Koenig Felipe probiert einen Roller auf einer Messe aus.
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König Felipe VI. (M.), König testet ein Motorrad im Beisein von Ministerpräsident Pedro Sanchez (2.v.l.), bei der Messe Automobile Barcelona.

News aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Spanien auf einen Blick: Kurz-Nachrichten der Woche

  • Stephan Kippes
    VonStephan Kippes
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Was ist in der Woche in Spanien passiert? Aktuelle Kurz-Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft im Überblick. 

Mit uns bleiben Sie auf dem Laufenden: Wir fassen aktuelle Nachrichten aus Spanien kurz und knapp zusammen und berichten über die wichtigsten Ereignisse aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Montag, 4. Oktober

Sassari – Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont wird vorerst nicht von Italien an Spanien überstellt. Das entscheidet ein Berufungsgericht in Sassari am Montag. Die Richter verweisen bei ihrem Urteil darauf, dass nicht geklärt sei, ob der Politiker als EU-Abgeordneter Immunität genieße. Diese war ihm zwar vom Parlament entzogen worden - er ging dagegen aber beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) vor. Das Urteil auf Sardinien wird deshalb bis zu einer Entscheidung des EuGH vertagt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung Puigdemonts haben dies gefordert. Der Politiker kann weiter frei in Europa reisen.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Sonntag, 3. Oktober

La Palma – Ministerpräsident Pedro Sánchez kehrt zum dritten Mal zurück auf die Kanareninsel La Palma, auf der vor zwei Wochen der Vulkan Cumbre Vieja ausgebrochen ist. Sánchez kündigt einen Hilfsplan von 200 Millionen Euro an. Über 6.000 Menschen können nicht in ihre Häuser zurückkehren, 33 Kilometer Straße und 1.000 Gebäude sind zerstört. In Teilen der Insel gibt es Probleme mit der Wasserversorgung, da die Lava am Vortag eine der Hauptleitungen der Insel zerstört hat. Ein Viertel aller Bananenplantagen können nicht bewässert werden, neben etwa 340 Landwirten stehen auch Haushalte ohne Wasser da.

Valencia – Die Volkspartei feiert in Valencia den Schlussakt ihres Parteitags. Die Konservativen unter Pablo Casado sehen die Sozialisten als Vergangenheit an und wollen den Spaniern einen “neuen Horizont” eröffnen. Die Landesminister stellen sich hinter Pablo Casado als Präsidentschaftskandidaten, auch Isabel Ayuso aus Madrid. “Mein Platz ist in Madrid. Wir brauchen dich als Präsidenten von Spanien”, sagt sie.

Madrid – In Madrid, Barcelona, Bilbao und Sevilla kommen in den frühen Morgenstunden erneut tausende Jugendliche zu Massenpartys zusammen. Es kommt wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, Sachbeschädigungen, Vandalismus und Plünderungen. Vier Jugendliche nehmen die Polizisten in Bilbao fest, drei wegen Sachbeschädigungen und einen wegen Angriffs auf die Staatsgewalt. Auch in Barcelona nimmt die Polizei fünf Jugendliche fest.

Santiago de Compostela – In 24 Städten in Galicien protestieren Menschen gegen die Strompreise. Die Demonstranten verbrennen symbolisch Stromrechnungen.

Motril – 48 Immigranten erreichen die Küste von Granada in Begleitung der Guardia Civil. Die Flüchtlingen waren in einem acht Meter langen Fischerkahn unterwegs, dem der Treibstoff ausging. Die Guardia Civil rettete die Menschen aus der Seenot und geleitete sie zum Hafen.

Rabat – Marokko weist drei Spaneriennen aus dem Gebiet der Westsahara aus, die dort eine bei den Vereinten Nationen angemeldeten humanitäre und juristische Mission erfüllen wollen. Es handelt sich um zwei Juristinnen und eine Ärztin mit saharauischer und spanischer Nationalität. Die Frauen werden bei ihrer Ankunft verhört, ihre Pässe werden eingezogen und sie werden zurück nach Spanien geschickt.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Samstag, 2. Oktober

Girona – Separatisten demonstrieren in mehreren Städten Kataloniens für die Unabhängigkeit ihrer Region. Bei den Solidaritätsmärschen des Kulturvereins ANC kommen allein in Girona 7.000 Menschen zusammen. Gedacht wird dabei dem illegalen Referendum vom 1. Oktober 2017. Nachts kommt es zu der großen Demonstration in Barcelona, an deren Rand es zu Ausschreitungen mit der Polizei kommt.

