maskenpflicht in Spanien hat zu kollektivem Kopfschütteln von Mallorca bis zu den Kanaren und Widerstand sogar aus der Regierungspartei geführt. Theoretisch müsste die Maske nun auch an den Stränden in Spanien getragen werden. Doch selbst der Gesetzgeber hat Schlupflöcher gelassen und reißt sich sozusagen selbst die Maske vom Gesicht. Maskenpflicht am Strand in Spanien?

Vierte Coronavirus-Welle in Spanien nach Ostern unvermeidlich?

Die Coronavirus-Inzidenz in Spanien steigt schon am Osterwochenende wieder, die britische Variante und die zu langsame Impfung beflügeln eine „vierte Welle“, während das Land in Europa noch gut dasteht. Frust über „Eingesperrtsein“ und die scheinbaren Sonderrechte von Promis und ausländischen Touristen nimmt zu. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen zum Coronavirus in Spanien.

Copa del Rey: Nach 34 Jahren wieder in San Sebastián

Das spanische Pokalfinale um die Copa del Rey wurde 2021 in einem baskischen Nord-Derby zwischen Athletic Bilbao und Real Sociedad aus San Sebastián asugefochten. Die "Königlichen" aus San Sebastián konnten die Partie mit 1:0 für sich entscheiden und den Pokal nach 34 Jahren und zum dritten Male insgesamt mit nach Hause nehmen. Das Spiel wurde in der 63. Minute durch einen Elfmeter von Mikel Oyarzabal entschieden.

Rassistische Beleidigung: Valencia FC unterbricht Spiel gegen Cádiz

Ein Wortgefecht zwischen dem französischen Spieler des FC Valencia Mouctar Diakhaby und Cala (Juan Torres Ruiz) vom Cádiz F.C. in der Liga-Partie vom Samstag, führte zu einer längeren Spielunterbrechung in der 36. Minute. Cala soll Diakhaby "Negro de Mierda", also in etwa "Scheißnigger" genannt haben. Nach einem Dialog mit dem Schiedsrichter erhielt allerdings Diakhaby die Gelbe Karte, er und sein gesamtes Team verließen daraufhin aus Protest das Feld. Später wurde die Partie auf Wunsch von, aber ohne Diakhaby fortgesetzt, Cala wurde in der Halbzeitpause ausgewechselt. Cádiz gewann 2:1. "Aber wir alle haben verloren", stimmten am Ende Trainer, Spieler und Kommentatoren überein. Der Schiedsrichter meldet den Fall an das Liga-Management, das über Sanktionen befinden muss. Von vereinsinternen Konsequenzen bei den Andalusiern wurde bisher nichts bekannt.

Medialer Dauerbrenner: Wird Joachim Löw Trainer bei Real Madrid?

Die Gerüchte halten sich schon lange und sind fast schon ein running gag der spanischen Sportpresse. Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw, der nach der EM in diesem Jahr seinen Posten bei "Die Mannschaft" abgeben will, soll Zinedine Zidane als Trainer von Real Madrid nachfolgen. Zwar habe Zidane noch einen Vertrag bis Mitte 2022, der könne aber schon ein Jahr früher gelöst werden, wenn denn Löw kommen wolle, spekulierte jetzt erneut "As", einem der führenden Fußball-Blätter des Landes.

Und: Wenn da nicht Raúl wäre, das 43-jährige Madrider Urgestein Raúl González Blanco, Legende und Favorit der Fans für den Posten auf dem Schleudersitz. Löw, der Deutschland bei der WM 2018 bis auf die Knochen und gerade erst mit der Niederlage gegen Nord-Mazedonien in der WM-Quali für Katar historisch blamiert hatte, Deutschland 2014 aber auch zum strahlenden Weltmeister machte, wird, so vermuten andere Kommentatoren, nur deshalb ständig ins Feld geführt, damit Real Madrid sich endlich für Raúl als patriotische und vereinsnahe Lösung entscheide.

BArchäologie in Spanien: Eine Synagoge in der Cocktail-Bar

„Kommen zwei Archäologen in eine Bar...“. Was sich wie der Anfang eines Witzes anhört, ist in Spanien mitunter der Beginn eines Ausgrabungsprotokolls mit sensationellen Entdeckungen.Ein 800 Jahre altes Hammam in einer Bierstube von Sevilla, eine Synagoge in der Cocktail-Bar von Utrera, die phönizische Flamenco-Höhle von Cádiz und der 1000-jährige Schatz von Córdoba, der nur Dank des Sherrys wiedergefunden wurde. Entdeckungen von Archäologen in Spaniens Bars.

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