Madrid – Unidas Podemos macht die Zustimmung zum Haushalt von einem Wohnungsgesetz abhängig. Dieses Ley de Vivienda soll den großen Problemen bei der Wohnungssuche in zahlreichen Städten Rechnung tragen und etwa mit einer Mietpreisdeckelung.

Madrid -Die Eisenbahngesellschaft Renfe reagiert mit 31 Disziplinarverfahren gegen Zugführer, die angeblich während des Bahnstreiks in Spanien gegen die Aufrechterhaltung des Mindestdiensts nicht gewährleistet haben. Ferner versucht Renfe die Zugausfälle in den bleibenden sechs Streiktagen durch Verstärkung der Frequenz bestimmter Linien abzufangen.

Madrid – Tausende demonstrieren in Madrid für die Aufrechterhaltung der Sozialleistungen. Angesichts der Haushaltsdebatten im Parlament lehnen die Menschen Einschnitte bei der Rente ab, forden eine neue Arbeitsmarktreform, die Gleichberechtigung der Frauen, die Stärkung des Gesundheitswesens und der Bildung.

Bürger sprechen sich bei der Demonstration gegen Rentenkürzungen aus.

Cala Rajada - Die kleine Tochter eines Touristen-Ehepaares aus den Niederlanden kommt auf Mallorca ums Leben, nachdem sie am Freitag im Hotel von einem herabfallenden Ziegelstein am Kopf getroffen worden ist. Das 14 Monate alte Kind erliegt in der Universitätsklinik der Insel-Hauptstadt Palma an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas. Das Unglück geschah im Badeort Cala Rajada: Die Familie suchte in der Eingangsveranda eines Aparthotels Zuflucht vor einem Wolkenbruch, als ein Dachziegel sich vermutlich wegen des heftigen Sturmes löste und dem Kind auf den Kopf fiel.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Freitag, 1. Oktober

Madrid – Wegen des Bahnstreiks fallen zahlreiche Züge aus oder kommen verspätet. Betroffen sind vor allem Barcelona und Valencia, wo laut der Eisenbahngesellschaft Renfe der Mindestdienst nur zu 40 Prozent gewährleistet wird. Es kommt zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen, insbesondere bei den Nahverkehrszügen. Die Regierung versichert, dass zum Jahresanfang 5.700 neue Zugführer eingestellt werden.

Wegen des Bahnstreiks fallen Nahverkehrszüge in Städten wie Valencia und Barcelona aus oder kommen zu spät.

Madrid – Der Strompreis toppt die 200-Marke und kostet 217 Euro pro Megawattstunde. Für den Samstag sinkt der Preis wieder unter 200 Euro und pendelt sich bei 173 Euro ein – was ihn zum teuersten Samstags-Tarif aller Zeiten macht.

Santiago de Compostela – Das Gericht autorisiert den Covid-Pass in Galicien. Damit können Diskotheken und Bar eine Stunde länger öffnen, falls sie das Kontrollinstrument anwenden.

Vitoria-Gasteiz – Die Gefängnisse und Justizvollzugsanstalten im Baskenland werden von der Region geführt. Damit geht eine historische Forderung des Baskenlands aus dem Autonomie-Statut von Gernika aus dem Jahr 1979 in Erfüllung. Die spanische Regierung gewährt dem Baskenland mehr Autonomie. Im Baskenland sitzen 1.300 Häftlinge ein, mehr als 50 davon gehörten der ETA an.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Donnerstag, 30. September

La Nucía - O‘zapft is‘ - das Bier fließt auf dem Oktoberfest in La Nucía. Die an der Costa Blanca sehr beliebte Gaudi des Creativ Club Calpe mit den Steinsberger Musikanten und der Festkönigin und CBN-Redakteurin Judith Finsterbusch findet bis 12. Oktober im großen Festzelt im Sportzentrum von La Nucía statt.

Bürgermeister Bernabé Cano und Honorarkonsulin Dorothea von Drahosch Sannemann beim Fassanstich.

La Palma - Die Vulkaninsel La Palma wächst durch die sich ins Meer ergießende Lava. Die aus dem Meer sich erhebende Landzunge erreicht eine Fläche von 17 Hektar und wächst weiter. Das um die 1000 Grad heiße flüssige Gestein härtet aus, sobald es in das nur 20 Grad warme Wasser des Atlantiks fließt, und schiebt so die Küste langsam ins Meer hinaus. Es bildet sich eine kleine, etwa 500 Meter breite Halbinsel. Von einer zunächst befürchteten gesundheitlichen Beeinträchtigung der Bewohner nahe gelegener Ortschaften durch giftige Gase, die bei dem Zusammentreffen von Lava und salzigem Meerwasser entstehen können, ist bisher nichts bekannt. Die Dampfwolken werden sehr schnell von einem kräftigen Wind aus Nordost aufs Meer hinausgetrieben, betont Eugenio Fraile vom Spanischen Ozeanographischen Institut. Dennoch wird die Ausgangssperre, die über vier nahe gelegene Ortsteile mit etwa 300 Bewohnern verhängt ist, weiter aufrechterhalten, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Der Flugverkehr von und zu der Insel kann unterdessen wieder aufgenommen werden.

Brüssel - Der drastische Anstieg der Energiepreise wird in der EU zur Chefsache. Die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten wollen das Thema bei einem Gipfel am 21. und 22. Oktober besprechen, wie ein Sprecher des Europäischen Rates am Donnerstag bekannt gibt. Der Ratspräsident Charles Michel habe den Punkt angesichts des dramatischen Preisanstiegs bei Gas und Strom auf die Agenda gesetzt. Mitgliedstaaten wie Spanien fordern ein gemeinsames Vorgehen auf EU-Ebene, um den Anstieg zu dämpfen. Der Großhandelspreis für Strom in Spanien erreicht das Rekordniveau von 221 Euro pro Megawattstunde.

Brüssel - Der EU-Gerichtshof steht kurz davor, ein nicht bindendes, aber richtungsweisendes Urteil für die Beschäftigung von Haushaltshilfen in Spanien zu fällen. Den Klägern zufolge verstößt es gegen EU-Recht, Haushaltsangestellte von der Arbeitslosenversicherung auszuschließen. Diese Ausschlussklausel führte die spanische Regierung ein, der Schwarzarbeit in diesem Sektor entgegenzutreten. Dieses System fußt aber darauf, dass diese Arbeit gering geschätzt wird - was an sich schon zweifelhaft ist. Der springende Punkt dürfte aber sein, dass die Klägerin hier eine Diskriminierung anprangert. 95 Prozent der Hausangestellten sind Frauen - wenn das EuGH auch eine Diskriminierung der Frau erkennt, dann hat Spanien mit dieser Regelung schlechten Karten. Die Klägerin ist übrigens eine Haushaltsangestellte, deren Arbeitgeber sie bei der Seguridad Social anmelden und den Pflichtanteil sogar zahlen wollten, aber dies aufgrund der Rechtslage gar nicht konnten.

Madrid – Die spanischen Eisenbahner treten in den Streik. Bis Mitte Oktober ist an den Streiktagen kein regulärer Zugbetrieb möglich, es kommt zu Ausfällen und Verspätungen.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Mittwoch, 29. September

Barcelona - Popstar Shakira ist nach eigenen Angaben bei einem Spaziergang mit ihrem Sohn Milan in einem Park in Barcelona von Wildschweinen angegriffen worden. Der katalanische Sender RAC1 veröffentlichte ein Instagram-Video Shakiras. „Sie haben mich im Park angegriffen und sind mit meiner Tasche mit dem Telefon abgehauen“, schildert die Kolumbianerin darin, während sie eine zerrissene und verdreckte schwarze Tasche in die Kamera hält. „Zum Schluss haben sie von der Tasche abgelassen“, fügt sie hinzu. Wildschweine wagen sich in Barcelona wie auch in anderen Großstädten immer weiter in die Stadt vor. Obwohl es verboten ist, füttern manche Menschen sie. „Die Tiere sind sehr intelligent und wenn sie jemanden mit einer Tasche sehen, denken sie, es gibt Futter“, meint der Wildhüter Toni Galiano kürzlich einer Fachzeitschrift für Jäger, nachdem ein Mann in Barcelona von einem Wildschwein angegriffen und gebissen worden war.

Pop-Star Shakira wurde von einem Wildschwein angegriffen.

Madrid - Das Gesundheitsministerium erlaubt ab Freitag eine 100-prozentige Zuschauerauslastung in den Stadien. Allerdings gilt diese neue Regelung nicht für die katalanischen Vereine um den Großklub FC Barcelona. Einzig die Regionalverwaltung Kataloniens erlaubt die Vollauslastung noch nicht und genehmigt weiterhin lediglich eine Nutzung von 60 Prozent der Plätze. 

Madrid - Das eingestellte spanische Strafverfahren wegen Völkermordes gegen den Chef der Unabhängigkeitsbewegung für die Westsahara Polisario, Brahim Ghali, muss wegen eines Rechtsfehlers wieder aufgenommen werden, teilt der Nationale Gerichtshof in Madrid mit. Die Ghali vorgeworfenen Taten wie Völkermord, Terrorismus und Folter in den Jahren 1975 bis 1990 sehen derart hohe Strafen vor, dass über die Einstellung nicht in einem abgekürzten Verfahren hätte entschieden werden dürfen. Das Verfahren gegen den 72-jährigen Ghali ging auf eine Anzeige der Menschenrechtsorganisation ASADEH von 2008 zurück, die der Regierung Marokkos nahesteht. Westsahara war bis 1975 spanische Kolonie und wird inzwischen größtenteils von Marokko kontrolliert. Die Polisario strebt nach Unabhängigkeit. Marokko will der Region an seiner Südgrenze aber nur Autonomie zugestehen. 

Brahmi Ghali ist der Führer der Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara.

Luxemburg - Rückschlag für die Beziehungen zwischen Spanien und Marokko. Das Gericht der Europäischen Union kippt das Abkommen für Handel und das Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko wegen der Westsahara. Die Befreiungsbewegung Front Polisario klagte gegen beiden Beschlüsse, weil sie die Einfuhr von Produkten aus der Westsahara beinhalten. Laut dem Gerichtsurteil wurde die Zustimmung der Westsahara nicht eingeholt. Spanien will das Urteil des Gerichts der Europäischen Union nicht akzeptieren und drängt die EU, Einspruch einzulegen.

La Palma – Der Lavastrom des Vulkans Cumbre Vieja erreicht in den frühen Morgenstunden den Atlantik. Experten befürchten, dass der Kontakt der Lava mit Meerwasser gesundheitsschädliche Gase freisetzen könnte.

Madrid – Die Strompreise, aber auch die Kosten für Gas und Benzin sowie der Konsum verleihen der Inflation Höhenflüge, wie man sie seit dem Krisenjahr 2008 nicht mehr erlebt hat. Um vier Prozent ist die Inflation im September im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Dienstag, 28. September

Ceuta - Hunderte junge Migranten versuchen Dienstagabend in die Exklave Ceuta zu gelangen. Die Menschen folgen Fake-News im Internet, denen zufolge die Grenzkontrollen gelockert seien, teilt die Menschenrechtsorganisation ONDH mit. Sicherheitskräfte drängen die Nordafrikaner zurück. Dabei sollen auch Steine geworfen worden sein. Die Polizei verhaftet fünf der Migranten. Ceuta und Melilla sind die einzigen Landgrenzen der Europäischen Union mit Afrika und regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen.

La Palma – Spanien erklärt die von einem Vulkanausbruch betroffene Kanareninsel La Palma zum Katastrophengebiet. Das Kabinett verabschiedet einen umfangreichen Wiederaufbauplan mit einem Budget von über 10,5 Millionen Euro. 

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Montag, 27. September

Madrid - Die Regierung, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften einigen sich auf eine Verlängerung der Kurzarbeit (ERTE) aufgrund der Coronavirus-Krise bis zum 28. Februar 2022. Dafür wird aktuelle ERTE Phase, die am 30. September ausläuft, bis 31. Oktober verlängert. So gewinnen die Unternehmen Zeit, um die Anträge für die neuen ERTE für die aktuell 254.000 Betroffenen vorzubereiten. Die neue Kurzarbeit soll ab 1. November beginnen und mehr auf Fortbildung fixiert sein als bisher. Während der Quarantäne im vergangenen Jahr hatte Spanien 3,4 Millionen Personen im ERTE.

Brüssel - Kataloniens Ex-Regierungschef Carles Puigdemont kehrt nach seiner kurzzeitigen Festnahme auf Sardinien nach Brüssel zurück. Am Sonntag werde Puigdemont erneut nach Sardinien reisen. Ein Gericht will am 4. Oktober über einen Auslieferungsantrag Spaniens entscheiden.

Valencia – Die Landesregierung in Valencia und auch die Balearen lockern stark die noch bestehenden Coronavirus-Restriktionen. Die Lockerungen betreffen das Gastgewerbe und den Kulturbetrieb, die Lokale können ihre Kapazitäten besser ausschöpfen, die Auflagen was das Tanzen und den Tresen angeht werden nicht gänzlich aufgehoben, aber stark gelockert.

La Palma – Acht Tage nach seinem Ausbruch legt der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma eine zweistündige Verschnaufpause ein. Danach tritt wieder verstärkt Lava aus, die nur noch 800 Meter von der Westküste entfernt ist.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Sonntag, 26. September

Barcelona – Die Straßenparty in Barcelona geht in die dritte Nacht und wieder kommt es am Rande zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen 30 Personen festgenommen und 39 verletzt werden. Chaoten plündern ein Restaurant und richten Sachschäden in einer Geschäftszone an. Etwa 30.000 Jugendliche feiern in Barcelona zeitgleich mit der Fiesta de La Mercè. Diese sogenannten Macrobotellones finden auch im Baskenland, Navarra und in Valencia statt.

Bei den Straßenpartys in Barcelona kommt es zu Ausschreitungen mit der Polizei.

Segovia – Bürgerinitiativen und Vereine demonstrieren in Segovia für die Aurechterhaltung der öffentlichen Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen. Sie fordern vor allem die Wiedereröffnung der Niederlassungen von Gesundheitszentren und Stationen der Erstversorgung, die im Zuge der Coronavirus-Krise geschlossen wurden. Die Bürgerinitiativen lehnen daher die von der Landesregierung Kastilien-León vorgeschlagene Reorganisierung der medizinischen Erstversorgung ab, da sie ihrer Meinung nach eine Verschlechterung der Versorgung in ländlichen Gebieten nach sich führen würde.

Madrid – Der bekannte Rastro in Madrid wird erstmals seit mehr als eineinhalb Jahren wieder in der gleichen Größe und Anordnung wie vor der Coronavirus-Pandemie abgehalten. Die Flohmarktbesucher und Markthändler tragen allerdings Atemschutzmasken und werden angehalten, die Abstandsregeln einzuhalten.

Las Palmas de Gran Canaria – Die Polizei stoppt vor den Kanarischen Inseln das Segelschiff „Memo“, das mit 1,2 Tonnen Kokain beladen ist. Die Beamten nehmen die beiden Seefahrer, einen Spanier und Italiener fest, die scheinbar für einen internationalen Drogenring arbeiten, die Kokain in Segel- und Freizeitbooten von Südamerika nach Spanien überführt.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Samstag, 25. September

Jerez - Beim Lauf zur Supersport-300-WM in Jerez verunglückt der spanische Nachwuchspilot Dean Berta Vinales tödlich. Der erst 15-Jährige wird in einen Massensturz verwickelt und erleidet so schwere Kopfverletzungen, dass die Ärzte ihn nicht mehr retten können. Der Teenager gehörte zur Vinales-Rennsportfamilie und startete für das Team von Angel Vinales, den Vater von MotoGP-Pilot Maverick Vinales. Als Reaktion auf den Tod des jungen Spaniers sagen die Verantwortlichen alle weiteren Rennen beim WM-Lauf in Jerez am Samstag ab.

Barcelona – Am Rande einer Riesenstraßenparty in Barcelona mit mehr als 40.000 Teinehmern kommt es zu gewaltätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. 22 Personen werden festgenommen. Einige Jugendliche zünden Autos und Mopeds an, schlagen die Scheibe des Impfzentrums ein und zerstören öffentliches Mobiliar wie Verkehrsschilder, Bushaltestellen und Schaufenster . 34 Personen tragen Verletzungen davon, fünf davon Polizisten. Einige Jugendliche bewerfen Polizisten mit Flaschen und Objekten, es kommt Auseinandersetzungen mit Messern und zerbrochenen Flaschen. Die Straßenparty findet zeitgleich mit der Fiesta de la Mercè statt. Bürgermeisterin Ana Colau bezeichnet die Vorfälle als “inakzeptabel”. “Hier ist eine rote Linie überschritten worden. Was begann als ein Problem zivilen Ungehorsams und Besetzung öffentlicher Plätze ist zum einem Problem der öffentlichen Ordnung mit Vergehen und Vandalismus geworden”, sagt sie. In Katalonien sind die Diskotheken aufgrund der Covid-Restriktionen noch geschlossen, die heftigsten Entgleisungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei tragen sich in den frühen Morgenstunden zu.

Madrid – Mehr als 1.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes mit befristeten Arbeitsverhältnissen demonstrieren in Madrid für eine sofortige Festanstellung. Die Demonstranten protestieren gegen die Verordnung der Regierung, mittels der die unlautere und auch von der EU gerügte Praxis der permanenten Erneuerung befristeter Arbeitsverhältnisse insbesondere im Staatsdienst bekämpft werden soll. Regierungsangaben zufolge sind davon rund 300.0000 Angestellte betroffen. Diese nach dem Minister Miquel Iceta als “Icetazo” bekannte Verordnung zielt darauf, den Anteil der Zeitverträge für Stellen, die vor 2020 seit mehr als drei Jahren vergeben und verlängert werden, von derzeit 28 auf acht Prozent bis Ende 2024 zu senken. Allerdings sollen dies Stellen nur nach einem Staatsexamen in eine Festanstellung überführt werden. So müssten Angestellte, die etwa 15 Jahre im Dienst sind, mit Berufsanfängern in einer Prüfung konkurrieren, was die Demonstranten ablehnen. Die Berufserfahrung in dem Prüfungsverfahren soll zu 40 Prozent angerechnet werden.

Sanlúcar de Barrameda – Die Guardia Civil zerschlägt nach monatelangen Ermittlungen den Drogenclan des El Carpintero. Die Bande operierte in der Provinz Cádiz und im Einzugsgebiet des Rio Guadalquivir und transportierte Haschisch meist in mehreren Freizeitbooten, die mit Drogenpaketen von 600 bis 800 Kilo beladen wurden, von Marokko nach Spanien. Im Laufe der Operation wurden 42 Personen festgenommen, zuletzt der Boss El Carpintero in Sanlúcar de Barrameda sowie seine rechte Hand, El Coquina de Oro. Der Spitzname El Carpintero rührt von dem Netzwerk von Möbelgeschäften her, mittels denen das Drogengeld reingewaschen wurde. Der Drogenclan des El Carpintero zählte mit zu den größten Drogenbanden, die in Spanien operieren.

Spanien aktuell: Die wichtigsten Kurznachrichten vom Freitag, 24. September

Lepe – Die Kleinstadt Lepe in der Provinz Huelva erwacht mit dem Ausmaß der heftigen Niederschläge der Gota fría vom Vortag vor Augen. Die Stadt ist voller Schlamm, zerstörtem Hausrat, eingestürzter Mauern – Bürgern, Hilfskräften und Aufräumenden bietet sich ein Bild der Zerstörung herbeigeführt von Regenfällen, bei denen binnen kurzer Zeit 50 Liter auf den Quadratmeter fielen und das Wasser bis zu 1,50 Meter in den Häusern stand. Das Wetterphänomen Dana suchte am Donnerstag den südlichen Teil der Iberischen Halbinsel und die Balearen heim, auch in Teilen Andalusiens und der Extremadura kam es starken Niederschlägen.

Madrid – Die Regierung rechtfertigt die umstrittene Einreise des Führers der Westsahara, Frente Polisario, Brahim Gali, aus humanitären Gründen und mit dessen spanischer Staatsbürgerschaft. Galis Einreise und Behandlung gegen Covid-19 löste eine schwere diplomatische Krise mit Marokko aus, mündete in gerichtliche Ermittlungen gegen die frühere Außenministerin Arancha González Laya und zuletzt in die Forderung seitens der Volkspartei nach einer parlamentarischen Untersuchungskommission. Wie bekannt wird, ist Brahim Gali seit 2004 spanischer Staatsbürger, da er in Westsahara geboren wurde und das Gebiet bis 1976 spanische Kolonie war. In diesem Jahr konnten Bewohner der Westsahara die Staatsbürgerschaft beantragen. Das tat Gali jedoch nicht. Ein Gericht in Valencia entschied aber 2004, dass Gali aufgrund seiner Flucht in das Flüchtlingslager Tinduf diese Möglichkeit gar nicht nutzen konnte und gewährte ihm nachträglich die Staatsbürgerschaft. Deswegen konnte die spanische Regierung dem Aktivisten im April die Einreise nach Spanien nicht verweigern und stimmte aus humanitären Gründen seiner Behandlung gegen Covid-19 zu.

Carles Puigdemont kann das Gefängnis in Sassari verlassen.

Barcelona - Der ehemalige katalanische Regionalpräsident und Separatistenführer Carles Puigdemont kommt einen Tag nach seiner Festnahme auf Sardinien wieder frei. Der 58-jährige Exilpolitiker darf auch Italien bis zur nächsten Anhörung wegen eines spanischen Auslieferungsantrags verlassen. Puigdemont droht in Spanien ein Prozess wegen Rebellion, weshalb er 2017 nach Belgien flüchtete. Ministerpräsident Pedro Sánchez wirbt nach der Festnahme für eine Fortsetzung des Dialogs zwischen der spanischen Regierung und der katalanischen Regionalverwaltung. In Barcelona versammeln sich Separatisten zu Demonstrationen und Solidaritätskundgebungen für Puigdemont.

La Palma - Spanien will die von einem Vulkanausbruch betroffene Kanareninsel La Palma zum Katastrophengebiet erklären und einen umfangreichen Wiederaufbauplan verabschieden. Die Maßnahme kündigt Regierungschef Pedro Sánchez für Dienstag an. Betroffenen soll auch mittels eines Sofortprogramms geholfen werden, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die Regionalregierung will neue Wohnungen kaufen und bauen lassen, in denen die Menschen unterkommen können, die Hab und Gut verloren haben. Unterdessen erhöht der Vulkan seine Aktivität, es tut sich weiterer Schlot auf, aus dem Lava austritt. Die Rettungskräfte evakuieren die Ortschaften Tajuya und Tacande, aus denen 1.000 Bewohnern ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden müssen. Aufgrund des Ascheregens werden auch zivile Flüge auf die Kanareninsel La Palma und La Gomera abgesagt. Seit Beginn des Ausbruchs am vergangenen Sonntag mussten bereits rund 6000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, die Lava hat rund 400 Häuser und landwirtschaftliche Anbaugebiete von einer Flächen von rund 180 Hektar unter sich begraben.

Madrid/Barcelona – Rund 450 Einsatzkräfte der Polizei sichern das Gebiet rund um die Universitäten von Madrid ab, um Straßenfeten zu verhindern, zu denen sich am vergangenen Wochenende rund 25.000 Studenten trafen. Derweil finden diese Macro-Botellones weiter in Barcelona im Rahmen der Fiestas von La Mercè statt. Vergangene Nacht feierten rund 15.000 Jugendliche.

Madrid - Die 14-Tagesinzidenz der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sinkt in Spanien auf 69 unter 100.000 Einwohnern. Der Wert ist so niedrig wie seit August 2020 nicht mehr.

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